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Winterkonzerte der Blaskapelle Gesmold im Jubiläumsjahr
Gesmold. Wann kommt es vor, dass ein Sportverein auf seine Trainingsstunden verzichtet? Schimmel? Nein. Wasserschaden? Nein. Die richtige Antwort: Victoria Gesmold überließ für die Winterkonzerte am Wochenende der Blaskapelle die Turnhalle ganz freiwillig.
Dass große Ereignisse ihre Schatten vorauswerfen, ist wohl bekannt. Und mit ihren diesjährigen Winterkonzerten gaben die Bläser der Blaskapelle Gesmold einen Vorgeschmack auf ihre Jubiläumsfeier im Mai. Auf sage und schreibe 50 Jahre Geschichte darf die Kapelle mit Recht stolz sein. Und mit dem Riesenspaß am Musizieren präsentierte Clemens Oberwestberg, der die Kapelle einst gründete, ein Programm, das eine musikalische Reise versprach und hielt.
Marsch und Musical, Volksmusik und Schlager, Tophits, Jazz und Rock ’n’ Roll, sogar Melodien aus der klassischen Ecke für Blasorchester arrangiert: Eigentlich gibt es wohl nichts, was die Gesmolder nicht spielen. Und damit begeisterten sie wieder einmal alle Generationen im Publikum. Wenn dann zusätzlich das Auge sozusagen mitisst und sowohl Lichteffekte als auch Bühnendekoration Abwechslung ohne Ende bieten, dann sind vier (in Worten „vier“) Stunden Musikprogramm wie im Fluge vorüber.
Dass die Bläser ihr Publikum verehrten, zeigten sie mit ihrem Einmarsch durch die langen Tischreihen: Sie verschenkten Rosen. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Guido Kleine-Kalmer übernahm Conférencier Horst Allrutz nach bewährter Manier das Mikrofon und führte launig durch das Riesenprogramm.
Die Gesangssolisten Angela Oberwestberg und Richard Westphal eröffneten den Reigen volkstümlicher Melodien. Heiner Brinkmann sang aus dem Musical „My fair lady“ und später italienische Welthits. Anja und Jörg Oberwestberg und Tom Brands brachten dann mit dem Schlussmedley und den Tophits der letzten 50 Jahre von Siw Malmquist bis Connie Francis, von Udo Jürgens bis Status Quo, von Peter Maffay über die Schürzenjäger bis zu Helene Fischer die Zuhörer auf die Füße und sorgten für einen vielstimmigen Mitsingchor.
Wie gesagt, auch fürs Auge gab es eine Menge Abwechslung: zwei Motorroller als perfekte Kulisse für eine Rock-’n’-Roll-Show. Die Tanzgruppe „Black-out“ brachte ihre Tanzeinlagen nach der Regie von Anika Többen. Ein Gondoliere schipperte über die Bühne, und die Schattentänzerin Ulrike Kleine-Kalmer sorgte gleich zu Beginn mit ihrem Tanz gegen das Licht für einen besonderen Hingucker.
Einen besonderen Gast kündigte Clemens Oberwestberg dann sehr persönlich an: Im Urlaub knüpfte er Kontakte und Freundschaft zu der Marktmusikkapelle aus Brixlegg in Tirol. Deren Leiter Bernhard Rendl hatte er kurzerhand nach Gesmold eingeladen, und beide zusammen musizierten im Tenorhornduett. Dass die Blasmusiker aus Tirol mit 45 Musikern bei den Jubiläumsfeiern im Mai nach Gesmold anreisen werden, verriet der Gast unter dem Jubel des Publikums.
Dass auch die Jugendarbeit einen großen Stellenwert bei der Blaskapelle hat, zeigte Jörg Oberwestberg, der 23 seit einem Jahr musizierende Kinder mit einem Song der Beatles vorstellte. Und damit brachte die Blaskapelle dann auch drei Generationen auf die Bühne. Elf Jungbläser durften in diesem Jahr übrigens zum ersten Mal den gesamten Konzertabend mitbestreiten.
Auch in diesem Jahr waren die Winterkonzerte wie gewohnt wieder ein wahrer Publikumsmagnet. Dennoch setzt die Blaskapelle Gesmold in ihrem Jubiläumsjahr einen drauf – bei den Feiern zum 50-jährigen Bestehen vom 11. bis zum 13. Mai.
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