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Mit dem Vakuum die Physik überlisten
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EZ-Archivbände werden gefriergetrocknet

Mit dem Vakuum die Physik überlisten

Rhede. Was tun, wenn wertvolle Schriftstücke nass geworden sind? Hilde und Uwe Bösing, Geschäftsführer der Firma Freezies Gefriertrocknung in Rhede, wissen Rat. Im Kühlraum ihrer Firma im Gewerbegebiet in Rhede lagern auch die Bände aus dem Archiv der Ems-Zeitung, die beim Dachschaden am Dienstag dem Regen ausgesetzt waren.

 
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Hilde Bösing zeigt die Vorrichtung, die später mit den Archivbänden der Ems-Zeitung beladen und per Kran von oben in den Unterdruck-Kessel gelassen wird. Foto: Susanne Risius-Hartwig

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„Möglichst schnell einfrieren, damit sich im Papier keine Pilze bilden“, rät Uwe Bösing, und seine Frau fügt hinzu: „Aber man sollte darauf achten, nicht zu große Papierstapel zu bilden und ab und zu mal eine Folie zwischen die Blätter legen.“ Der Grund hierfür leuchtet ein: Ein dicker Papierstapel passt nur schlecht in die Maschinen, und je dünner ein Papierstoß ist, umso kürzer ist anschließend die Trocknungszeit.

Die Bösings sprechen aus Erfahrung. Seit 1993 beschäftigt sich der Familienbetrieb mit der Materie und entwickelt eigene Gefriertrockner. Zwar macht das Trocknen von Früchten (zum Beispiel Kirschen und Brombeeren für Müsli-Mischungen) zurzeit mit über 90 Prozent den Hauptteil der Produktion aus, aber auch beim Trockenlegen von Akten und wertvollen alten Büchern haben die Rheder schon oft geholfen.

„Vor Jahren haben wir mit einem Archivar zusammengearbeitet, um alte Bücher mit Ledereinband und Goldschnitt zu retten“, erzählt Hilde Bösing. Das war aufgrund der unterschiedlichen Materialien eine besondere Herausforderung.

Ein sehr großer Auftrag kam von einem Amtsgericht in Westfalen. Dort war der Keller, in dem die Akten lagerten, voll Wasser gelaufen. Auch Unterlagen der Staatssicherheit der DDR und Säcke mit Papierschnitzeln haben die Gefriertrockner im Emsland schon gesehen. Das Besondere hierbei: Die Akten mussten unter Verschluss gehalten und das Betriebsgelände besonders gesichert werden.

Im Laufe der Jahre haben sie mit mehreren Universitäten zusammengearbeitet und Forschungsarbeiten oder auch Produktentwicklungen unterstützt, erzählen die Bösings. Mit einer befreundeten Meteorologin haben sie die eigenen Maschinen verfeinert, denn die Wetterexpertin verfügte über Wissen über Tiefdruck und Luftströme, die beim Verfahren des Gefriertrocknens durchaus von Nutzen waren.

Das Verfahren ist nicht ganz einfach zu verstehen, und Uwe und Hilde Bösing geben zu: „Auch wir haben im Laufe der Jahre immer wieder dazulernen müssen.“ Denn das Gefriertrocknen geht im Vakuum vor sich, und dort gelten andere physikalische Gesetze. So sinkt der Siedepunkt von Wasser, je niedriger der umgebende Luftdruck ist. Im Vakuum liegt er bei minus 25 Grad Celsius.

Die bei Minusgraden gelagerten Zeitungsbände werden in den nächsten Tagen in eine Vorrichtung geschichtet, die an riesige mehrlagige Tortenböden erinnert. Mit dem Kran werden sie anschließend in einen großen Edelstahlkessel gehoben. Dort wird das Vakuum erzeugt und unter Energiezufuhr das im Papier enthaltene Eis sofort zu Dampf, der unmittelbar abgesogen wird. Anschließend wird der Dampf in riesige Eiskondensatoren geleitet. „Die Flüssigphase des Wassers wird übersprungen“, erklärt Bösing. Nach etwa zwei Tagen kommen die Bände dann warm und trocken wieder aus dem Kessel heraus.

Mehr Infos und eine genaue Beschreibung findet sich auf www.freezies.de (beim Anklicken des unterstrichenen Begriffs Gefriertrocknung).


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  Leserkommentare

 
zyxw A., Freitag, Januar 6 um 17:12 Uhr Irreführende Überschrift... Mit der Überschrift "Mit dem Vakuum die Physik überlisten" wird der techniche Sachverhalt in diesem Artikel auf den Kopf gestellt! Es gibt keine "anderen physikalischen Gesetze", sondern exakt die Gesetze der Physik, genauer der Thermodynamik, sind es, die Wasser unter niedrigerem Druck bei niedrigeren Temperaturen verdampfen lassen. Die Aussage, dass Wasser im Vakuum bei -25°C verdampfe ist ebenfalls technisch schwammig formuliert. Wenn schon technische Sachverhalte dargestellt werden, dann bitte richtig. Journalisten sollten zumindest die Ambition haben, zu Sachverhalten, die sie selbst nicht verstehen, hinreichend zu recherchieren.

 
zyxw A., Freitag, Januar 6 um 17:11 Uhr Irreführende Überschrift... Mit der Überschrift "Mit dem Vakuum die Physik überlisten" wird der techniche Sachverhalt in diesem Artikel auf den Kopf gestellt! Es gibt keine "anderen physikalischen Gesetze", sondern exakt die Gesetze der Physik, genauer der Thermodynamik, sind es, die Wasser unter niedrigerem Druck bei niedrigeren Temperaturen verdampfen lassen. Die Aussage, dass Wasser im Vakuum bei -25°C verdampfe ist ebenfalls technisch schwammig formuliert. Wenn schon technische Sachverhalte dargestellt werden, dann bitte richtig. Journalisten sollten zumindest die Ambition haben, zu Sachverhalten, die sie selbst nicht verstehen, hinreichend zu recherchieren.

 
zyxw A., Freitag, Januar 6 um 17:11 Uhr Irreführende Überschrift... Mit der Überschrift "Mit dem Vakuum die Physik überlisten" wird der techniche Sachverhalt in diesem Artikel auf den Kopf gestellt! Es gibt keine "anderen physikalischen Gesetze", sondern exakt die Gesetze der Physik, genauer der Thermodynamik, sind es, die Wasser unter niedrigerem Druck bei niedrigeren Temperaturen verdampfen lassen. Die Aussage, dass Wasser im Vakuum bei -25°C verdampfe ist ebenfalls technisch schwammig formuliert. Wenn schon technische Sachverhalte dargestellt werden, dann bitte richtig. Journalisten sollten zumindest die Ambition haben, zu Sachverhalten, die sie selbst nicht verstehen, hinreichend zu recherchieren.
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