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Meppener Sänger verhöhnt Opfer
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Autor: Manfred Fickers 23. November 2011 20:30 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

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S. F. Freitag, 25. November 2011 12:25 Uhr

Das Geschäft mit dem Hass

Meppener Sänger verhöhnt Opfer

Meppen. Vom langhaarigen Heavy-Metal-Freak zum rechtsradikalen Skinhead: Diese Entwicklung hat der Meppener Daniel Giese in den vergangenen 20 Jahren genommen. In seinem „Döner-Killer-Song“ verhöhnte er 2010 die Opfer der Neonazi-Mordserie, bei der neun Menschen starben und die jetzt die Republik erschüttert.

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Im November letzten Jahres hat das Amtsgericht Osnabrück die CD „Adolf Hitler lebt“ der Band „Gigi und die Braunen Stadtmusikanten“ verboten und den noch nicht verkauften Restbestand beschlagnahmen lassen. „Gigi“, so nennt sich Giese, seit er mit Freunden in Meppen vor 20 Jahren die Metal-Band „Saccara“ gründete.

Das Niedersächsische Landesamt für Verfassungsschutz hat in seinem Bericht für 2010 auf einer Seite die Aktivitäten des 41-Jährigen beschrieben. Deutlich wird, dass er gut im Geschäft ist mit der rechten Szene. Auf „Saccara“ folgten die politisch stets eindeutiger werdenden Bandprojekte wie „In Tyrannos“ und „Kahlkopf“. Mit der Gruppe „Stahlgewitter“ wurde der Sänger laut Verfassungsschutz über die Grenzen Deutschlands unter Neonazis bekannt.

Hohn und Spott für alle, die nicht ins rechte Weltbild passen, haben Giese und seine Freunde im Angebot. In einem Lied auf der verbotenen CD wird die Aktion „Stolpersteine“ des Kölner Künstlers Gunter Demnig ins Visier genommen. Für die Opfer des Nationalsozialismus und diejenigen, die an sie erinnern, hat Giese in seinem Liedgut nur Verachtung übrig.

Zu Beginn der 90er-Jahre änderte sich im Emsland das Bild der braunen Kreise, die hauptsächlich in den Städten aufkamen. Radikale Fußballanhänger, Heavy-Metal-Fans und die damals noch unpolitischen Skinheads begeisterten sich zunehmend für fremdenfeindliche Sprüche. Zur Gewaltbereitschaft kam bei einigen Jugendlichen die passende Ideologie, und Giese lieferte mit „Saccara“ die Musik dazu.

Einer aus der mehr als 30 Leute umfassenden Clique um die damalige Band sagt, nur wenige hätten damals schon ein gefestigtes rechtes Weltbild vertreten: „‚Ausländer raus‘schreien und anschließend einen Döner essen gehen, das war normal.“ Man genoss es, sich in einer starken Gruppe stark zu fühlen. Bald zeigten Abgesandte rechter Parteien Interesse für die Musiker und ihre Anhänger. Manche radikalisierten sich, festigten ihr Weltbild.

Bald bildeten sich als Gegenbewegung „Antifa-Gruppen“ von Jugendlichen, die sich als „links“ verstanden. Die emsländische Polizei hatte zunehmend Schwierigkeiten wegen der häufiger werdenden Schlägereien, unter anderem im Meppener Vergnügungsviertel „Bermuda-Dreieck“ rechts und links der Herzog-Arenberg-Straße. Dies belegt ein Blick in alte Zeitungsausgaben: Bei einem Konzert von „Saccara“ sahen sich dort die Besucher einer Übermacht von rund 200 Gegnern, die die „Antifa“ mobilisiert hatte, gegenüber. Bei der Massenschlägerei wurden unter anderem Baseballschläger eingesetzt.

Giese gehörte offensichtlich zu denen, die zunehmend radikaler wurden. Andere lösten sich aus der Szene und reagierten damit auf die anwachsende Gewalt, veränderte Lebensumstände und den polizeilichen Druck. Politisch blieben die Aktivitäten der Rechtsradikalen so gut wie wirkungslos. Bei Wahlen im Emsland bekamen die Rechten stets Ergebnisse weit unter der Fünf-Prozent-Hürde.

