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35 Eichen erhitzten die Gemüter im Lingener Rat
Lingen. Nach hitziger Diskussion hat der Lingener Stadtrat mit der CDU-Mehrheit grünes Licht für die Änderung des Flächennutzungsplanes gegeben, um dem Golfclub Emstal die Anlegung eines Parkplatzes und die damit einhergehende Verlängerung der Driving-Range (Abschlagsübungsplatz) in einen Mischwaldbestand zu ermöglichen. Die Fraktionen von SPD, den Grünen und den Bürgernahen votierten dagegen; die Liberale Fraktion enthielt sich der Stimme.
Walter Piekenbrock, beim Golfclub zuständig für das Projekt, stellte den Sachverhalt gegenüber unserer Zeitung wie folgt dar: Der Club wollte gerne eine angrenzende Ackerfläche für den Parkplatz von einem Landwirt pachten; die Verhandlungen scheiterten aber. Daraufhin trat man mit dem Ansinnen an die Stadt heran, die Driving-Range um 50 Meter in südöstliche Richtung in den Wald zu verlängern. Dafür müssen circa 35 Stieleichen gefällt werden; mehrere Bäume bleiben aber stehen. Weil 20 Meter im Norden für den Pakplatz benötigt werden, vergrößert sich die Driving-Range netto um 30 Meter. „Dies ist auch notwendig, um internationalen Standard zu gewährleisten“, sagte Piekenbrock. Er verwies darauf, dass der jahrelange Einsatz des Golfclubs ausdrücklich von den Naturschutzorganisationen BUND und NABU gewürdigt worden sei.
CDU-Fraktionsvorsitzender Uwe Hilling verwies darauf, dass der Golfclub auf eigene Kosten Naturschutzmaßnahmen vorgenommen habe, die weit über das rechtlich erforderliche Maß hinausgegangen seien. „So sind zum Beispiel für die Herausnahme der Flächen von rund 7000 Quadratmetern aus dem Landschaftsschutzgebiet 26000 Quadratmeter als Ausgleich zur Verfügung gesellt. Auch sind mehrere Tausend neuer Bäume angepflanzt worden.“
Sorge um Hirschkäfer
Für Birgit Kemmer, Fraktionsvorsitzende der Grünen, „ist es unbegreiflich, wie man auf die Idee kommen kann, circa 80 Jahre alte Stieleichen abzuholzen. Das Waldgebiet liegt direkt an der Emsschleife, und es ist höchst frevelhaft, dieses zu verkleinern.“ Die ökologischen Aspekte eines wertvollen alten Baumbestandes würden durch Kompensationsmaßnahmen nicht abgedeckt.
Ihr Fraktionskollege Michael Fuest sorgte sich um die Population des Hirschkäfers. Nach Angaben von Piekenbrock befinden sich Vorkommen der Tiere aber an anderen Stellen. Der Golfclub habe Eichenstämme in den Boden gerammt und die Hohlräume mit Eichensägemehl aufgefüllt, um die Eiablage der Käfer zu fördern.
Hermann-Otto Wiegmann (SPD) bescheinigte zwar dem Golfclub, viel für die Natur getan zu haben; die geplante Maßnahme sei aber ein Rückschritt.
Robert Koop (Fraktionsvorsitzender der Bürgernahen) meinte: „Die emsländische Landschaft nimmt Schaden.“ Er warf der CDU vor, bei einem Konflikt zwischen Ökologie und privaten Interessen stets gegen die Ökologie zu entscheiden.
Hilling forderte Koop dazu auf, öffentliche Äußerungen zurückzunehmen, dass die Stadt eine Baumfällaktion im Bereich des Golfplatzes veranlasst habe. Tatsächlich habe ein Privatmann Bäume auf einem Privatgrundstück entfernt. Koop wertete Hillings Aufforderung als Ablenkungsmanöver.
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07.04.2012

Gleich dazu noch ein unvorteilhaftes (altes!) Lobby-Bild abzudrucken, das kurz nach dem Orkan Xynthia (bis ~240 km/h) im Jahr 2010 entstand ist doch eine Farce!
Finde es im Übrigen spannend, dass "Hilling forderte Koop dazu auf, öffentliche Äußerungen zurückzunehmen, dass die Stadt eine Baumfällaktion im Bereich des Golfplatzes veranlasst habe. Tatsächlich habe ein Privatmann Bäume auf einem Privatgrundstück entfernt." so abgedruckt wird. Klingt fast so als hätte Hilling Informationen, die Koop nicht hat. Wenn ja, wo sind diese? Warum wird darüber kein Wort widergegeben? Oh man.