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Osnabrück: Hasepark-Anwohner ärgern sich über Hinterlassenschaften des Straßenstrichs
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Osnabrück: Hasepark-Anwohner ärgern sich über Hinterlassenschaften des Straßenstrichs
Osnabrück: Hasepark-Anwohner ärgern sich über Hinterlassenschaften des Straßenstrichs
Osnabrück. „Das ist einfach eklig.“ Stephanie und Heinz-Hermann Lünnemann sind sauer. Seit einigen Wochen findet auf einem Bolzplatz nahe ihrem Haus reger nächtlicher Verkehr statt. Das wäre bis auf die hässlichen Furchen durch Autoreifen noch erträglich, wenn nicht noch andere „Andenken“ der Straßenprostitution übrig blieben – unter anderem gebrauchte Kondome.
Familie Lünnemann ist vor einigen Jahren in das kleine Viertel zwischen Mindener Straße und Hasepark gezogen. Viele Familien leben inzwischen dort. Die Kinder haben hinter den Häusern an der Hase ein Stück Natur zum Spielen. Und dann ist da noch ein Bolzplatz, der rege genutzt würde, wenn inzwischen nicht schon etliche Eltern wie die Lünnemanns ihren Kindern verboten hätten, dort zu spielen.
Seitlich von der Schellenbergbrücke vor der Firma Restemeyer führt ein Schotterweg für Spaziergänger, Jogger und Radfahrer zu dem etwas verborgen liegenden Platz. Gerade diese Abgeschiedenheit scheint in den vergangenen Wochen verstärkt Prostituierte und ihre Kunden anzuziehen. Ein einsamer rot-weißer Poller kann den Verkehr nicht stoppen. Rechts und links davon wäre selbst für einen Lkw Platz genug zum Durchfahren.
Im Jahr 2006 hatte die Stadt das Bahnhofsviertel zum Sperrbezirk für Prostitution erklärt. Kurze Zeit später siedelte sich der Straßenstrich im Hasepark an. Heinz-Hermann Lünnemann kennt das Bild der parkenden Wagen, wenn er am späten Abend mit seinem Hund die letzte Runde vor der Nachtruhe dreht.
Der Bolzplatz wird nach seinen Beobachtungen erst seit einigen Wochen angefahren. Möglicherweise hätten sich die Dienstleisterinnen einen neuen Platz suchen müssen, nachdem die gepflasterte Zufahrt zur Baustelle Schellenbergbrücke mit zwei Flatterbändern gesperrt worden ist, vermutet er. Seitdem lägen auf dem Weg zum und auf dem Bolzplatz immer neue Kondome.
Lünnemann und anderen wütenden Anliegern ist klar, dass Prostitution weder verboten noch abgeschafft werden kann. Wenn sie nicht im und um den Hasepark stattfindet, dann eben anderswo in der Stadt. Aber ihre Hinterlassenschaften wie Kondome und Hygienetücher sollten die Damen und ihre Freier doch gefälligst wieder mitnehmen, fordern die Anlieger. Oder wenigstens ordnungsgemäß entsorgen: Auf dem Bolzplatz steht ein Abfalleimer.
Jürgen Wiethäuper, Fachdienstleiter für Ordnung und Gewerbe bei der Stadt Osnabrück, inspizierte die Lage am Bolzplatz noch am gleichen Tag, nachdem unsere Zeitung die Anliegerbeschwerde weitergeleitet hatte. „Das geht natürlich gar nicht“, sagte der städtische Pressesprecher Sven Jürgensen nach Wiethäupers Bericht. Ein Verbot des „horizontalen Gewerbes“ an dieser Stelle sei nicht möglich, weil sie außerhalb des Sperrbezirks liegt. Nun werde unter anderem geprüft, ob eine wirksame Sperrung des Schotterweges dem Treiben ein Ende bereiten kann.
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