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An den Feiertagen tritt manches zutage
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Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung 27. Dezember 2011 15:16 Uhr

Seniorenberatung der Caritas ist zwischen den Jahren ganz besonders gefragt

An den Feiertagen tritt manches zutage

Rheine. Die Zeit „zwischen den Jahren“ gilt gemeinhin als sehr ruhig und besinnlich. Nicht so in der Caritas-Beratungsstelle für ältere Menschen und Angehörige: „Der Blick in den Terminkalender zeigt: Wir haben so viel zu tun wie zu keiner anderen Zeit des Jahres“, sagt die Rheiner Seniorenberaterin Anja Rickert.

 
Seniorenberaterin Anja Rickert und ihre beiden Kolleginnen aus der Caritas-Beratungsstelle für ältere Menschen und Angehörige sind in den Tagen zwischen den Jahren ganz besonders gefragt.Foto: Paul Nienhaus  Vergrößern

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Denn vor allem die Anfragen der Angehörigen häufen sich unmittelbar vor und nach den Weihnachtsfeiertagen. „In der heutigen Zeit mit ihrer beruflichen Mobilität leben die Angehörigen oft weiter weg und stellen dann bei ihren Weihnachtsbesuchen fest: Mutter oder Vater geht es altersbedingt nicht mehr so gut – da muss etwas passieren“, nennt Rickert den Grund für den gesteigerten Beratungsbedarf.

Die Feiertage bieten vielen Familien, bei denen die Eltern schon betagter sind, die Gelegenheit, längere Zeit miteinander zu verbringen. „Und da tritt manches zutage“, sagt Klaus Jäger, Abteilungsleiter bei der Caritas. Manches fällt auf den ersten Blick ins Auge, wenn etwa die Wohnung nicht mehr so sauber ist, wie man es gewohnt war. Oder wenn die Haltbarkeitsdaten bei den Lebensmitteln im Kühlschrank abgelaufen sind. „Oft sehen oder schmecken ältere Menschen nicht mehr so gut, sodass diese Dinge sich zunächst unbemerkt einschleichen“, sagt Seniorenberaterin Rickert.

Auch bieten die ruhigeren Tage die Gelegenheit für ausführliche Gespräche. „Dann öffnet sich Mutter, die bislang am Telefon doch eher von heiler Welt berichtet hatte, gegenüber ihren Kindern und erzählt, dass mit Vater nicht alles zum Besten stehe“, nennt Anja Rickert ein Beispiel. Oder Nachbarn ergreifen die Gelegenheit, den Kindern ihre Besorgnis mitzuteilen. „Die sehen dann etwa das Auto aus Köln vor der Tür parken und suchen das Gespräch“, sagt Rickert.

Die drei Beraterinnen stehen zwischen den Feiertagen dann manchmal vor einem Problem. „Wir sind zwar vollzählig im Büro vertreten. Aber wichtige Ansprechpartner in Sozialbehörden oder bei den Krankenkassen sind in dieser Zeit häufig nicht erreichbar“, sagt Anja Rickert. Demgegenüber steht dann oft der Wunsch der Angehörigen: Es muss etwas passieren – und zwar schnell!

„In diesen Situationen müssen wir dann deeskalierend wirken“, schildert die Beraterin die Vorgehensweise. Günstig sei immer, wenn es schnell zu einem Gespräch mit allen Beteiligten komme. „Eltern fühlen sich oft überfahren oder unter Druck gesetzt, wenn sie Entscheidungen des ‚Kinderrats‘ einfach mitgeteilt bekommen“, berichtet Rickert aus Erfahrung. Mit etwas Ruhe und einer gewissen Bestandsaufnahme ließe sich vieles lösen. „Wenn man die Dinge einmal sortiert hat, ergibt sich ein klareres Bild über sinnvolle Maßnahmen, die oft auch schon sehr schnell greifen können“, sagt sie.

Ganz groß sei oft die Sorge: Jetzt muss Vater oder Mutter aber ins Heim. „Demgegenüber verfolgen wir bei unserer Beratung das Ziel: Immer die Hilfe anbieten, die am wenigsten einschneidend ist“, betont Abteilungsleiter Klaus Jäger. Es gebe ganz viele ambulante Hilfsangebote, die zuerst ausgeschöpft würden, bevor über eine stationäre Betreuung in einem Seniorenheim nachgedacht werde.

„Eine große Hilfe ist oft schon, wenn eine Person regelmäßig in den Haushalt kommt und dafür sorgt, dass die notwendigen Medikamente gestellt werden“, nennt Anja Rickert ein Beispiel für eine ambulante Hilfe. Um sich in dem Dschungel der Anträge und Ansprechpartner zurechtzufinden, dafür bietet die Caritas-Beratungsstelle ihre Dienste an.

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