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Tippspiel
Klassik und Hardrock sind kein Widerspruch
Halle. Deep Purple und Klassik – das ist kein Widerspruch, sondern gehört seit Gründung der Band vor 43 Jahren zusammen wie Pech und Schwefel. Immer wieder hat das Quintett klassische Elemente in die Songs eingefügt, gerade bei den spektakulären Live-Interpretationen. An diesem Samstag wird die musikalische Symbiose erneut deutlich, wenn die Altrocker im Gerry Weber Stadion in Halle zusammen mit der Neuen Philharmonie Frankfurt das Programm „The Songs that Built Rock“ erklingen lassen.
Keyboard-Magier Jon Lord, verantwortlich für den Brückenschlag zwischen Händel und Hammond, schuf bereits im Jahr 1969 das legendäre Meisterwerk „Concerto for Group and Orchestra“. Seit 2002 ist der heute 70-Jährige zwar nicht mehr dabei, weil er sich den Tourstress ersparen und lieber in Ruhe an seinen ambitionierten Solo-Projekten werkeln wollte. Ihn ersetzt seitdem immerhin Don Airey, ein Tastenvirtuose, der schon mit vielen großen Rockbands wie Rainbow, Whitesnake, Black Sabbath und Jethro Tull legendäre Alben eingespielt und Tourneen absolviert hat.
Und noch ein Gründungsmitglied fehlt: Ritchie Blackmore wird seit 1994 von Ausnahmegitarrist Steve Morse vertreten – ein musikalisch ebenbürtiger Ersatz, auch wenn das dessen hartgesottene Fans anders sehen mögen. Morse fehlt allerdings die exzentrische, fast mystische Ausstrahlung des düsteren Gitarrengenies, das sich heute neben seiner Frau Candice Night mit einer Art Renaissance-Folkrock-Fusion beschäftigt. Die anderen drei im Bunde – Schlagzeuger Ian Paice, Bassist Roger Glover und natürlich Sänger Ian Gillan – bilden weiterhin das Rückgrat von Deep Purple.
Man darf gespannt sein auf Songs wie „Smoke on the Water“, „Pictures of Home“ oder „When a Blind Cries“, die Deep Purple bereits auf ihren Konzerten im Sommer zusammen mit dem Frankfurter Orchester gespielt haben. Aber auch einige selten aufgeführte Schätzchen haben die Altrocker im Gepäck, wie sie versprechen. Davon konnte sich im März bereits der russische Präsident Dmitri Medwedew in Moskau überzeugen, der sich als Purple-Fan outete. Bei einem persönlichen Treffen kramte er in Erinnerungen. Seit 33 Jahren höre er ihre Musik, sagte der Kreml-Herrscher zu Gillan und seinen Kollegen. Bei Discoabenden in der Schule habe er früher ihre Platten aufgelegt, doch das habe er sich vorher beim Komsomol-Leiter genehmigen lassen müssen, weil westlicher Hardrock nicht hoffähig war. Er lausche nach wie vor mit „ordentlicher Lautstärke“ den Hits der Rockband.
Deep Purple: Samstag, 3. Dezember, 19 Uhr, Gerry Weber Stadion, Halle; Ticket-Hotline: 05201/8180.
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