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Ersatzkassen: Zu viele kleine Krankenhäuser
Osnabrück. In der Region Osnabrück gibt es nach Ansicht des Verbandes der Ersatzkassen in Niedersachsen zu viele Krankenhäuser. Die angeblich medizinisch und wirtschaftlich fragwürdige Dichte vor allem kleiner Einrichtungen können die größeren Krankenhausträger in Stadt und Landkreis Osnabrück allerdings nur zum Teil nachvollziehen.
In der Dezemberausgabe des „Ersatzkasse-Reports“ berichtet der Verband der Ersatzkassen in Niedersachsen über wirtschaftliche Schwierigkeiten kleinerer Kliniken – ohne konkrete Einrichtungen zu benennen. „Im Fokus stehen Regionen wie Osnabrück oder auch der Landkreis Northeim mit einer medizinisch und wirtschaftlich fragwürdigen Dichte an kleinen Krankenhausstandorten“, heißt es in dem Magazin. Von derzeit 192 Krankenhäusern in Niedersachsen haben 61 Häuser weniger als 100 Betten, insgesamt 117 weniger als 200 Betten. Landesweit seien 160 Krankenhäuser ausreichend. Eine wohnortnahe, flächendeckende stationäre Akutversorgung in Niedersachsen solle erhalten bleiben, „Sie ist aber mit deutlich weniger Krankenhäusern als bisher effizienter und qualitativ besser zu organisieren“, so der Verband der Ersatzkassen.
Von dieser Diagnose fühlen sich die beiden großen Krankenhausträger in der Osnabrücker Region nicht angesprochen. Das Klinikum Osnabrück (mit rund 700 Betten) hat beispielsweise zwei weitere Standorte in Georgsmarienhütte (48 Betten) und in Dissen (130 Betten). Nach Angaben des Klinikum-Geschäftsführers Hansjörg Hermes werden in rund zwei Jahren die beiden Einrichtungen im Südkreis zusammengefasst am Standort Dissen und dann mit unterm Strich 150 bis 160 Betten eine „betriebswirtschaftlich optimale Größenordnung“ erreichen. Hermes bestreitet dennoch nicht, dass es in der Osnabrücker Region „Parallelstrukturen“ in der stationären medizinischen Versorgung gibt. Mehrere Krankenhäuser in vergleichbarer Entfernung mit vergleichbarem Angebot seien auch wegen „unterschiedlicher Ideologien“ durchaus erwünscht. „Es gibt öffentlich-rechtliche auf der einen und freie, gemeinnützige Träger auf der anderen Seite“, sagt der Geschäftsführer der Klinikum GmbH, einer Tochtergesellschaft der Stadt Osnabrück.
Zu den freien, gemeinnützigen Trägern zählen die Niels-Stensen-Kliniken, deren Gesellschafter ausnahmslos katholische Einrichtungen sind, u.a. der Bischöfliche Stuhl zu Osnabrück oder das St.-Georg-Stift Thuine.
Der Krankenhausverbund verfolgt nach eigenen Angaben seit seiner Gründung im Jahr 2001 „erfolgreich das Ziel, durch Spezialisierungen und Nutzung von gemeinsamer Stärke auch kleinere Krankenhausstandorte in der Region Osnabrück wirtschaftlich und medizinisch sinnvoll zu unterhalten.“ Dass das möglich sei, belege die Entwicklung der Leistungszahlen: Im Jahr 2010 konnte der Verbund seinen Umsatz auf knapp 233 Millionen Euro steigern nach 195 Millionen Euro im Jahr 2009. Zum Verbund zählen das Christliche Klinikum Melle (182 Betten), das Franziskus-Hospital Harderberg (300 Betten), das Krankenhaus St. Raphael Ostercappeln (174 Betten), das Marienhospital Osnabrück (483 Betten) sowie seit Kurzem das Marienhospital Ankum-Bersenbrück (115 Betten) und die Niels-Stensen-Kliniken Bramsche (100 Betten).
In den Häusern sei in den letzten Jahren durchweg eine Steigerung des Erlösbudgets zu verzeichnen gewesen, teilte der Sprecher der Niels-Stensen-Kliniken, Ronald Knillmann, mit. Für die Häuser des Verbundes gehe das „Konzept einer wohnortnahen Grund- und Regelversorgung an allen Standorten in Kombination mit wenigstens einer spitzenmedizinischen Spezialisierung auf“.
Die mittel- und langfristige Planung werde allerdings problematisch, wenn zum Beispiel Personalkostensteigerungen höher ausfielen als die jährliche Entwicklung pauschaler Fallkosten. „Auf diese Entwicklungen haben Krankenhausträger keinen Einfluss“, sagte Knillmann.
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