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Der Himmel auf Erden im Meppener Museum
Meppen. Mit der Präsentation eines der wenigen archäologischen Funde des vergangenen Jahrhunderts, die weltweites Aufsehen erregt haben, ist das Ausstellungszentrum für die Archäologie des Emslandes an der Koppelschleuse in Meppen am vergangenen Sonntag in das neue Jahr gestartet. In einem abgedunkelten Bereich zieht die im hellen Licht strahlende Nachbildung der Himmelsscheibe von Nebra.
Der 1999 in Sachsen-Anhalt entdeckte spektakuläre Fund gilt – über 3600 Jahre alt – als älteste konkrete Himmelsdarstellung auf der Welt (wir berichteten). Bereits bei der Eröffnung war das Besucherinteresse riesengroß. Nicht zuletzt wohl auch, weil man Dr. Bernd Zich vom Landesamt für Denkmalspflege und Archäologie Sachsen-Anhalt einen ausgewiesenen Fachmann für die Einführung gewonnen hatte.
Der von ihm geleitete Rundgang durch den Sonderbereich des Erdgeschosses führte vorbei an 16 Vitrinen mit weiteren Funden aus der Bronzezeit. Sie vermitteln Einblicke in das Weltbild der Menschen, die um 1600 vor Christi Geburt lebten, in ihre Religiosität, Gebräuche und die soziale Ordnung, in Handwerkskunst und Handelsbeziehungen und lassen Analysemethoden, mit denen Wissenschaftler dieses geheimnisvolle Abbild der bronzezeitlichen Welt entschlüsseln, nachvollziehbar werden.
Spannend wie ein Krimi ist die spektakuläre Odyssee der Himmelsscheibe. Sie beginnt mit dem Piepsen einer Metallsonde, mit der der Straßenbauer Henry Westphal und ein Bekannter am 4. Juli 1999 im Ziegelrodaer Forst auf der Suche nach Orden und Münzen unterwegs waren, und endet im Februar 2002 mit der Sicherstellung des Fundes.
Begleitet wird die Sonderschau, die den Titel „Ein Himmel auf Erden“ von einem museumspädagogischen Konzept, das vor allem die Schulen anspricht. Zudem animieren in Zusammenarbeit mit dem Kunstkreis Meppen konzipierte Mitmach- und Bastelaktionen Familien mit Kindern zum kreativen Handeln. Bereits bei der Eröffnung war das große Himmelsscheiben-Puzzle die Attraktion für die Kinder.
Seit 2006 habe sich der Landkreis um die Präsentation der bronzenen Himmelscheibe und ihren Beifunden bemüht, sagte Landrat Reinhard Winter bei der Eröffnung. Bewusst habe man diese als Familiennachmittag geplant, um die kleinen Besucher auf eine Entdeckungsreise in die Bronzezeit zu schicken. Den emsländischen Schulen, die mit einem speziellen museumspädagogischen Angebot durch das Ausstellungszentrum betreut würden, werde die eine seltene Gelegenheit geboten, unterrichtsbegleitend nicht nur Wissenswertes über die Himmelsscheibe, sondern auch über die entsprechenden zeitgeschichtlichen Hintergründe zu erfahren. Sein besonderer Dank galt der Ausstellungsmanagerin Silke Surberg-Röhr und ihrem engagierten Team. Zusammen mit Zich und Meppens Bürgermeister Jan Erik Bohling schob Winter den Vorhang vor dem Sonderbereich des Museums zur Seite. Die Ausstellung „Ein Himmel auf Erden“ ist bis zum 27. Mai zu sehen.
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