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Tippspiel
Hommage an Freddie Mercury und Queen
Halle. Augen schließen, Vernunft und Verstand mal für kurze Zeit abschalten, und nur der Musik lauschen. Wer das am Sonntagabend im Gerry Weber Event Center in Halle machte, fühlte sich auf ein Konzert der legendären Rockband Queen zurückversetzt. Öffnete man dann die Augen, war ein charismatischer Freddie Mercury zu sehen, der auf der Bühne tänzelte. Ein Kniff in den Arm, ein Blick auf die Konzertplakate, ach ja – zurück in die Gegenwart. Es waren Gary Mullen & The Works, die mit ihrer Queen-Cover-Show die 1100 Zuschauer zum Rocken brachten, sie in „One Night of Queen“ versetzten.
Mit angeklebtem Schnauzbart und engen weißen Klamotten steht der leidenschaftliche Karaoke-Sänger und mit seiner überzeugenden Queen-Performance im Jahr 2000 zum Gewinner der TV-Show „Stars in Their Eyes“ gewählte Gary Mullen im Event-Center-Rampenlicht und gibt gleich beim Einstiegssong „Tie Your Mother Down“ volle Power. Mullen tänzelt von links nach rechts, streckt die Zunge raus, spielt mit dem Mikrofonständer und übt „Echo-Sing-Sang“ mit dem Publikum. Ist es wirklich nicht Freddie, der da vorne steht? „Kommt näher. Wir wollen euch zum Tanzen und Singen bringen. Zwei Stunden sitzen wäre langweilig“, fordert er das noch sitzende Ü-40-Publikum auf.
Drei Songs später donnert der vordergründige, den Rhythmus angebende Bass bei „Another One Bites the Dust“, dem sich nun keiner mehr entziehen kann. Alle stehen und sogar ein Fan-Kreischen, als Mullen sein Hemd abstreift. Okay, sein Brusthaar ist vielleicht nicht ganz so üppig wie beim Original, aber ansonsten stimmt alles. Das Konzert in Halle ist das Letzte der Deutschland-Tournee von Mullen und Gefolge. Deswegen fordern Gary Mullen, Davie Brocket (Gitarre), Billy Moffat (Bass), Malcolm Gentles (Keybord) und Jonathan Evans (Drums): „Ihr müsst heute noch mal alles geben. Seid die Enthusiastischsten, Sexiesten, Stimmungsvollsten.“ Das ostwestfälische Publikum versucht alles, um diese Erwartungen zu erfüllen. Klar ist, dass es mit innbrünstigem Mitsingen beeindruckt: „Ihr singt wirklich schön“, lobt der Sänger mit schottischem Akzent die „boys and girls of Halle“, der zusammen mit seinen „Works“ fast keinen Queen-Klassiker auslässt. Bei der großen „Bohemian Rhapsody“ stoppen die Musiker im Mittelteil, stellen sich an den Bühnenrand und lauschen mit den Konzertbesuchern für ein paar Minuten dem Original. Eine Huldigung an die 1991 im Alter von 45 Jahren an Aids verstorbene Musiklegende Freddie Mercury und die großartigen Musiker von Queen. Die Zugaben „We Will Rock You“ und „We Are the Champions“ lösen die Sitzordnung auf. Fiktion und Realität scheinen zu verschwimmen, als es einige Fans nach vorne zieht, um die vom Sänger entgegengestreckte Hand zu berühren. „Wir konnten damals in der DDR Queen leider nicht live erleben“, berichten die aus Magdeburg stammenden und seit elf Jahren in Bielefeld lebenden Weißmeyers. Edelgard und Jürgen Weißmeyer waren aber schon immer Fans der Rockband, die sie zuerst nur aus TV und Radio kannten. „Queen-Platten gab es bei uns auch nicht zu kaufen.“ Beide sind begeistert von Stimme und Ausstrahlung Mullens. Dann ertönt die englische Hymne, die Band wandert Backstage, eine Queen-Nacht ist beendet, doch der Geist Queens wurde wieder erweckt.
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