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Kein Schnellschuss bei Oberschule mit gymnasialem Zweig
Osnabrück. Die Entscheidung, ob es ab kommendem Schuljahr Oberschulstandorte mit gymnasialem Zweig im Landkreis gibt, fällt endgültig erst in der nächsten Kreistagssitzung am 27. Februar, und die Hoffnung der Antragsteller stirbt bekanntlich zuletzt. Aber die Chancen, dass Kommunen diese Variante ab August 2012 anbieten können, um die Attraktivität ihrer Schulstruktur zu sichern, dürften nur noch minimal sein.
Kreisrat Matthias Selle bestätigte gegenüber unserer Zeitung, dass die Verwaltung der Politik vorschlagen wird, in diesem Jahr erst einmal auf die Einführung solcher Angebote zu verzichten. Es soll zunächst ein Schulentwicklungsplan auf Kreisebene erarbeitet werden. Begründung des für die Bereiche Soziales, Jugend und Schulen zuständigen Dezernenten: „Die Situation hat sich grundlegend verändert. Als wir vor zwölf Monaten in die Diskussion eingestiegen sind, lag uns lediglich ein Antrag der Gemeinde Hagen für eine Oberschule mit gymnasialem Zweig vor.“ Inzwischen seien Bissendorf sowie Hasbergen hinzugekommen. Weitere zehn Kommunen tragen sich nach seinen Angaben mit dem Gedanken, in naher Zukunft entsprechende Beschlüsse zu fassen.
Diese Entwicklung habe Auswirkungen auf die gesamte Schullandschaft im Landkreis. Es müsse geprüft werden, ob dadurch die bestehenden Landkreis-Gymnasien in ihrem Bestand gefährdet werden. Dabei gehe es nicht nur um die heutige Situation, sondern es sei auch zu berücksichtigen, dass aufgrund der demografischen Entwicklung sich die Schülerzahl um rund 25 Prozent verringern werde.
Selle: „Wir wollen nicht durch Einzellösungen der weiteren Diskussion über die Weiterentwicklung der Schulstruktur im Landkreis vorgreifen, sondern für alle Ergebnisse offen sein. Es ist notwendig, hier einen detaillierten Kriterienkatalog zu erarbeiten.“
Die Entscheidung liege aber bei den Kreistagspolitikern, die das Thema in der Sitzung des Bildungsausschusses Ende Januar und im Kreistag am 27. Februar auf der Tagesordnung haben. Ein für kommenden Donnerstag geplanter Workshop für die Bereiche Belm, Bissendorf, Bad Essen, Bohmte und Wittlage wurde vor dem Hintergrund der Verwaltungsposition bereits kurzfristig abgesagt – zur Verärgerung von Bissendorfs Bürgermeister Guido Halfter: „Ich bin fassungslos über dieses Verhalten. Irgendwann reicht es. Erst werden wir auf einen Weg geführt und erfüllen alle im Vorfeld genannten Kriterien, und dann wird kurz vor dem Ziel plötzlich die Notbremse gezogen.“ Er kritisiert auch, dass es bisher keinen Zeitplan für einen kreisweiten Schulentwicklungsplan gebe, und erinnert daran, dass ein solcher Vorschlag aus Bissendorf Anfang 2010 vom Landkreis nicht weiterverfolgt wurde.
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07.04.2012
