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An der Grundschule Gellenbeck in Hagen läuft das Projekt Eltern-AG erfolgreich
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An der Grundschule Gellenbeck in Hagen läuft das Projekt Eltern-AG erfolgreich
An der Grundschule Gellenbeck in Hagen läuft das Projekt Eltern-AG erfolgreich
Hagen. Grundschule Gellenbeck, vierte Stunde. Die Klasse 4G2 strömt aufgeregt in den Klassenraum. Ein Stuhlkreis ist aufgebaut, jeder bekommt ein gelbes T-Shirt. Einheitskleidung quasi. Das Besondere an der Schulstunde: In den nächsten 45 Minuten werden die Kinder nicht von einem Lehrer unterrichtet. Vier Mütter kümmern sich um die Jungen und Mädchen. Denn in der Grundschule gibt es seit den Herbstferien die Fair-AG.
Hier lernen Louis, John, Sandra und Co. das richtige Miteinander. Statt Mathe und Deutsch stehen „Soziale Kompetenz erwerben“, „Konflikte lösen“ und „Selbstwertgefühl stärken“ auf dem Stundenplan. Das hört sich erst einmal schwierig an. Ist es aber nicht, wie Schulsozialarbeiterin Mignon Dunker erklärt: „Wir singen Lieder und spielen Spiele. Das ist soziales Lernen.“
Heike Schönhoff, Heike Otten, Anke Serke und Renate Strangfeld bereiten die Stunde einmal in der Woche vor. Insgesamt leiten zwölf Mütter die Fair-AG der vierten Klassen. Wichtig: Keine Mutter trifft in ihrer Klasse auf ihr eigenes Kind. „Das vermeiden wir, sonst wird es schwierig“, so Dunker.
„Auch wir Eltern lernen hier, das Verhalten der Kinder besser zu reflektieren.“ Doris Hindermann spricht aus Erfahrung. Wenn sie „Eltern“ sagt, meint Hindermann eigentlich „Mütter“. Denn Väter sind bisher nicht dabei.
Die Stunde beginnt mit einem Lied. „Aufstehen, aufeinander zugehen, voneinander lernen“ – schon der Song fasst zusammen, worum es in der AG geht. Beim anschließenden Ballspiel wollen die Mädchen und Jungen den Highscore der Nachbarklasse knacken. Nach drei Versuchen ist es geschafft, die Kinder jubeln. „Das Spiel funktioniert nur mit der richtigen Kommunikation“, sagt Dunker. „Das Klassengefühl ist plötzlich ein ganz anderes, alle halten zusammen, weil sie nur ein Ziel im Blick haben.“
Danach treten die Schüler in zwei Gruppen gegeneinander an. Eine Variation des Klassikers „Schere, Stein, Papier“ steht auf dem Programm. Es wird leise getuschelt, schließlich soll die andere Gruppe nicht mitbekommen, für welche Möglichkeit man sich entscheidet. „Da kristallisieren sich Führungspersonen heraus, andere ordnen sich unter“, erklärt Ilona Berner, die sich in die Fair-AG der anderen vierten Klasse einbringt. „Die Schüler müssen hier auch Absprachen mit Kindern treffen, mit denen sie sonst nichts zu tun haben.“ Mignon Dunker findet das mit Blick auf die Zukunft wichtig: „Die Kinder werden ein Leben lang mit Leuten zu tun haben, die sie vielleicht nicht so mögen. Wie man dennoch miteinander klarkommt, lernen die Schüler hier.“
Die Fair-AG ist durch einen Vorschlag aus dem Hagener Präventionsrat entstanden. In einigen Schulen des Südkreises läuft das Projekt schon seit längerer Zeit erfolgreich. Die Eltern bekommen zwar kein Geld für ihren Einsatz, ganz umsonst ist die AG aber nicht. „Wir bekommen für das Unterrichtsmaterial Fördermittel aus dem Topf der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises, vom Förderverein und von der Sparkasse“, betont Schulleiter Jürgen Witte.
Das Projekt laufe allerdings nur bis Ende des Schuljahres. „Wir hoffen, dass wir das auch im nächsten Jahr weitermachen können.“ Dass die Stunde von den Eltern gestaltet wird, findet Witte sinnvoll. Außerdem habe es einen positiven Nebeneffekt: „Schön, mal ein Projekt zu haben, um das man sich nicht kümmern muss.“
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