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Neuregelung des Apotheken-Notdienstes führt Patienten auf weite Wege
Rheine. Krank werden kann sich niemand aussuchen. Wen es erwischt, ist eh zu bedauern. Wenn er dann noch das Pech hat, außerhalb der Öffnungszeiten dringend Medikamente zu benötigen, muss er ab dem neuen Jahr zum Teil erheblich längere Wege in Kauf nehmen.
An die jüngste Neuregelung im Apotheken-Notdienst haben sich die Kunden noch gar nicht gewöhnt, da folgt zum 1. Januar schon die nächste. Die damals eingerichteten 95 isolierten Notdienstkreise werden aufgelöst und durch ein flächendeckendes Notdienstnetz für den gesamten Landesteil Westfalen-Lippe ersetzt.
„Mit unserem neuen System wird es künftig leichter sein, die Auswirkungen von Apothekenschließungen auf die flächendeckende Versorgung im Nacht- und Notdienst abzufedern“, sagt Gabriele Regina Overwiening, Präsidentin der Apothekerkammer Westfalen-Lippe.
„Die Einteilung des Notdienstes wird sich in einigen Regionen ändern, die durchschnittlichen Entfernungen zur nächsten dienstbereiten Apotheke bleiben aber stabil“, erklärt sie. Welche Apotheke am nächsten liegt, ist unter der kostenlosen Infonummer 0800/0022833 zu erfahren oder per Handy ohne Vorwahl unter 22833 (69 Cent/Minute). Infos gibt es auch auf der Internet-Seite www.akwl.de/notdienst.
Dass die Wege künftig länger werden, ist – entgegen Overwienings Meinung – augenscheinlich für den, der einen Blick in den Notdienstplan wirft. Beispiel: Mittwoch, 4. Januar. Für Lengerich ist die nächstliegende Apotheke in Laggenbeck zu finden. Der Weg dorthin ist erheblich weiter als beim bisherigen Plan.
Ursprünglich war geplant, in grenznahen Bereichen auch Apotheken in Niedersachsen mit einzubinden, was vor allem für Lotte, Westerkappeln oder auch Lienen von Bedeutung wäre. „Das ist geplant, muss aber noch in den Notdienst-Kalender aufgenommen werden. Das dauert noch“, sagt Sebastian Sokolowski von der Pressestelle der Apotheker-Kammer.
„Mit dem neuen Notdienstsystem verteilt sich die Dienstbelastung gleichmäßiger – bei optimaler Flächenabdeckung. Die Schere zwischen Stadt-Apotheken (wenige Notdienste bei hoher Patientenzahl) und Land-Apotheken (viele Notdienste bei weniger Patienten) verkleinert sich deutlich“, ist Sebastian Sokolowski überzeugt.
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