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Landrat Lübbersmann über „Wohnen im Alter“
Neuenkirchen. Der demografische Wandel als ein langsamer, unspektakulärer Prozess werde zurzeit noch nicht richtig wahrgenommen, aber die Veränderung komme jetzt mit Wucht, und sie komme auch im ländlichen Raum.
Das stellte Dr. Michael Lübbersmann, Landrat des Landkreises Osnabrück, auf dem Neujahrsempfang der Gemeinde Neuenkirchen fest. Er sprach zum Thema „Wohnen im Alter“. Verlässliche Strukturen, die auch älteren und alten Mitbürgern das Wohnen im ländlichen Raum ermöglichen, können geschaffen werden, so seine Ansicht.
In Neuenkirchen wohnten derzeit 225 Personen über 75 Jahre, aber im Jahr 2050 werden es 1200 sein, so die Prognose. Damit die dörfliche Gemeinschaft ein Zukunftsmodell werden kann, bedürfe es aber der Anstrengung aller, erklärte Dr. Lübbersmann. Wichtig sei, sich in jüngeren Jahren ein Netz aus Nachbarschaftshilfe aufzubauen.
Gerade das könnten die jungen Alten, zu denen man die 55- bis 70-Jährigen zähle, sehr gut bewerkstelligen. Sie seien noch fit und mobil und könnten sich in vielfältiger Weise in der dörflichen Gemeinschaft einbringen. Das Dorf könne durch Engagement füreinander ein Ort der Solidargemeinschaft werden, von denen zum einen Familien mit Kindern, zum anderen alte Menschen und Hochbetagte profitieren, die ihren Lebensabend im vertrauten Umfeld verbringen möchten.
Zudem müsse jeder, der Wohneigentum besitze, dafür sorgen, dass bei Bedarf sein Haus an die Erfordernisse des altersgerechten Wohnens angepasst werde. Für Hausbesitzer, deren Häuser in den 50er- bis 70er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts gebaut worden sind, sei das ein wichtiges Thema. Hinzu komme, dass auf alle Fälle gute Versorgungsstrukturen vor Ort etabliert werden müssen. Gut erreichbare Ärzte und wohnortnahe Einkaufsmöglichkeiten seien unerlässlich.
Um solche Strukturen zu schaffen, gebe es inzwischen auch Fördermittel vom Bund, erläuterte Dr. Lübbersmann. Der Landkreis Osnabrück werde entsprechende Entwicklungen gezielt vorantreiben.
Aber: Die gesamte Gesellschaft muss aktiv werden, um den Prozess des Wandels zu meistern. Gefragt sind neben guten Rahmenbedingungen auch Eigenverantwortung und Solidarität.
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Es bleibt nach der Lübbersmannrede in Neuenkirchen ein Schimmer Hoffnung, dass er seine CDU als Landrat endlich mehr an der Wirklichkeit von Notwendigkeiten orientiert.