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Spiel mit dem Feuer
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Autor: Uta Biestmann-Kotte 22. Januar 2012 16:49 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

„Biedermann und die Brandstifter“ im Zimmertheater

Spiel mit dem Feuer

Osnabrück. Benzin oder nicht Benzin, das ist hier die Frage. Während sich der zwielichtige Herr Eisenring (Thomas Hanke) unübersehbar mit Kanistern, Zündkapsel und Zündschnur am Boden zu schaffen macht, kann Hausherr Biedermann (Armin Käthner) nur wie ein störendes Requisit dem Treiben zuschauen und große Töne von „Menschlichkeit“ spucken. Die drohende Brandkatastrophe vor Augen, lässt er sich dennoch von den bei ihm einquartierten Herren Eisenring und Schmitz bereitwillig mit Beschwichtigungen und Lügen einlullen.

 
Armin Käthner (links) als Herr Biedermann und Norbert Kauschitz als Herr Schmitz. Foto: Swaantje Hehmann  Vergrößern

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Anlässlich des 100. Geburtstags von Max Frisch erarbeitet, gastierte das Theater in der Kreide aus Münster am Samstag mit dem ironischen Frisch-Klassiker „Biedermann und die Brandstifter“ im Zimmertheater und zeigte die fatalen Auswirkungen von Verblendung und Scheinheiligkeit. Reinhard Stählings Inszenierung, die mit einer skurrilen „Sicherheitsübung“ vom Polizistendarsteller Volker Stephan bereits im Foyer eingeleitet wurde, betonte den absurd-slapstickhaften Charakter des Stücks, in dem sämtliche Darsteller als austauschbare Typen mit clownesk weiß geschminkten Gesichtern auftraten.

Der dreckig lachende, aufdringliche Schmarotzer Schmitz (Norbert Kauschitz), das misstrauische Dienstmädchen Anna (Sophie Hoerster), die hilflos dreinblickende Biedermann-Gattin Babette (Petra Schulte) und nicht zuletzt der nervös auf der Stelle trippelnde Spießer Biedermann, der von „Menschlichkeit“ predigt, gleichzeitig einen von ihm ausgebooteten Erfinder ungerührt in den Selbstmord treibt – sie alle stehen für Typen, die gern mit dem Feuer spielen, ihre wahren Charaktere überspielen und sich bereitwillig von falschen Freunden blenden lassen. Die Absurdität der Handlung gipfelte in einer Zirkuseinlage, in der die Brandstifter, ähnlich wie Chaplins „Großer Diktator“, mit Benzinkanistern als ihren Machtsymbolen jonglierten.

Das Ende der ehrenwerten Biedermann-Gesellschaft wurde schließlich mit der sphärischen Synthesizermusik der Darsteller und Klangkünstler Thomas Schnellen und Thomas Hanke besiegelt. Der Rest war Schweigen.

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