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Dem Himmel in Venne ganz nah
Venne. Stehende Ovationen der Besucher und eine spontane Gefühlsäußerung von Anatoli Wagenleitner prägten zum Schluss hin die Premiere des Weihnachts-Musicals „(un)fassbar“ der Freien Evangeliumschristen-Gemeinde in Venne.
Wagenleitner sagte: „Ich bin sprachlos! Ich denke, es war nicht nur schön, es war unbeschreiblich, es war hammermäßig!“
Hinter dem Titel „(un)fassbar“ verbirgt sich eine mitreißende, aber ganz andere Darstellung einer Geschichte, die uns Jahr für Jahr zu Weihnachten begleitet, die gefüllt ist von Spannung, Unterdrückung und Mitgefühl. Wer die Aufführungen bislang verpasst hat: Am Samstag, 17. Dezember, 18 Uhr, besteht die letzte Möglichkeit, diese außergewöhnliche Weihnachtsgeschichte von Jesu Geburt live zu erleben.
Zur Premiere hatte eingangs der Sohn von Pastor Viktor Wagenleitner, Anatoli Wagenleitner, die Zuschauer begrüßt. Nun dankte er allen, „für jeden Beitrag, der leicht gespielt und gesungen wurde“. Es sei nicht irgendeine Geschichte, machte er mit Nachdruck deutlich, sondern durch das Leid, was auf der Erde damals herrschte, habe Gott Vater seinen Sohn geschickt. „Damit jeder von uns Menschen die Möglichkeit hat, sein Leben zu verändern.“ Heute habe jeder die Chance zu sagen, dass das geschieht, dass Weihnachten für ihn einen neuen Sinn bekomme.
Mit viel Liebe, Arbeit und Zeit haben die etwa 120 Mitwirkenden – die jüngste ist drei Jahre alt – unter der Leitung von Katharina Wagenleitner das Musical in den letzten zweieinhalb Monaten vorbereitet. „Auch wenn ich nur ein Schaf spielen darf, ich möchte dabei sein.“ Die Tochter Wagenleitners hatte keine Probleme, genügend Schauspieler zu finden. „Alle singen live, nur das dazugehörige Playback haben wir uns aus anderen Stücken genommen“, verdeutlicht sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Den Text hat Katharina Wagenleitner komplett umgeschrieben. Zur Premiere fielen ihr dann durch Krankheit auch noch einige Akteure aus. Gut, dass es teilweise eine Doppelbesetzung gab. „Und manche haben den Text von anderen gesungen oder gespielt“, freute sie sich über das Engagement der Mitwirkenden.
Kaum dass die Besucher die Räume der Kirchengemeinde betreten, fällt der Blick auf eine atemberaubende Bühne: Rechts die Darstellung des Himmels in hellen Weißtönen mit Sternen, links der Erde, eher dunkel anmutend. Viele, viele Engel mit Orchester versammeln sich im Himmel, um ein Fest zu feiern. Auf der Erde dagegen werden Hanna und Sina von Randalierern angepöbelt. „Warum hat Gott meine Eltern sterben lassen?“, fragt Hanna ihre Schwester Maria (Olivia Konjer), die ihr zu verstehen gibt, dass sie trotz Dunkelheit Gott vertrauen soll. „Gott hat dich so gern“, singt Olivia Konjer.
Im Himmel hat Gott inzwischen beschlossen, seinen Sohn auf die Erde zu schicken. Als Silhouette dargestellt, redet er anrührend mit seinem geliebten Sohn, singt nachdrücklich „Es wird schwer.“ Unter den Engeln bricht sogleich die Kleiderfrage aus, aber: „Gott will sich den Menschen gleich machen, die Erlösung schenken und die Sünden aller auf sich nehmen und für sie sterben“, erklärt ein Engel.
Als ein anderer Engel Maria die frohe Botschaft überbringt, sagt sie: „Gott schickt uns seinen Sohn – es ist unfassbar!“ Und Josef (Andreas Schermacher) hält zu ihr. Beide erleben – Maria inzwischen hochschwanger – wie römische Soldaten die Menschen vom Markt verschleppen, das Elend immer größer wird. Aber: „Halleluja, Jesus ist geboren“ erklingt es kurze Zeit später – und auch die Hirten mit ihren Schafen eilen herbei. – Ein Spiel, das anrührt, das mit grandioser Präsenz der Mitwirkenden deutlich macht, welch ein großes Wunder vor über 2000 Jahren geschehen ist!
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