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Heimatverein Börger veröffentlicht Jahresschrift „Use Borger“
Börger. Der Heimatverein Börger hat zum 21. Mal seine umfassend illustrierte Jahresschrift „Use Borger“ veröffentlicht. Diesmal liegt der Schwerpunkt der 176 Seiten starken Ausgabe auf dem Thema Migration. Die Autoren haben sich zu diesem Zweck auf ganz unterschiedliche Art und Weise mit der Aus- und Zuwanderung in Börger befasst.
Die Präsentation des neuen Buches im Heimathaus begann Mitautor Bernd Gebkenjans mit einem aktuellen Foto. Dies zeigt die Familie Jacobs aus Israel vor dem Haus Weber an der Kirchstraße in Börger. „Jethro Jacobs wollte das Geburtshaus seines Großvaters einmal sehen“, erklärte Gebkenjans.
Die bewegende Geschichte der Familie Jacobs, von der ein großer Teil von den Nationalsozialisten verschleppt und ermordet wurde, und das Schicksal ihrer Nachkommen ist die Grundlage für drei Beiträge in der Jahresschrift. Durch Zufall wurde der Heimatverein auf den Lebensweg der Familie aufmerksam. 2004 hatte der Sauerländer Siegfried Hohmann sich an den Verein gewandt, um Informationen zur Biografie von Erik Jacobs zu erhalten, dessen Wurzeln Hohmann in Börger vermutete. Recherchen ergaben, dass Erik, genannt Meyer Jacobs, tatsächlich in Börger geboren worden war. Insgesamt vier Familien jüdischen Glaubens hatten zu dieser Zeit im 19. Jahrhundert im Dorf gelebt. Sie wohnten in der Ortsmitte, der späteren Poststraße, die auch als „Judenstraße“ bekannt war.
Hermann Ubbenjans zeigt in seinem Beitrag den Lebensweg der Familie Jacobs über mehrere Generationen auf. Ergänzend hierzu beschreibt er den Besuch von Jethro Jacobs und seiner Familie in Börger in diesem Jahr. Einen Einblick in das Leben, das die Familie in Israel führt, erhalten die Leser durch den Reisebericht von Gertrud Althoff aus Münster. Althoff war 2010 mit der Gemeinde Börger in Kontakt getreten, um Informationen zu diesem Zweig ihrer Familie zu sammeln.
„Wenn wir das heute nicht aufschreiben, ist es verloren“, mahnte Gebkenjans, als er den Artikel von Hubert Wes-terhoff vorstellte. Westerhoff erzählt in „Horst Kastner – Mein Weg nach Börger“ von den „sehr verschlungenen, oftmals abenteuerlichen Wegen“, auf denen Kastner in den Wirren der Nachkriegszeit nach Börger kam.
In einem weiteren Kapitel mit dem Titel „Vom Emsland zum Vrbastal in Nordbosnien“ zeichnet Reinhard Rolfes die Auswanderung der Familien Klune, Purk und Schröer nach. Im Rahmen eines lesenswerten Rückblicks zur Geschichte deutscher Kolonien auf dem Balkan erklärt Rolfes die Verbindung zwischen Börger und der deutschen Besiedlung in Bosnien.
In dem Artikel „Der Kampf gegen die Schwindsucht“ werfen Hans Geers und Reinhard Rolfes Licht auf die Geschichte des Krankenhauses in Börger (1911–1974) und beleuchten die medizinische Versorgung durch Ärzte, Schwestern und Wohlfahrtsverbände. Geers, der seit mehr als 20 Jahren Mitglied des Heimatvereins ist und jedes Jahr an der Jahresschrift mitgearbeitet hat, bekam für seine Verdienste eine Urkunde überreicht. Die letzten 56 Seiten des Werkes enthalten neben aktuellen Bekanntmachungen auch Rückblicke auf Ereignisse des vergangenen Jahres.
„Use Borger“ kostet 17 Euro und ist unter anderem beim Getränkemarkt Klaas erhältlich.
rav Niederlangen. Im Rahmen seines Heimatabends hat der Heimatverein Niederlangen seine 18. Jahresschrift „Neerlangen use Heimat“ vorgestellt.
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