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Kreis-Gebäude in Papenburg soll bis Ende Januar geräumt sein
Papenburg/Esterwegen. Die alte Heimat des Dokumentations- und Informationszentrums (DIZ) Emslandlager in Papenburg steht seit einigen Monaten weitgehend leer. Im Herbst 2011 zog das DIZ in die neu eröffnete Gedenkstätte Esterwegen. Wie das Gebäude in der Wiek rechts, das dem Landkreis Emsland gehört, künftig genutzt werden soll, ist derzeit noch unklar. Das teilte die Kreisverwaltung auf Anfrage unserer Zeitung mit.
Fest steht nach den Worten der Sprecherin des Landkreises, Anja Rohde, allerdings, „dass es auf jeden Fall eine Nachnutzung geben wird“. Nur über die Art der Folgenutzung sei bisher keine Entscheidung gefallen. Noch hätten die DIZ-Mitarbeiter das Gebäude auch nicht komplett geräumt. „Die Eröffnung der Gedenkstätte in Esterwegen hatte Vorrang“, erklärte Rohde. Die letzten Umzugskartons würden das Haus „in den kommenden Tagen“ verlassen.
DIZ-Leiter Kurt Buck kündigte auf Anfrage an, dem Landkreis das Gebäude Ende Januar übergeben zu wollen. Bis dahin sollen die letzten Kisten aus dem Haus geschafft werden. Dabei handelt es sich laut Buck ausschließlich um Kartons mit Büchern, insgesamt etwa 3000 Exemplare. „Die müssen alle noch mit einer Signatur versehen werden“, sagte Buck. Dann sollen auch sie Eingang in die Bibliothek der Gedenkstätte finden. Die DIZ-Bibliothek mit Literatur zur NS-Geschichte, ursprünglich als kleine Handbibliothek eingerichtet, umfasst mehr als 6000 Bücher, Zeitschriften und Broschüren.
In der Wiek rechts hatte das DIZ mehr als 25 Jahre seinen Sitz. 1985 richtete es der vier Jahre zuvor gegründete Verein Aktionskomitee Emslandlager dort in der ehemaligen Stellmacherei Röttgers ein. An derselben Stelle wurde ab 1991 ein Neubau errichtet. Die Initiative ging seinerzeit vom Landkreis Emsland aus. Unterstützt wurde das Vorhaben vom Land Niedersachsen und der Stadt Papenburg. Die Eröffnung fand im September 1993 im Rahmen eines internationalen Treffens ehemaliger Häftlinge der NS-Emslandlager statt. Das Haus beherbergte eine Dauerausstellung mit einer Vielzahl von Exponaten ehemaliger Lagerinsassen, anhand derer die Geschichte der Emslandlager während des Regimes der Nationalsozialisten (1933–1945) dargestellt wurde. In einem zweiten Ausstellungsraum wurden Wechsel- und Dauerausstellungen gezeigt.
Seit November vergangenen Jahres leisten die Mitarbeiter des DIZ in Zusammenarbeit mit der Stiftung Gedenkstätte Esterwegen, dem Träger der Einrichtung, die Gedenkstättenarbeit. Kurt Buck und seine Kollegen haben sich an ihrem neuen Standort inzwischen gut eingelebt. „Wir fühlen uns hier sehr wohl“, sagte der DIZ-Leiter.
Die Gedenkstätte ist von November bis März dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr, von April bis Oktober dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Von Mitte Dezember bis Mitte Januar bleibt sie geschlossen.
Weitere Infos im Internet unter www.diz-emslandlager.de sowie unter Telefon 05955/988950.
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18.05.2012
