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Autor: Rainer Westendorf 10. Januar 2012 17:24 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

Stiftung engagiert sich

Hunteburg: Finanzierung der Pastorenstelle gesichert

Hunteburg. Die im Jahr 2009 zur Erhaltung der vollen Pfarrstelle in der evangelischen St.-Matthäus-Gemeinde Hunteburg anerkannte Stiftung hat erfolgreich an der Bonifizierung der Landeskirche Hannover teilgenommen. Die Stiftung erhält die Maximalförderung von 40000 Euro.

 
Vor dem Altar in der St.-Matthäus-Kirche. Im Bild von links, vordere Reihe: Hans-Jürgen Schick, Martin Käthler und Steffen Karwey. Dahinter von links: Edith Röschke, Eckhard Koch, Hildegard Keil, Ewald Strohbecke, Hans-Jürgen Keil sowie Pastor Hans Jürgen Milchner. Foto: Rainer Westendorf  Vergrößern

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Martin Käthler, Stiftungsmanager der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover, überreichte den symbolischen Scheck in Hunteburg im Beisein von Pastor Hans Jürgen Milchner sowie Vertretern von Kirchenvorstand und Stiftung.

„Das ist wirklich eine erfreuliche Sache, die wir heute bekannt geben können“, sagte Pastor Milchner. Anlass der Stiftungsgründung vor knapp drei Jahren war der Zwang zum Sparen bei der Landeskirche, die die Pastorenstellen finanziert.

Eigentlich sollte es für Hunteburg mit rund 1700 Gemeindemitgliedern ab 2009 nur noch eine halbe Stelle (für eine ganze sind 2700 erforderlich) geben. Die St.- Matthäus-Gemeinde verfügte ohnehin nur über eine Dreiviertel-Stelle, zuständig für das vierte Viertel: Sondermittel der Landeskirche. Der Kirchenkreis Melle-Wittlage beschloss allerdings, mithilfe eines Überleitungsfonds für den Planungszeitraum bis Ende 2012 den Istzustand zu erhalten.

Und diesen Zeitpunkt haben die Ehrenamtlichen von Verwaltungsrat und Revisionsrat der Hunteburger Stiftung im Auge. Bis dahin sollte so viel Geld gestiftet worden sein, dass aus den Erträgen der Stiftung die Pfarrstelle mitfinanziert werden kann. Anvisiert wurde ein Betrag von 400000 Euro. Heute haben die Initiatoren in Huntebur sogar eine Summe von 420000 Euro. Ab 2013 wird also nun die volle Pastorenstelle mithilfe der Stiftungskapitalerträge ausfinanziert. Der 1. Januar 2013 markiert ohnehin eine Zeitenwende für die Wittlager Kirchengemeinden. Dann tritt die Fusion mit dem Kirchenkreis Bramsache in Kraft. Der Kirchenkreis Melle-Wittlage ist dann Geschichte.

Das war Anlass, im Jahr 2008 über die Gründung einer Stiftung in Hunteburg nachzudenken und schließlich zu beschließen. Im künftigen Kirchenkreis wird die Stelle in Hunteburg übrigens zu drei Vierteln finanziert. Die Restfinanzierung erfolgt dann über die Stiftung. Details müssen noch verhandelt werden. So könnte der Kirchenkreis Bramsche wiederum den Stiftungsanteil bezuschussen.

„Die Stiftung dient ausschließlich dem Erhalt der vollen Pfarrstelle“, betont Kirchenvorstand Hans-Jürgen Schick. Das Startkapital vor drei Jahren betrug 110000 Euro – eine Erbschaft. Aktive der Kirchengemeinde haben durch verschiedene Aktionen dafür gesorgt, dass das Grundkapital Schritt für Schritt erhöht werden konnte. Bei Stiftungen ist es so, dass nur die Erträge aus dem Kapital verwendet werden dürfen. In diesem Fall also für die Finanzierung der Pfarrstelle, das Grundkapital darf nicht angerührt werden.

Was hat die Bonifizierung mit der Stiftung und der Pfarrstelle in Hunteburg zu tun? „Mit der Bonifizierung sollen die kirchlichen Arbeitsfelder vor Ort – durch Gründung von Stiftungen – langfristig finanziell sichergestellt werden“, erläutert Martin Käthler. Die Landeskirche belohnt so das Engagement vor Ort, in dem ein Bonus gezahlt wird. Die jeweiligen Stiftungen müssen bei der Landeskirche anerkannt sein und laut Satzung ausschließlich kirchlichen und diakonischen Zwecken dienen.

Ein langfristiges Projekt. Hintergrund: Schon heute ist abzusehen, dass aufgrund der demografischen Entwicklung die Zahl der Kirchengemeindemitglieder und damit auch die finanzielle Kraft der Landeskirche abnehmen wird.

Derzeit zählt die Landeskirche Hannover noch 2,9 Millionen Mitglieder in rund 1320 Gemeinden. In den kommenden Jahrzehnten wird die Zahl auf 2,2 Millionen Gemeindemitglieder sinken. Darauf mus sich die Kirche einstellen – und Gegenstrategien entwickeln. Die Gründung von Stiftungen ist ein Weg, um hier einen Ausgleich zu schaffen. Im Jahr 2000 gab es im Gebiet der Landeskirche Hannover 85 Stiftungen. „Seitdem sind 326 Neugründungen dazugekommen“, so der Gast aus Hannover.

Für die Bonifizierung wird jeweils ein Zeitraum von zwei Jahren zugrunde gelegt. Geprüft wird, ob eine Stiftung aktiv war und sogenannte Zustiftungen erhalten hat. Ist dies der Fall, kann der Bonus gegeben werden. Hat sich bei der einer Stiftung „nichts getan“, gibt es auch keine Bonifizierung.

Bei der mittlerweile dritten Bonifizierungsaktion der Landeskirche vom 1. Juli 2009 bis 30. Juni 2011 sind Gelder in Höhe von 4,7 Millionen Euro ausgeschüttet worden. Die Förderquote heißt 3:1. Das bedeutet, dass für drei Euro eingeworbene Drittmittel einer Stiftung ein Euro von der Landeskirche dazugelegt wird. Der Höchstförderbetrag ist jedoch auf 40000 Euro beschränkt. Die Hunteburger waren so fleißig, dass sie diese Höchstfördersumme erhalten. Das haben insgesamt 42 Stiftungen im Gebiet der Landeskirche Hannover geschafft. Möglich wurde der Erfolg in Hunteburg, weil viele Gemeindemitglieder an einem Strang ziehen.

„Dieses tolle Ergebnis ist für die kleine St.-Matthäus-Kirchengemeinde mehr als hervorragend“, betonen denn auch Hans-Jürgen Schick, Steffen Karwey und Eberhard Clamor Freiherr von dem Bussche als Vertreter der Stiftung.

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