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An jeder Ecke in Rhede Duftmarken gesetzt
gs Rhede. Die Einheitsgemeinde Rhede hat ihren langjährigen Gemeindedirektor Siegfried Lammers im Rahmen ihres 13. Neujahrsempfangs zum Ehrenbürger ernannt. Dem ehemaligen Bürgermeister Peter Hackmann wurde die Würde des Ehrenbürgermeisters verliehen.
„Siegfried Lammers hat an jeder nur erdenklichen Ecke unserer Gemeinde seine Duftmarken gesetzt. Und das ist gut so“, würdigte Laudator und amtierender Ratsvorsitzender Josef Wittrock (CDU) die Verdienste des früheren Verwaltungschefs am Donnerstagabend vor rund 120 Gästen im Rathaus. Lammers war von 1969 bis zu seinem Übertritt in den Ruhestand im Jahr 2005 Gemeindedirektor in Rhede. Der 69-Jährige ist nach Dechant Heinrich Lammen (1964) und dem früheren Bürgermeister Rudolf Krange (1999) erst der dritte Ehrenbürger der Einheitsgemeinde.
In groben Zügen skizzierte Wittrock die Meilensteine der „Ära Lammers“. Alles aufzuzählen würde Stunden dauern, meinte er. Wittrock erinnerte unter anderem an den Gebietsänderungsvertrag zur Bildung der Einheitsgemeinde (ab 1973), den Beginn der Ortskernsanierung durch den Abbruch alter Hofstellen (1976), die Begründung der Partnerschaft mit der niederländischen Gemeinde Bellingwedde (1979), den Bau der ortsnahen Umgehungsstraße (1988), die Entwicklung des Gewerbegebietes an der A31 (1995/96) und den Neubau des Rathauses, das 1999 fertiggestellt wurde.
Dass vieles von Lammers’ Wirken im Zusammenspiel mit Peter Hackmann verwirklicht wurde, machte der CDU-Kreistagsabgeordnete aus Neurhede, Gerd Husmann, deutlich. Er hielt die Lobrede auf den Ex-Bürgermeister (1991 bis 2005), der von 1986 bis 2011 dem Rat angehörte und zudem die Interessen Rhedes von 1996 bis 2011 im emsländischen Kreistag vertrat. Husmann charakterisierte Hackmanns Politikstil als sachlich, besonnen und nachdrücklich. Die Arbeit von Lammers und Hackmann sei stets von Ausdauer und Zielstrebigkeit geprägt gewesen, betonte Husmann. Die Auszeichnung zeige die Wertschätzung der Gemeinde. „Beide haben es mehr als verdient“, sagte Husmann.
Um das Wohl der Rheder in besonderer Weise verdient gemacht haben beziehungsweise nach wie vor machen sich auch Annette Lohe, Anita und Ewald Vooren sowie Günter Terfehr und Gerd Bruns. Sie wurden deshalb ebenfalls ausgezeichnet – Lohe für ihr musikalisches Wirken auf verschiedenen Ebenen seit 25 Jahren in Neurhede, das Ehepaar Vooren für die Leitung der Nikolaus-Gruppe (seit 15 Jahren), Terfehr und Bruns für den Neuaufbau der Rheder Ortsgruppe des Sozialverbandes Deutschland. Das Duo steigerte die Zahl der Mitglieder von 60 im Jahr 1992 auf 450 (2010).
Bürgermeister Gerd Conens (parteilos) warnte in seiner Neujahrsansprache vor einer zunehmenden Mentalität des Sich-bedienen-Lassens, die trotz eines intakten Vereinslebens in Teilen auch in Rhede um sich greife. Als große Herausforderung für die kommenden Jahre nannte er die Sicherung des Schulstandortes Rhede. Neu-Ehrenbürger Lammers regte in diesem Zusammenhang eine interkommunale Schul-Partnerschaft zwischen Rhede und Bellingwedde an. Auch die Kindergärten sollten zusammenarbeiten, schlug er vor. Ziel müsse es sein, „einen Eckstein für ein gemeinsames Europa“ zu setzen. Bellingweddes Bürgermeister Erik Triemstra machte in seinem Grußwort deutlich, dass ihn die Partnerschaft zwischen den beiden Gemeinden etwas sei, „dass mich immer wieder berührt“.
Den Festvortrag hielt der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Rudolf Seiters. Er skizzierte die Herausforderungen an die Gesellschaft, Seiters warb eindringlich für eine Aufwertung der Pflegeberufe in Deutschland und warnte im Zusammenhang mit der demografischen Entwicklung vor einem Pflegenotstand. Studien zufolge würden in Deutschland in 20 Jahren insgesamt fünf Millionen Arbeitskräfte fehlen. In diesem Zusammenhang könne die Bedeutung der Integration von Zuwanderern gar nicht überschätzt werden. Überdies müsse ehrenamtliches Engagement auf allen Ebenen gewürdigt werden. „Das Ehrenamt ist der moralische Gradmesser für die Temperatur einer Gesellschaft“, zitierte Seiters den früheren Bundespräsidenten Roman Herzog.
Einen Extra-Applaus gab es für die Blaskapelle Rhede. Die Musiker waren für die Jugendschola der Kolpingsfamilie eingesprungen, die wegen mehrerer Krankheitsfälle absagen musste.
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