Der kleine harte Kern der Rechtsradikalen sorgte lange Zeit für viel Arbeit bei der Polizei, dem Verfassungsschutz und den Gerichten. Typisch sind die Ereignisse auf dem Meppener Stadtfest im Jahr 2000: Damals hatten zwei Skinheads einige Jugendliche ausländischer Herkunft ins Visier genommen und Freunde herantelefoniert. Es kam zu einer Schlägerei, die die emsländische Polizei schnell beenden konnte. Anschließend rotteten sich rund 20 Jugendliche zusammen, um sich an den Skinheads zu rächen. Ein Baseballschläger, Flaschen, Gläser, Stühle und Tische wurden bei dem Kampf eingesetzt, den wiederum Polizisten aus der nahe gelegenen Meppener Wache stoppten, bevor es zu schwersten Verletzungen kam. „Es war wie im Krieg“, sagte damals ein Zeuge vor Gericht aus.

Die Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim und die Staatsanwaltschaft Osnabrück teilten diese Woche mit, dass es in den letzten Jahren einen Rückgang bei Straftaten aus der rechten Szene heraus im Emsland gegeben hat. Die Polizeiinspektion hatte auf die Ereignisse der 90er-Jahre mit einem Präventionsprogramm reagiert, das Jugendliche anspricht und rechtsextreme Aktivitäten behindern soll. Dass dies nicht immer gelingt, zeigten etwa ein Zeltlager von Rechtsextremen in Haselünne 2006 und ein als Privatveranstaltung getarntes Konzert rechter Bands 2010 in Nordhorn. Für einige Rechtsextreme macht sich nach Informationen unserer Zeitung das Leben unter Beobachtung von Polizei und Verfassungsschutz bezahlt. So verdient ein Radikaler in Lingen Geld mit dem Fanartikel-Versand – auch von Bands, in denen „Gigi“ mitsingt. Er sei als Musiker sehr gefragt, berichtet der Verfassungsschutz. Geld für Anwälte wird Giese wieder brauchen: Pressesprecher Alexander Retemeyer von der Staatsanwaltschaft Osnabrück bestätigte jetzt, dass gegen ihn ein Verfahren wegen Volksverhetzung läuft.


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  Leserkommentare

 
S. F., Freitag, November 25 um 12:25 Uhr @A.W. Was Sie hier wiedergeben ist so nicht ganz korrekt und aus dem (textlichen) Zusammenhang gerissen. Es war auch wieder das übliche BlaBla über Südländer bzw. "südländisches Aussehen" als Würze in dem Kommentar beigegeben - selbstredend so negativ dargestellt, das ich mich als Südländer, sofern ich einer wäre, hätte beleidigt gefühlt. Nicht immer die unangenehmen Passagen ausblenden (!) Gruß, sf

 
A. W., Freitag, November 25 um 09:59 Uhr Sehr geehrte Frau Grothe, sehr geehrtes Redaktionsteam! So, jetzt ist es mir wieder eingefallen, was so böses im Kommentar stand der gelöscht wurde. Die Meinung "faule Griechen". Oh weh, wie böse, böse. Wie das wohl gemeint war ? Da kann man ja mal drüber nachdenken, teilen muss man das noch lange nicht. Und eine gute Möglichkeit wäre ja auch, das Wort "faule" einfach aus dem Gesamttext zu löschen. Aber nein, wenn, dann gleich ganz dem Bösen den Garaus machen. Also bei mir war Herr Krechting schon mal gnädiger, da wurde tatsächlich nur das nicht passende herausgeschnitten.
Es ist tatsächlich so, dass man einmal darüber nachdenken kann, was faul in der Wirtschaft bedeutet und welche Auswirkungen es global hat, denn der User bezog seinen Beitrag auf die große Finanzielle Bedrohung gegenüber Europa.
Es ist ja nun so, dass wir Leser im Web auch mal sehr große Zeitungen ansteuern wie Stern, focus, spiegel oder süddeutsche Zeitung. Ich bin die meiste Zeit auf Süddeutsche.de . Und dort herscht ein ganz anderer Ton in den Beiträgen, da wird auch gelöscht, aber im Großen und Ganzen darf man dort Dinge sagen die wahr sind. Oha, was ist Wahrheit?
Jedenfalls gibt’s da richtig Pfeffer in den Leserkommentaren. Z.B über Gutti ( S.7 )- http://www.sueddeutsche.de/politik/guttenberg-und-sein-interview-buch-comeback-eines-blenders-1.1217375?commentCount=244&commentspage=1#kommentare - Das mag ich, sagt Jesus doch:" Ihr seid das Salz der Erde". Und wenn man dann mal über die Strenge schlägt, sollte die Redaktion doch erstmal Augenmaß zeigen und vielleicht ein Wort nur streichen statt den ganzen Text. Stellen Sie sich einmal vor, ich würde ihnen immer Ihre Beiträge in ihren Papierkorb werfen, wenn Sie einen Fehler gemacht haben. Wachsen bedeutet, mit Augenmaß lernen. Und über den eigenen Tellerrand sehen zu können ist schon was feines.
Herzliche Grüße

