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Haushaltsüberschuss in Lengerich
Lengerich. „2011 haben wir in allen Mitgliedsgemeinden eine sehr gute wirtschaftliche Entwicklung.“ Dies betonte der Lengericher Samtgemeindebürgermeister Matthias Lühn kurz vor Ende der Lengericher Gemeinderatssitzung. Zum Hintergrund: Im Haushalt der Gemeinde erwartet der Verwaltungschef im laufenden Jahr einen Überschuss in Höhe von rund 338000 Euro.
Normalerweise verbergen sich hinter dem regelmäßig bei Ratssitzungen zu behandelnden Tagesordnungspunkt „Genehmigung von überplanmäßigen Ausgaben“ nicht erwartete Kosten, die noch beglichen werden müssen, zuvor nicht eingeplant waren und somit ein mehr oder weniger großes Loch in den jeweiligen Haushalt reißen. Ganz anders stellte sich die Lage am Montagabend in der Gemeinde Lengerich dar, als die Ratsmitglieder über acht überplanmäßige Ausgaben in einer Gesamthöhe von 315400 Euro entscheiden mussten. „Vor dem Hintergrund der Einführung eines neuen Haushaltsbuchungssystems („Doppik“) zu Beginn des kommenden Jahres kann es zu Problemen führen, einen Überschuss in Höhe von 338000 Euro in den Büchern zu haben“, erklärte Lühn. Daher werden Kosten, die bereits absehbar sind, aber eigentlich erst im kommenden Jahr anfallen, bereits jetzt gebucht bzw. Rückstellungen dafür gebildet. „Das ist sehr erfreulich. Diese Rahmenbedingungen nutzen wir, um finanzielle Puffer für die Zukunft anzulegen“, freute sich Lengerichs Bürgermeister Gerd Wübbe.
Man hätte die erwarteten Überschüsse auch zur Schuldentilgung einsetzen können – wenn die Gemeinde denn überhaupt noch Schulden in dieser Größenordnung hätte. Denn laut dem Verwaltungschef hat die rund 2600 Einwohner zählende Gemeinde Lengerich zum Stichpunkt 1. November 2011 noch ein offenes Darlehen über 130000 Euro. „Die Rücklagen sind aber deutlich höher, sodass wir diese für eine Kommune sicherlich sehr geringen Schulden eigentlich sofort zurückzahlen könnten“, erklärte Lühn auf Nachfrage unserer Zeitung.
Rückstellungen gebildet
Im Einzelnen beschlossen die Ratsmitglieder einstimmig, bereits jetzt 105000 Euro für den erwarteten Fehlbetrag im Kindergarten, 55000 Euro für einen seit Längerem offenen Fehlbetrag und 15400 Euro für die Bezahlung einer halben Stelle in der Samtgemeindeverwaltung auszuzahlen. Zudem sollen Rückstellungen für die Unterhaltung des Bauhofes (30000 Euro), der Spielplätze (40000 Euro), von Straßen (50000 Euro) und der Freisportanlage (15000 Euro) sowie für die geplante neue Ausstattung des Bürgermeisterbüros mit einer Besprechungsecke sowie einem PC (5000 Euro) zu bilden.
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