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Einsatz für Erhalt

Rheine will den Bundeswehrstandort nicht kampflos aufgeben

Rheine. Kalt pfiff der Wind am Freitagnachmittag um das Rathaus in Rheine – der politische Wind, der Dr. Angelika Kordfelder entgegenbläst, ist nicht minder eisig. Der geplante Abzug derBundeswehr aus der traditionsreichen Garnisonsstadt macht der Bürgermeisterin zu schaffen – und mit ihr der ganzen Region. Kampflos aufgeben will dort aberniemand.

 
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Die Kaserne in Rheine-Bentlage: Die Region hofft, dass sich die Tore nicht für immer schließen. Foto: dpa Am Rathaus in der Innenstadt von Rheine: Die Kommune befürchtet erhebliche wirtschaftliche Einbußen, falls der Bundeswehrstandort aufgegeben wird. Foto: Thomas Pertz Setzt sich für den Erhalt des Bundeswehrstandortes ein: Bürgermeisterin Angelika Kordfelder. Foto: Thomas Pertz

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Dies wird beim Pressegespräch im Rathaus mit Vertretern der Stadt, des Kreises Steinfurt und der Bundeswehr deutlich. „Das ist für uns ein Drama“, beschreibt Sozialdemokratin Kordfelder die bittere Ausgangslage für die Stadt.

Wenn die am 26. Oktober vom Verteidigungsministerium verkündete Entscheidung zur Strukturreform der Bundeswehr auf Rheinebezogen Wirklichkeit wird, verliert Rheine auch die noch verbliebenen rund 2000 Dienstposten und damitinsgesamt über 7000 seit den 1990er-Jahren. Dies wäredas Ende der Garnisonsstadt – mit erheblichen Folgen:Arbeitsplatzverluste, riesige Flächenleerstände und ein Rückgang an Wirtschaftskraft, den Kordfelder im dreistelligen Millionenbereich angesiedelt sieht – Jahr für Jahr.

Auch im südlichen Emsland wird die Entwicklung in Rheine mit Sorge beobachtet. Familien von Soldaten und Zivilangestellten der Bundeswehr haben in Salzbergen und Spelle gebaut, Zulieferfirmen füllen ihre Bücher auch mit Aufträgen aus der Kaserne.

Was Politik, Verwaltung und Militär in Rheineund dem Kreis Steinfurtbesonders erbost, ist die aus ihrer Sicht sachferne Entscheidung von Verteidigungsminister Thomas de Maizière, das Transporthubschrauberregiment 15 aus Rheine abzuziehen und nach Laupheim (Baden-Württemberg) und Holzdorf-Schönewalde (Brandenburg) zuverlagern.

„Es fehlen nachvollziehbare und belastbare Gründe für diese Entscheidung“, betont Kreisdirektor Dr. Martin Sommer. Mehrere Schreiben von Abgeordneten ausder Region seien in den vergangenen Wochen an den Minister geschickt worden, berichtet er. Die Antwortschreiben seien alle identisch gewesen, „mit denselben Textbausteinen“.

Auf diese Art wollen sich die Verantwortlichen in Stadt und Kreis nicht abspeisen lassen. Am 16. Januar ist eine große Veranstaltung in der Stadthalle in Rheine vorgesehen. Dort sollen alle Argumente für den Erhalt des Bundeswehrstandortes noch einmal verdeutlicht werden. Außerdem haben alle 24 Bürgermeister des Kreises Steinfurt einen Brief an Minister de Maizière verfasst. „Wir sind sehr gespannt darauf, ob die Antwort wieder aus denselben Textbausteinen besteht“, sagt Sommer.

Er geht davon aus, dass de Maizière angesichts der Komplexität der Strukturreform nicht im Einzelnen über die Stärken des Standortes Rheine informiert war. Vor allem gegenüber Holzdorf-Schönewalde, wo nun Millionen Euro investiert werden müssen, um den Transporthubschraubern ein Dach über den Rotorblättern bieten zu können, während in Rheine die komplette Infrastruktur vorhanden ist. Die Umstationierung mache aus militärischer Sicht keinen Sinn, erklärt Oberstleutnant Reinhard Schlepphorst.

„Rheine ist in einem Ausmaß betroffen wie kein anderer Bundeswehrstandort in Nordrhein-Westfalen“, hebt Engelbert Rauen hervor. Der CDU-Politiker und Bürgermeister von Wettringen ist Vorsitzender des neuen Regionalrates bei der Bezirksregierung Münster. „Wir müssen uns als Region erheben“, beschreibt Rauen die Aufgaben in den nächsten Wochen.


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