 
Michael K., Freitag, November 25 um 04:55 Uhr Gelöschter Kommentar Liebe Frau Grothe,
sehr geehrte Mit-Leser und Schreiber,
ich konnte den Kommentar gestern noch lesen und fand diesen eigentlich ganz ok.
Ich denke der Schreiber wollte damit nicht irgendwen diskriminieren oder diffamieren sondern ausdrücken das man dem "Brauen Mob" keine Plattform geben sollte und diese dadurch noch bekannter,populärer macht,es gibt tatsächlich Dinge in dieser Welt worüber wir uns im Zusammenhang mit der "Braunen Gewalt" mehr Gedanken machen sollten.Nur um ein Beispiel zu nennen : Vorratsdatenspeicherung und Antiterror-Gesetze,diese Vorhaben unsere Regierung haben in diesem Zusammenhang leider völlig versagt.
Aber nun möchte ich etwas zu dem Artikel sagen :
Unser GG erlaubt uns eine "freie Meinung" zu äussern,aber jegliche noch so kleine Bühne für diese Menschen ist schon zu groß,daher möchte ich auch einmal die NOZ krittisieren das sie gerade diesen Menschen mit Foto und Namen erwähnen muss,das könnte ihm weitere Anerkennnung in seinen Kreisen bringen und macht ihn auch noch bekannt in Kreisen wo er bis heute unter Umständen völlig unbekannt war,wie bei mir zum Beispiel.Damit hat sich dieser Person eine völlig neue Tür geöffnet,die man nun nicht wieder zubekommt,was ihm leider unter Umständen mehr Zulauf bringt oder aber jetzt wird von "Linken" jagd auf diese Person gemacht,was man dann auch im schlimmsten aller Fälle der NOZ ankreiden müsste.
Wir alle haben das Recht auf Information,aber manchmal ist es besser bestimmte Dinge nicht zu schreiben oder an die Öffentlichkeit gelangen zu lassen.
Das 99,5% aller Menschen in Deutschland Nazis nicht gerade wohl wollend gegenüberstehen muss ich glaube ich hier nicht extra betonen oder ?Aber auch mir wirft sich bei aller Abscheulichkeit der Verbrechen die Frage auf : Wer entschädigt die Eltern des jungen Mannes der auf der Iburger Strasse von einem Südländer erstochen wurde? Keiner ! Leider müssen wir auch heute noch mit dem Manko leben das wir den 2.ten Weltkrieg angefangen haben und uns deswegen manche Meinung oder Äusserung nicht zugestanden wird,denn sie könnte ja eine " rechte Gesinnung " enthalten,wobei ich denke das es letztendlich nur ligitime Fragen sind weil Entscheidungen, die in Berlin von unseren Politikern getroffen werden vom "Kleinen Mann/Frau" ebend von uns Bürgern nicht verstanden werden.Daher sehe ich ebend doch einen Grund über solche Äusserungen wie unbequem sie auch seien mögen liebe Frau Grothe,zu diskuttieren,denn das macht eine Demokratie ebend aus und leider wird heut zu tage vieles als "Rechts" empfunden oder verstanden was ohne den 2.ten W.K. niemals so aufgefasst werden würde.Aber warum muss denn gerade "meine" Generation der heute 30-40 jährigen sich bei solchen Äusserungen noch als "rechts" abstempeln lassen.
Ich denke ich habe nun genug über Gedanken und Meinungen philosofiert und hoffe ich konnte mit meinen Worten darlegen und verständlich machen was ICH denke.
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