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Hellern: Solarmodule auf verseuchtem Boden
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2003
Autor: Rainer Lahmann-Lammert 02. Dezember 2011 19:01 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

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Erich Loch Samstag, 03. Dezember 2011 11:01 Uhr

Stadtwerke wollen Altlast nutzen

Hellern: Solarmodule auf verseuchtem Boden

Osnabrück. In Hellern sollen zwei größere Solarkraftwerke entstehen: Die Stadtwerke wollen auf dem brachliegenden Altlastgelände der Schnepper’schen Tongrube 9000 Module aufstellen. Einen kleineren Solarpark plant der Landwirt Fritz Meyer zu Strohen an der Ströher Heide.

 
Solarmodule dicht an dicht: So könnte es demnächst an der Schnepper’schen Tongrube aussehen. Foto: Archiv/dpa  Vergrößern

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In Hellern wurde früher Ton abgebaut. Die Nachkriegsgesellschaft nutzte die Tongruben als Mülldeponien und scheute sich nicht, giftige Abfälle hineinzukippen. Die Schnepper’sche Grube am Tongrubenweg diente von 1951 bis 1965 sogar als offizielle Mülldeponie der Stadt Osnabrück.

Später sollten auf dem verseuchten Boden Wohnhäuser entstehen. Doch im Januar 1986 kam das böse Erwachen: Wegen der giftigen Hinterlassenschaften im Untergrund wurde ein Baustopp verhängt. Und der besteht fort, denn aus dem Erdreich steigen weiterhin schädliche Gase auf.

Die Fledermäuse im Blick

Jetzt haben die Stadtwerke die Initiative ergriffen: Auf dem 5,6 Hektar großen Teilgelände südlich des Tongrubenwegs planen sie einen Solarpark, der mit seiner Ausbeute von 1,5 Millionen Kilowattstunden Sonnenstrom pro Jahr etwa 440 Haushalte versorgen könnte.

Zum Vergleich: In Glandorf-Schwege steht die größte Fotovoltaikanlage in Niedersachsen. Auf einer Fläche von 20 Hektar erzeugen 35687 Solarmodule klimafreundlichen Strom für rund 2400 Haushalte.

Immerhin wäre das geplante Solarkraftwerk in Hellern mit einer Maximalleistung von 1750 Kilowatt die größte eigene Fotovoltaikanlage der Stadtwerke – „ein Meilenstein auf dem Weg zur Erreichung der Klimaziele, wie es in einer Pressemitteilung heißt. „Bis 2018 wollen die Stadtwerke alle Privatkunden mit selbst erzeugtem grünen Strom versorgen“, vermerkt Energievertriebsleiter Klaus Siedhoff, der sich zugleich bei den privaten Eigentümerinnen für die Überlassung der Fläche bedankt.

Doch bislang ist nichts entschieden, denn der Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung will erst die Ergebnisse einer ökologischen Untersuchung abwarten. Geklärt werden soll auch die Frage, ob Fledermäuse durch die großflächigen Sonnenfallen beeinträchtigt werden könnten.

Komplizierter ist das Verfahren für den privaten Solarpark, den der Landwirt Fritz Meyer zu Strohen an der Ströher Heide plant. Auf der knapp zwei Hektar großen Fläche nahe der Grenze zu Hasbergen befinden sich ebenfalls Altablagerungen, allerdings weitgehend ungefährlicher Bauschutt, wie Detlef Gerdts vom Fachbereich Umwelt in der Ausschusssitzung vermerkte.

Die geplante Nutzungsänderung macht eine Änderung des Flächennutzungsplans und des Bebauungsplans erforderlich. Einen entsprechenden Beschluss fasste der Ausschuss einstimmig. Stadtbaurat Wolfgang Griesert wies darauf hin, dass die Flächen zur Erzeugung erneuerbarer Energien in Osnabrück begrenzt seien. Für Windkraftanlagen sei das Potenzial „praktisch ausgereizt“. „Wir sind dankbar, dass es Eigentümer gibt, die ihre Flächen zur Verfügung stellen“, erklärte Griesert.

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  Leserkommentare

 
Erich Loch, Samstag, Dezember 3 um 11:01 Uhr ??? ...hoffendlich werden die arbeiter, die das aufstellen richtig informiert. ich bezweifele das sehr!

 
Andreas T., Samstag, Dezember 3 um 00:06 Uhr Ökologisch noch sinnvoll ? Es stellt sich langsam die Frage, ob es Sinn macht, immer mehr unbebaute Flächen dafür zu nutzen. Warum werden nicht erst Dächer von Gebäuden belegt, also ohnehin versiegelte Flächen, anstatt immer mehr unbebaute Flächen zu verbrauchen ?
Zusätzlich dazu werden ja auch immer mehr Ackerflächen für die Versorgung von Biogas-Anlagen verbraucht, was ebenfalls ökologisch fragwürdig ist.
Ziel von Biogas und PV war es ursprünglich doch, weniger Kern- und Kohlekraftwerke zu benötigen, um die Umwelt zu entlasten ... aber wegen des zu erwartenden Profits passiert nun genau das Gegenteil. Dabei sind noch nicht einmal die Hälfte aller für PV infrage kommenden Dächer belegt.
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