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Bissendorfer Elternrat für Oberschule mit gymnasialem Zweig
Bissendorf. So schnell will der Gemeindeelternrat nicht aufgeben: In einem Schreiben an alle Mitglieder des Osnabrücker Kreistags setzen sich die Bissendorfer für die Einrichtung einer Oberschule mit gymnasialem Zweig am Standort der Haupt- und Realschule ein. Am Samstag, 21. Januar, wollen die Elternvertreter vor den Verbrauchermärkten in den Ortsteilen Wissingen, Schledehausen und Bissendorf Unterschriften sammeln. Die Listen sollen dann in der Sitzung des Bildungsausschusses des Kreistags am 30. Januar übergeben werden.
Zu Erinnerung: Die niedersächsische Landesregierung hat 2010 augrund der schwindenden Schülerzahlen an Hauptschulen eine Schulreform durchgeführt. Demnach dürfen Haupt- und Realschulen zu einer Oberschule verschmelzen. Zudem hat die schwarz-gelbe Koalition die Möglichkeit eingeräumt, an diesen Oberschulen gymnasiale Zweige einzurichten. Für den letztgenannten Weg haben sich die Bissendorfer entschieden. Eine Befragung der Eltern, deren Kinder eine der drei örtlichen Grundschulen besuchen, ergab eine breite Zustimmung für dieses Vorhaben.
Im Oktober des zurückliegenden Jahres hat der Bissendorfer Gemeinderat einen entsprechenden Antrag an die niedersächsische Landeschulbehörde gestellt. Die Umstellung sollte zum August 2012 erfolgen. Oberschulen mit gymnasialem Zweig benötigen zudem die Zustimmung des Landkreises. Und dieser hatte schnell als Ausschlusskriterium verkündet, dass von diesen erweiterten Oberschulen kein Landkreis-Gymnasium im Bestand gefährdet werden darf. Nahezu alle Bissendorfer Gymnasiasten besuchen allerdings eine Schule in Osnabrück. Die Kommune wähnte sich auf der sicheren Seite. Aber die Chancen sind gesunken. Kreisrat Matthias Selle hat diesen Monat erklärt, dass die Verwaltung der Politik vorschlagen wird, in diesem Jahr erst einmal auf die Einführung solcher Angebote zu verzichten. Es soll zunächst ein Schulentwicklungsplan auf Kreisebene erarbeitet werden.
„Der komplette Gemeindeelternrat ist empört und aufgebracht“, sagte der stellvertretende Vorsitzende Ulf Maringer. „Wir haben sehr viele Stunden damit verbracht, zusammen mit der Schule ein Konzept zu erarbeiten.“ Der Gemeindeelternrat wolle, dass der Schulstandort Bissendorf gestärkt werde. In dem Schreiben an die Mitglieder des Kreistages heißt es: „Es ist uns völlig unverständlich, dass ein rechtskräftiger Beschluss des Landtags in Hannover auf der kommunalen Ebene in Osnabrück nicht umgesetzt wird.“ Und weiter: „Diese Vorgehensweise stellt für uns die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen in die politischen Entscheidungsträger sehr infrage.“ Der Kreistag entscheidet am 27. Februar. Dieses Wochenende gehen sowohl die Gruppe CDU/FDP/UWG als auch die Gruppe SPD/UWG in Klausur.
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