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Publizist Matthias Kneip stellt in der Angelaschule das Nachbarland Polen vor
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Publizist Matthias Kneip stellt in der Angelaschule das Nachbarland Polen vor
Publizist Matthias Kneip stellt in der Angelaschule das Nachbarland Polen vor
Osnabrück. Der Publizist Matthias Kneip vom deutschen Polen-Institut hat den Neuntklässlern der Angelaschule das Land Polen vorgestellt. Dabei ging es um Bernstein, Zwerge und Fußballstadien.
Polnische Städte sind schwarz-weiß wie die Fotos im Geschichtsbuch, und das Volk besteht aus Wodka trinkenden und Autos stehlenden Unholden. So weit charakterisierte Kneip die gängigen Klischees – und das verhaltene Lachen der 100 Schüler zeigte, dass die Stereotype ihnen zumindest geläufig waren. 90 Minuten voller Texte, Anekdoten und Bilder später war den Schülern klar, dass ihr bisheriges Bild vom Nachbarland nicht der Wahrheit entsprach.
„Vier Stadien – vier Städte. Polen stellt sich vor!“ heißt das Lesungsprogramm, mit dem Kneip im Auftrag von Renovabis noch bis Juli durch Schulen des Landes tourt. 1993 hatte die Deutsche Bischofskonferenz Renovabis als Solidaritätsaktion mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa gegründet. Seitdem hat die Aktion nach eigenen Angaben 17500 Projekte in 29 Staaten mit insgesamt fast 520 Millionen Euro unterstützt. Die Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine solle nun helfen, Schülern etwas über die Ausrichterländer näherzubringen, sagte Renovabis-Sprecher Thomas Schumann.
Kneip versuchte das durch Texte, die er zu seinen Reisen durch die EM-Städte Warschau, Danzig, Posen und Breslau geschrieben hatte. Seine literarische Polen-Tour begann er in Warschau, der Hauptstadt, die nach dem Krieg beinahe vollständig zerstört war und heute als ein künstlich geschaffenes Wesen, ein „Frankenstein’sches Geschöpf“, erscheine, wie Kneip es nannte. Doch wer hinter die Fassaden blicke, der erkenne, dass die Stadt „mehr erzählt als der Schein“.
Weiter ging es nach Danzig, laut Kneip eine der schönsten Städte des Landes – und eine Bernsteinmetropole. Die Geburtsstadt von Günter Grass sei ein „touristisches Highlight“, Posen dagegen ein wichtiges Handelszentrum, „wo sich Geschichte und Moderne küssen“. Über Breslau erzählte Kneip, dass es lange gedauert habe, bis das dortige Stadion EM-fein gewesen sei. Außerdem berichtete er von den vielen gusseisernen Zwergskulpturen in der Stadt, die an den Aufstand gegen die Kommunisten erinnern.
Abschließend redete Kneip über Fallstricke der polnischen Sprache und wie Menschen reagierten, wenn jemand die Worte für Urwald und Dose oder Kurve und Hure verwechselte. Damit erntete er ein paar Lacher und unterstrich, dass die Polen keine saufenden und stehlenden Unholde, sondern humorvolle und gastfreundliche Menschen sind.
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