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Marienkrankenhaus Papenburg: Rücktritte aus Kuratorium
Papenburg. Die Krise des Marienkrankenhauses Papenburg hat nun auch erstmals zu Konsequenzen bei den Aufsichtsgremien geführt. Mit Konrad Kurt Nee, Dr. Stefan Schierholt und Johannes Evers sind drei der insgesamt sieben Mitglieder aus dem Kuratorium der Stiftung Marienhospital Papenburg-Aschendorf mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Das hat der Geschäftsführer des Marienkrankenhauses, Matthias Bitter, auf Anfrage unserer Zeitung bestätigt.
Zum Hintergrund: Bis zur finanziellen Schieflage war die Stiftung viele Jahre alleiniger Träger des Marienkrankenhauses und stellte später die Weichen für den Krankenhausverbund mit dem Borromäus-Hospital in Leer. Nach Auflösung der Holding mit dem ostfriesischen Hospital stieg der Verein St.-Bonifatius-Hospital Lingen in das Krankenhaus ein und übernahm 50 Prozent der Gesellschafteranteile.
Krankenhaus-Geschäftsführer Bitter, der auch die Verwaltungsleitung für die Papenburger Stiftung übernommen hatte, erläuterte weiter, dass derzeit die Gremien neu aufgestellt werden. Bitter: „Die Verträge für die Zusammenarbeit in neuer Konstruktion sind unterschrieben. Für das Krankenhaus in Papenburg wird es zukünftig nur noch eine Gesellschafterversammlung geben, die mit jeweils fünf Personen des Vereins aus Lingen und der Stiftung aus Papenburg besetzt werden.“
Für Papenburg sollen im Aufsichtsrat laut Bitter Dechant Alfons Thörner, Papenburgs Bürgermeister Jan Peter Bechtluft, Gerhard Hackmann aus Aschendorf sowie zwei Beauftragte des Bischofs, Joachim Schnieder (Finanzdirektor des Bistums) und Gerhard Brinkmann (stellv. Finanzdirektor des Bistums), sitzen.
Auch das Stiftungskuratorium wird neu besetzt. Vorgesehen ist laut Bitter, dass diesem Gremium diejenigen angehören, die die Stiftung in der Krankenhaus-Gesellschafterversammlung vertreten.
Zwei MVZ abgegeben
Neben den Veränderungen in den Gremien läuft laut Bitter die Bestandsaufnahme in allen Bereichen des Krankenhauses und bei den Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) weiter auf Hochtouren. „Wir werden in Kürze wissen, welche Herausforderungen im Detail auf uns zukommen“, so Bitter.
Erste Entscheidungen seien hinsichtlich des Medizinischen Versorgungszentrums in Emden und Sögel gefallen. Der Geschäftsführer: „Diese MVZ werden das Krankenhaus in Emden bzw. Sögel übernehmen und weiterführen.“ Bei den übrigen MVZ in Rhauderfehn, Dörpen und Weener seien die Zukunftsüberlegungen noch nicht abgeschlossen.
Bitter bestätigte zudem, dass derzeit Gespräche mit der Belegschaft über Mehrarbeit bzw. Gehaltsverzicht laufen. „Wir müssen alle gemeinsam sehen, dass wir das Haus wirtschaftlich wieder auf einen guten Kurs bekommen.“ Zu Details wollte er mit Verweis auf die internen Gespräche nichts sagen.
Klagefrage noch offen
Noch nicht abschließend beantwortet ist derweil nach Aussage von Bitter auch die Frage, ob gegen den langjährigen Geschäftsführer Franz-Josef Nienaber Regressforderungen gestellt werden. Nienaber hatte das Krankenhaus bis Ende Februar 2011 fast zwei Jahrzehnte geführt und war seinerzeit im Einvernehmen mit einer Abfindung aus der Verantwortung entbunden worden.
Während für die Mitarbeiter des Marienkrankenhauses noch nicht absehbar ist, ob und zu welchen finanziellen Einschnitten es bei ihrer beruflichen Zukunft kommt und wie viele Arbeitsplätze wegfallen könnten, hat ihr früherer Chef unmittelbar nach seinem Ausscheiden in Papenburg einen projektbezogenen neuen Job in Berlin bekommen.
Nienaber arbeitet nach Informationen unserer Zeitung als sogenannter „Vertreter des Trägers“ für einige Monate beim Franziskus-Krankenhaus. Dabei hat er es mit alten Bekannten zu tun, denn der Träger des Berliner Hospitals ist der St.-Georg-Stift e.V. mit Sitz im emsländischen Thuine.
Dahinter verbirgt sich der Schwesternorden, die Kongregation der Franziskanerinnen vom Hl. Martyrer Georg zu Thuine. Der Thuiner Schwesternorden war seit Juni 1898 bis Anfang September 2011 in Papenburg in den Strukturen der Stiftung Marienhospital mit seinen Schwestern vertreten.
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