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Bad Iburg: Neuer Antrag für Hähnchenmaststall liegt vor
Bad Iburg. Mit den Worten „Was anzunehmen war, ist jetzt eingetreten“ eröffnete Detlef Ziegelscheck, Vorsitzender des Vereins „Sauberes Bad Iburg“, am Montagabend in der Gaststätte Wiemann-Sander in Glane die gut besuchte Informationsveranstaltung zur geplanten Großmastanlage im Bad Iburger Stadtteil Ostenfelde.
Aufgrund von Beeinträchtigung einer Windkraftanlage und der zahlreichen Einwendungen, die beim Landkreis Osnabrück eingegangen waren, ist das Verfahren zunächst eingestellt worden. Jetzt hat der Hähnchenmäster Wesselkock einen neuen Antrag eingereicht.
Viel habe sich im neuen Antrag nicht geändert, so der Osnabrücker Rechtsanwalt Henning Bahr, der die Gegner der Mastanlage in ihren Anliegen begleitet. Der neue Standort liegt 100 Meter weiter von der Bundesstraße entfernt, und ein sogenannter „Emsland-Filter“ sei vorgesehen. Dieser Filter stelle allerdings keine vernünftige Filterung der gesundheitsschädlichen Feinpartikel und Gerüche sicher.
Die bisherigen Einwendungen gegen die Hähnchenmastanlage griffen nach wie vor, müssten allerdings neu vorgetragen werden, da mit dem aktuellen Antrag ein neues Verfahren begonnen habe, so Bahr.
Bis zum 6. Februar liegt Wesselkocks Antrag inklusive dazugehöriger Karten zur öffentlichen Ansicht bei der Stadt Bad Iburg aus. „Nicht nur die direkten Anlieger, sondern auch entfernter Betroffene sollten mal einen Blick auf die Karten werfen“, riet der zweite Vorsitzende des Vereins „Sauberes Bad Iburg“, Hermann-Josef Wienker. „Der Belastungsgrad einzelner Grundstücke wird dort angezeigt.“
Einwendungen haben bis zum 20. Februar bei der Stadt Bad Iburg oder beim Landkreis Osnabrück, Fachbereich Planen und Bauen, einzugehen. „Jeder, der mit den Begleiterscheinungen einer industrialisierten Tierhaltung nicht einverstanden ist, sollte sich mit einbringen“, sagte Ziegelscheck, der betonte, dass nicht nur die geplante Anlage verhindert, sondern die Landwirtschaft insgesamt in eine umweltverträglichere Richtung geändert werden müsse.
„Bevor mit einem Gutachten die Emission durch die Mastanlage festgestellt wird, sollte man mal die bereits vorhandene Luftverschmutzung messen“, schlugen Anlieger des Gebiets Am Rott, Ostenfelde und Riesweg vor. Sie beschwerten sich über Gestank und Schmutzpartikel, die seit Mai des zurückliegenden Jahres ihre Fenster, Autos und Gärten bei Süd-, West- oder Südwestwind überziehen würden. Bis jetzt gebe es keine Klärung zur Ursache der Verschmutzung. Obwohl Stadt und Landkreis über das Problem informiert seien, hätten die Betroffenen noch keine Unterstützung erfahren. Eine Laboruntersuchung im Auftrag des Landkreises stellte keine Keimbelastung fest. Das Gutachten, das daraufhin ein Anlieger auf eigene Kosten erstellen ließ, sagt anderes aus: Verschiedene giftige Stoffe seien festgestellt worden, darunter krebserregende Weichmacher, die aus Futterzusatzstoffen stammen könnten, hohe Konzentrationen an Stickstoff und Enterokokken, die für eine organische Belastung aus Tierfäkalien sprechen würden. Die Betroffenen vermuten, dass nun an der B 51 neu entstandene Schweinemastställe Ursache der Belastungen seien.
Am 6. Februar findet der nächste Informationsabend um 19.30 Uhr in der Gaststätte Wiemann-Sander statt.
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