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Abdallah Frangi sprach im Rathaus über die schwierige Situation in Palästina
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Abdallah Frangi sprach im Rathaus über die schwierige Situation in Palästina
Abdallah Frangi sprach im Rathaus über die schwierige Situation in Palästina
Osnabrück. Im Goldenen Buch der Stadt Osnabrück steht Abdallah Frangi schon. In den 90er-Jahren war er zuletzt zu Gast im historischen Rathaus. Damals noch in seiner Funktion als Generaldelegierter Palästinas in Deutschland. Doch seitdem hat sich viel verändert im Nahen Osten – oder auch nicht? Darüber sprach Frangi jetzt im Sitzungssaal des Rathauses.
Vor Kurzem wurde Palästina als Vollmitglied in die UNESCO aufgenommen. „Darauf sind wir stolz“, sagte Frangi, der zwar kein Diplomat mehr ist, aber immer noch enger Berater von Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas.
Es sei ein weiterer kleiner Schritt in Richtung Vollmitgliedschaft seines Landes bei den Vereinten Nationen. Bisher standen die Karten dafür schlecht, auch weil die USA sich stets dagegen aussprachen. Aufgeben wolle man aber nicht: „Wir werden immer und immer wieder vorsprechen“, kündigte Frangi an, der auf Einladung der Osnabrücker Regionalgruppe der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft sprach.
Doch die Palästinenser sind zerstritten. Im Gazastreifen regiert die radikale Hamas, im Westjordanland die Fatah, der auch Frangi angehört. Solange diese Spaltung bestehe, „können wir von anderen Ländern nicht verlangen, dass sie einen Palästinenser-Staat anerkennen“, so Frangi, der in Deutschland studiert hat und später in der palästinensischen Politik unter Arafat Karriere machte.
Frangis Kernthese: Seit dem Tod des israelischen Ministerpräsidenten Itzhak Rabin, der 1995 durch einen jüdischen Fundamentalisten erschossen wurde, habe es keine israelischen Politiker mehr gegeben, die den Mut gehabt hätten, den Weg der Versöhnung zwischen Palästinensern und Israelis weiterzugehen. „An dem Tag, als Rabin starb, hat Arafat geweint“, erklärte Frangi.
Vor der aktuellen Regierung unter Ministerpräsident Benjamin Netanjahu „haben wir Angst“. Besonders die Siedlungspolitik kritisierte der Ex-Diplomat stark. „Die Welt muss erkennen: Diese Siedlungen sind illegal. Die Siedler haben auf palästinensischem Gebiet nichts zu suchen“, sagte er.
Trotz der Differenzen befürwortet Frangi eine Zwei-Staaten-Lösung im Nahen Osten. „Die Wiederherstellung der palästinensischen Identität ist nur durch einen eigenen Staat möglich“, argumentierte das Fatah-Mitglied und skizzierte seine Vision: „Die Zukunft beider Staaten könnte in einer Förderation liegen.“
Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. Ob das überhaupt möglich ist, wollte auch Frangi nicht prognostizieren. Nur so viel sagte er mit Blick auf sein eigenes Volk: „Wir waren da, wir sind da, und wir bleiben da.“
Über sein eigenes Schicksal, das eng mit der Geschichte Palästinas verwoben ist, hat Frangi ein Buch geschrieben. Es ist kürzlich unter dem Titel „Der Gesandte: Mein Leben für Palästina. Hinter den Kulissen der Nahost-Politik“ erschienen.
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