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Allegro: Nun doch wieder Insolvenz beantragt
Bruchmühlen/Osnabrück. Nachdem die Firma Allegro Möbel in Bruchmühlen unter der Geschäftsführung von Manfred Zimmer am 28. Dezember die vorläufige Insolvenz zurückgenommen hatte, ist das Insolvenzverfahren gestern von der kommissarischen Geschäftsführerin Jutta Hoffmann wieder beantragt worden. Nun hat Insolvenzverwalter Klaus Niemeyer erneut das Sagen.
Die neue Entwicklung ist begleitet von Querelen zwischen Jutta Hoffmann und dem kaufmännischen Leiter bei Allegro, Thomas Kosfeld. Schon die Frage, ob der noch diese Funktion innehabe, ist strittig. „Wir haben Herrn Kosfeld am Jahresende fristlos gekündigt und ihm die notariell beglaubigte Kündigung per Fax ins Berliner Hotel Adlon gefaxt“, sagte Jutta Hoffmann. Kosfeld bestätigte zwar das Fax: „Die Kündigung ist aber rechtsunwirksam, und daher bin ich weiter kaufmännischer Leiter bei Allegro.“ Er werde am Mittwoch in die Firma kommen, um Lohn- und Gehaltszahlungen zu veranlassen. „Ich bin der Einzige, der das kann, und das tue ich nicht für die Gesellschafter, sondern für die Mitarbeiter“, erklärte er im Gespräch mit unserer Zeitung. In einer Art Pressemitteilung kritisierte er gestern auch Gesellschafter Zimmer und Jutta Hoffmann: Die hätten es vor Rücknahme der Insolvenz versäumt, notwendige Gespräche mit den vier finanzierenden Banken als Hauptgläubigern und dem Insolvenzverwalter mit Blick auf die Liquidität zu führen. „Getrieben von Reputationsdenken, wollten Manfred Zimmer und Jutta Hoffmann die Insolvenz unbedingt zurücknehmen“, so Kosfeld.
Das sieht Jutta Hoffmann ganz anders: „Durch Machenschaften der Gesellschafter und des ehemaligen kaufmännischen Leiters ist Allegro jetzt da, wo es jetzt ist.“ Die verbliebenen 52 Mitarbeiter sind nach ihren Worten gestern um 11 Uhr während einer Betriebsversammlung informiert worden. „Da herrschte situationsbedingt Wut und Frust, gepaart mit Vorwürfen“, berichtete die Unternehmensberaterin. Sie habe gekämpft „wie eine kleine Löwin“, aber: „Der neue Investor und die Kreissparkasse Melle haben sich letztlich nicht einigen können.“ Bei dem Investor habe es sich um einen Textilhändler aus Schwerte gehandelt. „Mein Engagement bei der Firma Allegro ist damit beendet“, sagte Jutta Hoffmann.
Der als ausgesprochen fair bekannte Insolvenzverwalter Niemeyer werde nun alles tun, um das Unternehmen zu erhalten, sagte sie. Allerdings habe die öffentliche Erklärung Kosfelds zu Verunsicherung am Markt geführt. Das erschwere die Bemühungen des Insolvenzverwalters natürlich.
Niemeyer bestätigte diese Einschätzung. „Jetzt ist der Scherbenhaufen da und das Verhältnis zu Lieferanten und Kunden sehr schwierig geworden.“ Die Reibereien in der Geschäftsleitung erschwerten die Aufgabe zusätzlich. „Ein Investor wird jetzt sagen, der Patient ist sehr sehr krank“, so Niemeyer. Dessen ungeachtet werde er jetzt den Gesprächsfaden zu allen potenziellen Investoren wiederaufnehmen. Zu denen habe er bereits vielversprechende Kontakte gehabt, bis der erste Insolvenzantrag wieder zurückgenommen worden sei. „Wir brauchen schnelle Entscheidungen möglicher Investoren“, betonte der Insolvenzverwalter.
Den Wochen unter Regie der Geschäftsführerin Jutta Hoffmann stellte Niemeyer kein gutes Zeugnis aus. „Man hatte gute Hoffnung, die sich nun zerschlagen hat. Das kann man als naiv oder auch als dilettantisch oder sogar als verantwortungslos bezeichnen.“
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Lieferanten wurden jahrelang übervorteilt und nicht wenige sind zuvor in die Insolvenz gegangen.
Gegenüber Konkurrenten eine arrogante Haltung eingenommen
(O-Ton M.Zimmer "Die mach ich alle Platt"), und Ware nicht
nur einmal zum Einkaufspreis verkauft.
Scheinmitarbeiter aus dem Schützenklub Bruchmühlen liefen als
Angestellte über Firmenbücher. Die neue Schießanlage (welche nicht fertiggestellt wurde) mit Luftbuchungen finanziert.
Mitarbeiterführung fand praktisch nicht statt. Die Leute wurden vom Inhaber persönlich unter Druck gesetzt und eingeschüchtert.
Das Betriebsklima war schon Jahre vergiftet.
Die Steuerfahndung hat den Betrieb mehrmals mit einem Grossaufgebot "besucht".
Soviel zur Kompetenz derf Geschäftsführung.
Aber wie sagt man so schön.. Hochmut kommt vor dem Fall!
Herr Schülke hat 743.000,- DM Schulden hinterlassen, bei Herrn Huntebrinker, Habemat, bei der GbR Ledendecker/Zimmer, bei der Allegro-Möbel GmbH, 3 Monate keinen Lohn gezahlt. Wir haben Herrn Schülke bei der Ecotec eine Chance gegeben, die nicht von ihm genutzt wurde.