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Bürgerinitiative in Lünne bleibt beim Thema Fracking wachsam
Lünne. Die Interessengemeinschaft „Schönes Lünne“ sieht sich in ihren Befürchtungen bestätigt, dass die umstrittene Fracking-Methode zur Förderung von Gasvorkommen in tiefen Bodenschichten unkalkulierbare Risiken in sich birgt. Dies erklärten der Sprecher der Interessengemeinschaft, Markus Rolink, und weitere Vertreter der Bürgerinitiative in einem Gespräch mit unserer Zeitung.
Seit längerer Zeit ruhen die Aktivitäten des Energiekonzerns Exxon Mobil am Bohrloch auf freiem Feld unweit der Bundesstraße 70 ein Stück außerhalb des Ortes. Sie hatten vor einem Jahrbegonnen. Nach den Probebohrungen prüft das Unternehmen derzeit, ob die Gasvorkommen unter Lünnes Erde ausreichend sind und ob sich eine Förderung wirtschaftlich rechnet.
Seit einem Jahr ist die Bürgerinitiative aktiv und sammelt akribisch Informationen, die auf die Gefährlichkeit der Fracking-Technologie hinweisen. Nach wie vor Bestand hat die gemeinsame Resolution der BI, der Kommune, Samtgemeinde Spelle und des Landkreises, die die Anwendung eines „Fracs“ zum jetzigen Zeitpunkt ablehnt, da eine gesundheitliche Gefährdung nicht ausgeschlossen werden könne.
Rolink untermauerte diese Position mit verschiedenen Stellungnahmen von Experten wie Prof. Dr. Dietrich Borchardt. Der Wissenschaftler vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Magdeburg leitet den vom amerikanischen Energiekonzern im Frühjahr 2011 ins Leben gerufenen Informations- und Dialogprozess. In diesem Arbeitskreis wirken verschiedene gesellschaftliche Gruppen mit. In einer Stellungnahme von Borchardt für den Deutschen Bundestag weist dieser darauf hin, dass es bisher kein Regelwerk mit technischen und betrieblichen Anforderungen an eine gefahrlose Förderung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten gebe. Bisherige Bestimmungen seien nicht ausreichend, genaue Prognosen der zu erwartendenUmweltbelastungen nicht machbar.
Die Interessengemeinschaft „Schönes Lünne“ wirkt in diesem Arbeitskreis nicht mit, weil er ihrer Auffassung nach „nicht ergebnisoffen ist“, wie die Mitglieder sagen. Anders ausgedrückt: Sie befürchten, dass alles in Lünne auf ein Fracking hinausläuft, sobald die Auswertung der Probebohrung durch Exxon abgeschlossen ist.
Extrem hoher Wasserverbrauch, tonnenweise Einsatz von giftigen Chemikalien, Auswaschungen giftiger und radioaktiver Substanzen – die von Rolink präsentierte Liste möglicher Gefahren durch Fracking ist lang. „Es ist unser Recht als Bürger zu sagen: Wir wollen keine giftigen Stoffe in unserem Boden. Wenn Exxon das macht, dann macht das Unternehmen es gegen den Willen der Lünner Bürger.“
Sollte es im Frühjahr tatsächlich zu einem Fracking in Lünne kommen, kündigt die Bürgerinitiative schon jetzt Gegenwehr an. „Wir werden den Termin nicht verschlafen“, meinte Joachim Forstreuter und ergänzte: „Und Trecker, wie sie bei Protestaktionen in Gorleben im Einsatz sind, gibt es in Lünne auch...“
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