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Hoyeler Hühnerfarm lässt sich von Billig-Einfuhren nicht entmutigen
Riemsloh. Seit dem 1. Januar ist die konventionelle Käfighaltung von Legehennen in der gesamten Europäischen Union verboten. Dennoch hören die verunsicherten Verbraucher immer wieder von der Einfuhr illegaler Eier aus Nachbarstaaten wie Polen, Frankreich oder Spanien. Darüber verärgert ist auch der Hoyeler Legehennenhalter Klaus Honerkamp.
Bereits 2009 wurde die Käfighaltung bundesweit abgeschafft, und seitdem gehen die deutschen Eierproduzenten mit gutem Beispiel voran. Zum Jahresbeginn 2012 gilt das Verbot der Käfighaltung endlich in der gesamten EU und sollte damit eigentlich überall für gleiche Marktchancen sorgen. „Seit zwölf Jahren wissen die Hühnerhalter in der EU, wann das neue Gesetz kommt. Einige sind aber so dickfellig, dass sie einfach nichts gemacht haben, und werden dafür jetzt auch noch belohnt“, beschwert sich Honerkamp über die offensichtliche Ungerechtigkeit.
„Wer beim Eierkauf auf die DE-Kennzeichnung achtet, ist jetzt auf der sicheren Seite“, hat der Landwirt eine praktische Einkaufshilfe für die Verbraucher parat. Die Folgen der Einfuhren ausländischer Käfigeier für ihn und andere deutsche Hühnerhalter will er aber nicht übertreiben: „Wir leben ja seit Jahren mit Wettbewerbsnachteilen und haben uns trotzdem behauptet.“ Der Hof Honerkamp hat die letzten Käfige bereits 2003 abgeschafft, schon lange vor dem gesetzlichen Zwang. Diese Entscheidung erwies sich auch in betriebswirtschaftlicher Hinsicht als vorteilhaft, denn die Nachfrage nach Eiern aus tiergerechter und regionaler Haltung nahm beständig zu.
Dennoch müsse er wegen der laxen Umsetzung des europäischen Rechts weiterhin Nachteile hinnehmen: Denn die Billigeier von 46,7 Millionen illegalen Käfig-Hühnern (14 Prozent aller Hennen in der EU) sorgen bei Eiern aller Qualitätsstufen für einen allgemeinen Preisdruck nach unten, auch wenn der weitaus größte Teil für die Weiterverarbeitung in Teigwaren der Lebensmittelindustrie verwendet wird. „Die ungleichen Voraussetzungen in den EU-Staaten führen im Zusammenspiel mit offenen Grenzen bei uns zu Verlusten, deren Höhe aber nicht seriös beziffert werden kann“, meinte Honerkamp.
Es gäbe zwar fast keine Klasse-3-Eier (aus Kleingruppenhaltung) mehr in den Regalen der Verbrauchermärkte, dennoch würden diese billigen Eier den Markt erheblich beeinflussen. Denn 50 Prozent aller Eier würden in der industriellen Lebensmittelproduktion verarbeitet. Für diese in Pizzen, Kuchen, Fertigsuppen und sonstigen Gerichten versteckten Flüssigeier der Kategorie B gibt es bislang keine Kennzeichnungspflicht. Möglicherweise ist der Verkauf derartiger Eier aus engen Käfigen in Belgien, Italien, Holland, Lettland und vielen weiteren EU-Staaten an deutsche Lebensmittelproduzenten sogar zulässig. Deshalb fordert Klaus Honerkamp eine Kennzeichnungspflicht auch für alle Produkte, die Eier enthalten.
Ansonsten ist der Landwirt kein Freund ausufernder Regelungen. Der Diplom-Agraringenieur ist überzeugt, dass die Verbraucher und das Marktgeschehen die entscheidenden Faktoren für die landwirtschaftliche Zukunft sind. Gesunde unbelastete Nahrungsmittel und tiergerechte Haltungsformen werden nach seiner Überzeugung immer wichtiger. Deshalb sucht er nach Möglichkeiten, seine beiden Sparten Bodenhaltung und Freilandhaltung noch um einen Bio-Hühnerhof zu erweitern. Mit seiner ersten größeren Freilandhaltung hat der Hoyeler Hühnerhof bereits 1997 begonnen.
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