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Tierhilfe Melle erhebt schwere Vorwürfe gegen die Stadt Dissen
Dissen. Kümmert sich die Stadt Dissen nicht ausreichend um ihre Fundtiere? Über dieses Thema wird derzeit in der Apfelstadt vielfach diskutiert, nachdem der Verein Tierhilfe Melle auf seiner Internetseite schwere Vorwürfe gegen das Ordnungsamt erhoben hat. In der jüngsten Ratssitzung wies Bürgermeister Hartmut Nümann den Inhalt der Meldung als „falsch“ zurück und kündigte rechtliche Schritte an, sollten weiterhin „derartige Falschaussagen“ in Umlauf gebracht werden.
Auf ihrer Homepage behauptet die Tierhilfe Melle, dass „häufig“ Bürger aus Dissen mit dem Hinweis anriefen, sie würden beim Ordnungsamt abgewimmelt, wenn es um die Unterbringung eines Fundtieres gehe. Da sei es auch völlig egal, ob es sich um ein hilfloses Jungtier oder um ein verletztes Tier handele.
Den Standardsatz: „Da sind wir nicht zuständig“ müssten sich die Bürger regelmäßig anhören, heißt es auf der Seite weiter. Hingegen lobt die Tierhilfe andererseits die Gemeinden Bad Rothenfelde, Bad Laer und Hilter, bei denen „der Tierschutzgedanke schon Einzug gehalten“ habe.
Konkret beschreibt die Tierhilfe das Schicksal eines unkastrierten Katers aus Dissen, der am 13. Januar bei dem gemeinnützigen Verein von aufmerksamen Mitbürgern abgegeben worden war. Das Tier müsste dringend zum Tierarzt, lautet es auf der Homepage weiter. Ein Anruf beim Ordnungsamt habe ergeben: „Wir können nicht jedes Tier aufnehmen. Das gehört schon irgendwohin.“
Schließlich bittet die Tierhilfe um Verständnis, in Zukunft keine Tiere mehr aus Dissen aufnehmen zu können. Die finanziellen Mittel und die freien Plätze seien leider begrenzt: „Und wir müssen natürlich die Gemeinden bevorzugen, die sich an gewisse Regeln halten“, schreibt die Tierhilfe.
Diese Darstellung wies Hartmut Nümann in der Sitzung am Montag „in aller Form“ zurück. Die Stadt Dissen wisse sehr wohl, wie sie mit Fundtieren umzugehen habe: „So werden Fundtiere zum Tierheim nach Osnabrück gebracht, da die Stadt Mitglied des Vereins Tierschutz Osnabrück und Umgebung ist. Für die Aufnahme und Betreuung erhält der Verein einen Zuschuss“, betonte Nümann.
Außerdem würden verletzte Tiere zum örtlichen Tierarzt gebracht, die Tierarztrechnungen würden anschließend von der Stadt Dissen bezahlt: „Die Verwaltung der Stadt Dissen ist somit auf Belehrungen seitens Dritter nicht angewiesen“, führte der Bürgermeister aus. Allerdings werde die Verwaltung in Zukunft nur noch tätig, wenn die Anrufer ihren Namen, Adresse und eine Telefonnummer angäben: „Anonyme Anrufe werden künftig nicht mehr bearbeitet“, stellte Nümann klar. Denn genau hier liege das Problem: Oftmals nennen Anrufer ihre Namen nicht.
Unterdessen hält die Tierhilfe Melle an ihren Vorwürfen fest: „Es sind Tatsachen, dass behauptet wird, man sei nicht zuständig und habe kein Interesse, die Fundtiere aufzunehmen“, erklärte die erste Vorsitzende Gaby Lampe auf Nachfrage. Nach ihren Worten habe es „noch nie positive Rückmeldungen aus Dissen“ gegeben. Von daher sei „irgendwann Schluss“, dass in Dissen gefundene Tiere aufgenommen würden. Sie behält sich eine Dienstaufsichtsbeschwerde vor.
Hartmut Nümann reagierte darauf gestern gelassen. Die Tierhilfe hole zu einem „pauschalen Rundumschlag gegen die Stadt Dissen aus“. Die im Zusammenhang mit dem unkastrierten Kater angegebenen Daten, Fakten und Zeiten stimmten nachweislich nicht.
Hier würden Unwahrheiten behauptet. In anderen Fällen liegen der Stadt nachweislich Rechnungen von Tierärzten vor.
Der 2008 gegründete gemeinnützige Verein Tierhilfe Melle ist Mitglied im Deutschen Tierschutzbund. In der Auffangstation werden derzeit 29 Katzen sowie diverse Kleintiere betreut.
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