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Arena-Debatte beginnt: Chef der Rats-Opposition kritisiert Vorgehen des Oberbürgermeisters
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Ohne Halle wackelt das Hotel-Projekt

Arena-Debatte beginnt: Chef der Rats-Opposition kritisiert Vorgehen des Oberbürgermeisters

Osnabrück. Die Arena-Pläne von Oberbürgermeister Boris Pistorius haben viele kalt erwischt. Die Opposition, aber auch die Grünen als Zählgemeinschaftspartner der SPD halten sich mit Stellungnahmen zur Sache noch zurück. Das Bauunternehmen MBN legt seine Hotelpläne für das ehemalige Gewerkschaftshaus neben der Osnabrückhalle erst einmal an die Seite. Und Fritz Brickwedde, CDU-Ratsfraktionschef, kritisiert das Verfahren.

 
Wo das alte Gewerkschaftshaus steht, ist ein Hotel geplant. Falls die Osnabrückhalle abgerissen wird, ist das Thema aber wohl durch.Foto: Klaus Lindemann  Vergrößern

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Nach intensiver Diskussion habe der Rat im Juni die Sanierung der Osnabrückhalle auf Vorschlag der Stadtverwaltung beschlossen. Der Oberbürgermeister habe anschließend beiläufig erklärt, dass er auch noch einmal den Arena-Neubau prüfen lassen wolle. Brickweddes Kritik: „Jetzt, fünf Monate später und nach der Kommunalwahl, kommt er mit dem Neubauvorschlag um die Ecke und verlangt von uns, dass wir in vier Wochen über ein Projekt entscheiden, das für die Stadt finanzielle Auswirkungen auf Jahrzehnte hat.“ Am 28. November werde sich seine Fraktion die Arena-Studie von der Gutachterfirma und von der Hallenchefin Sandra Gagliardi erläutern lassen. Außerdem wolle man weitere Experten heranziehen, um die Belastbarkeit der Zahlen und Prognosen zu prüfen, die den Kostenschätzungen zugrunde liegen. Das wollen auch die Grünen im Rat, die auch erst seit wenigen Tagen die Studie kennen, wie Jens Meier, der zuständige Fachmann innerhalb der Fraktion, gestern einräumte.

Die CDU-Fraktion überlegt zudem, Akteneinsicht zu beantragen, um die Vorgänge beim Kauf der Güterbahnhofsflächen beurteilen zu können. Das Immobilienunternehmen Aurelis – seine Gesellschaftsanteile werden je zur Hälfte von der Hochtief Projektentwicklung GmbH und Redwood Grove International gehalten – hat die für die Arena ins Auge gefassten Flächen an private Kaufleute verkauft. Mit denen muss die Stadt nun erst einmal handelseinig werden. „Wir fragen uns, warum der Oberbürgermeister nicht aktiv an Aurelis herangetreten ist“, sagt Brickwedde. Da er trotz des Sanierungsbeschlusses für die Osnabrückhalle an den Arena-Plänen festgehalten habe, wäre es an ihm und der Stadtverwaltung gewesen, sich durch eine schriftliche Verabredung oder ein konkretes Angebot an die Vermarktungsgesellschaft ein Vorkaufsrecht zu sichern, kritisiert Brickwedde: „Jetzt mit dem Finger aufAurelis zu zeigen, ist nicht in Ordnung.“

Für Wolfgang Stumpe, Vorstand des Georgsmarienhütter Bauunternehmens MBN, ist jetzt völlig offen, was aus dem geplanten Hotel neben der Osnabrückhalle wird. Das Bauunternehmen hatte im Herbst 2006 das ehemalige Gewerkschaftshaus neben der Osnabrückhalle gekauft. Mit einem Hotel neben der Halle sollte der Tagungs- und Kongressbetrieb beflügelt werden. Derzeit wird das alte Gewerkschaftshaus von MBN an die Hochschule vermietet. Ob an dieser Stelle ein Hotel entstehe, hänge nun von der Ratsentscheidung ab und davon, ob die Hotel-Interessenten auf der Nähe zur Osnabrückhalle bestünden.

Auch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) wartet gespannt auf den 13. Dezember, wenn der Rat die Grundsatzentscheidung treffen soll. Aus zwei Gründen: Erstens war geplant, den Deutschen Umweltpreis 2013 in der dann frisch sanierten Osnabrückhalle zu verleihen. Zweitens hat die DBU bereits im August 125000 Euro für die Energiesanierung der Stadthalle bewilligt. Die Auszahlung der Fördersumme liege jetzt auf Eis, damit der Stiftung kein Schaden entstehe, sagte DBU-Sprecher Franz-Georg Elpers gestern.

Die Begründung für die DBU-Förderung zeigt andererseits auch, dass die in die Jahre gekommene Osnabrückhalle auch aus ökologischer Sicht ein Problemkind ist. Der Energieverbrauch für Heizung und Warmwasser betrug jährlich rund 1600 Megawattstunden. Durch eine Sanierung nach neuesten Erkenntnissen sollten diese Werte drastisch gesenkt werden, sodass das Sanierungskonzept Modellcharakter hätte für viele deutsche Stadthallen aus den 70er- und 80er-Jahren, wie Horst Baier, Finanzvorstand der Stadt Osnabrück, noch im August stolz verkündete.


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  Leserkommentare

 
Stephan M., Sonntag, November 20, 2011 um 10:34 Uhr @ Ludwig M Eine moderne Mehrzweckhalle muss sich selbst tragen.

 
Klaus S., Samstag, November 19, 2011 um 22:59 Uhr MBN-Hotel ? Wäre der Fa. MBN wahrhaftig an einem Hotelbau gelegen, hätten schon längst einige Gäste hier genächtigt. Zeit genug war ja wohl. Und jetzt wird uns der Schandfleck wohl noch weitere Jahre erhalten bleiben.

 
Ludwig M., Samstag, November 19, 2011 um 22:10 Uhr Typisch Rot Hier wird uns ein Paradebeispiel geboten, wie die SPD und Anhang mit dem Geld umgeht das sie nicht hat. Es ist leicht und verantwortungslos Bedürfnisse zu wecken wenn das Geld dafür fehlt. Jeder finanzierte Euro mindert das verfügbare Haushaltsgeld. Wenn Herr Pistorius die Halle wünscht,möge er Sponsoren anwerben, die ihm die Halle bezahlen. Aber bitte keine Schulden machen.
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