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Zwischen Aquarell und Acryl: Paul Wessler lehrt den richtigen Pinselstrich an der VHS Bramsche
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Zwischen Aquarell und Acryl: Paul Wessler lehrt den richtigen Pinselstrich an der VHS Bramsche
Zwischen Aquarell und Acryl: Paul Wessler lehrt den richtigen Pinselstrich an der VHS Bramsche
Engter. Malen ist nicht gleich Malen: Gegenwärtig genießt die Arbeit mit Acrylfarben einen hohen Stellenwert – „meiner Meinung nach ganz zu Unrecht“, sagt Paul Wessler. Die Acrylmalerei bietet der 62-Jährige in seinem Kurs an der Volkshochschule (VHS) Bramsche nur an, „um dem Mainstream gerecht zu werden“.
Paul Wessler wollte Lehrer werden. Eigentlich. Bis ihm im Referendariat klar wurde, dass das doch nicht der richtige Beruf für ihn sein sollte. „Ich habe Kunst studiert, also was wurde ich? Freischaffender Künstler“, erzählt er. Ganz loslassen wollte ihn die Pädagogik allerdings auch nicht. Um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, heuerte er bei der VHS Bramsche an – „1983 oder 84, das kann ich nicht genau sagen. Das ist schon so lange her.“
Seitdem gibt Wessler in jedem Semester einen Kurs und weiht seine Schüler in die Geheimnisse der Malerei ein. Immer donnerstags. „Das ist immer so gewesen, und das wird auch so bleiben“, sagt er.
Was sich geändert hat, sind die Vorlieben der Kunden. Aquarellmalerei sei im Laufe der Jahre „ins Hintertreffen geraten“. Bei seinem Einstieg sei er einer der Ersten gewesen, die Kunstkurse an der VHS gaben. „Heute gibt es fast ein Überangebot.“ Auch deshalb öffnete er seinen Kurs vor zwei Semestern für andere Stilrichtungen. „Dann kommen wieder mehr Teilnehmer, hoffe ich.“ Dabei ist er von Acrylmalerei wenig begeistert.
Malerische Grundsätze wie Farbkontraste und die Bildkomposition ließen sich in allen Techniken erlernen. „Das ist überall das Gleiche.“ Aber gerade Aquarelle seien „ein guter Lehrmeister, um grundsätzliche Dinge über die Malerei zu lernen“. Man brauche „eigentlich nur ein paar Farbnäpfchen, Wasser und Pinsel und kann loslegen“. Auf ein „eigentlich“ folgt jedoch nicht selten – und auch in diesem Fall– ein „aber“: Aquarellmalerei sei die schwierigste Technik, weil der Künstler „so gut wie keine Korrekturen vornehmen kann“. Ein falscher Pinselstrich bleibt bestehen. Eine große Herausforderung für Anfänger.
Anders die Acrylmalerei: „Jeder Laie kann sofort volles Programm malen.“ Die deckende Malerei sei sehr viel einfacher, erklärt Wessler. Neulinge könnten „blindlings auf die Leinwand losstürmen. Und wenn etwas schiefgeht, kann man gleich wieder loslegen, so oft man will, technisch völlig unkompliziert.“
Wenn Wessler sich nicht gerade bei der VHS oder als Honorarkraft an der Kunstschule im emsländischen Lingen verdingt, arbeitet er in seinem Atelier in Engter. Besuch in dem Häuschen im Garten an der Pastor-Wasmuth-Straße 8 sei nach Absprache gerne gesehen, sagt er.
Kunstinteressierte hat der 62-Jährige in seiner nebenberuflichen Lehrerkarriere schon so viele kommen und gehen sehen, dass er aufgehört hat zu zählen.
Nur ein Semester lang zu malen „reicht nur zum Reinschnuppern. Einen Kurs zu machen und dann zu denken ,Jetzt kann ich das‘ – das ist ein Irrtum“, berichtet Wessler. Viele Teilnehmer habe er über mehrere Jahre in seinen Kursen sitzen gehabt, „bis sie sich freigeschwommen haben“.
Inzwischen stellen einige seiner Schüler eigenständig ihre Werke aus. „Ich beobachte das ja“, sagt Wessler. Wenn er einen Schüler so weit bringt, dann erfreut das natürlich. Auch wenn in ein paar Jahren vielleicht das ein oder andere Bild in Acryltechnik dazugehört.
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