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Kerstin Hehmann zeigt Fotografien im Chronos Labor unter der Galerie Moser
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Kerstin Hehmann zeigt Fotografien im Chronos Labor unter der Galerie Moser
Kerstin Hehmann zeigt Fotografien im Chronos Labor unter der Galerie Moser
Osnabrück. Klein, aber fein: Seit dem Sommer gibt es das Chronos Labor in der Altstadt, einen versteckten Ausstellungsraum unter der Galerie Moser. Bis Ende Januar zeigt Fotografin Kerstin Hehmann dort Bilder.
Das Chronos Labor ist der vermutlich versteckteste Ausstellungsort in Osnabrück. Der Weg hinein führt durch die Galerie Moser an der Großen Gildewart in den Hinterhof und die Treppe runter in den ehemaligen Ess- und Pausenraum einer Tischlerei. In dem kargen, fensterlosen Raum mit den weiß gestrichenen Wänden hängen zurzeit Bilder der Fotografin Kerstin Hehmann.
Schon lange habe er die Idee gehabt, so etwas wie das Chronos Labor einzurichten, sagt Peter Lüssenheide. Als die Galerie Moser ihr zweites Ladengeschäft in der Nähe des Heger Tors eröffnete, fragten die Betreiber den Kulturmacher, ob er im Keller etwas machen wolle. Peter Lüssenheide sagte zu, wollte aber nicht, dass etwas in dem Raum verändert wird. „Nee, nee, alles drin lassen“, wies er die Galeriebesitzer an.
Denn Peter Lüssenheide nutzt den Raum so, wie er ist. An der Decke hängen Hosenbügel, an denen Bilder aufgehängt und zwecks näherer Betrachtung herausgezogen werden können. Auch das alte Waschbecken wird im Chronos Labor schon mal als Wühlkiste für Bilder in die Ausstellungen einbezogen.
Kerstin Hehmann dagegen nutzt den Keller als eher reduzierten Ausstellungsraum. Zwei Fotoserien von ihr hängen an den Wänden. Auf einem Tisch liegt außerdem ihr Fotobuch „Geschlossener Kreis“, in dem sie andere Fotografen porträtiert.
Menschen sind es also, die auf ihren Bildern zu sehen sind. Und das in ungewöhnlichen Perspektiven. Für die Serie „Selbstporträt“ hat Kerstin Hehmann sich selbst in ihrer Wohnung in verschiedenen Situationen aufgenommen: in der Küche, im Bad, im Wohn- oder Schlafzimmer. Sie spiele bei diesen Bildern „mit dem Voyeurismus“, so Hehmann. Schließlich richtet sich der Blick bei den extrem gewählten Perspektiven schon mal auf Knie und Rocksaum.
Ähnliches gilt auch für die andere Serie, die die Fotografin von ihrem Mann im Bett gemacht hat. Immer sind nur einzelne Körperteile zu sehen: Mal lugt ein Fuß unter der Bettwäsche hervor, mal eine Schulter. Die Schwarz-Weiß-Aufnahmen entfalten in dem Kellerraum mit seinem künstlichen Licht eine ganz besondere Wirkung.
Peter Lüssenheide versteht die Schauen im Chronos Labor als „Ausstellungen im Buchformat“. So wie sie dort zu sehen sind, bietet er sie Galerien an. Kaufen können die Besucher die Bilder zwar auch im Keller unter der Galerie Moser. Doch wie viele Leute ihren Weg dorthin finden, das schwankt. Besonders viele waren es etwa bei der Eröffnung des kleinen, feinen Raums in der Kulturnacht, als Fotografien von Ulrich Heemann zu sehen waren. Es folgten Ausstellungen von Ragnar Gischas, Lev Silber und Jörg Hartmann. Für das nächste Jahr plant Peter Lüssenheide im Chronos Labor eine Kalligrafie-Ausstellung mit Arbeiten von Künstlern aus verschiedenen Ländern.
Und er hat noch mehr vor. Der Kulturmacher sucht nach weiteren Räumen. Durch alle könnten Führungen angeboten werden.
Fotografien von Kerstin Hehmann bis Di., 31. Januar. Öffnungszeiten: Fr. 10 bis 19 Uhr, Sa. 10 bis 18 Uhr oder nach Vereinbarung unter Tel. 0151/52030477.
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