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Menslage: Naturnahe Gärten für Igel ideal
Menslage/ Wasserhausen. Bei frostigen Temperaturen fragen sich viele Tierfreunde beim Anblick eines Igels, ob das Stacheltier heil über den Winter kommt. Doch wer den Wildtieren dabei helfen möchte, sollte Einiges beachten. Das Team der Sielmann-Ranger gibt dazu fachkundige Empfehlungen.
„Für gesunde Igel gehören die Vorbereitungen auf den Winterschlaf zur Routine. Die Tiere haben sich den Sommer über ausreichende Fettreserven zugelegt, von denen sie über Monate hinweg zehren können“, verweisen Gerrit und Hannes Öhm von den Sielmann Natur-Rangern in Wasserhausen auf ein natürliches Phänomen, das aber durch die Suche nach einem geeigneten Winterquartier gestört werden kann.
Denn viele Igel finden keine ausreichenden Unterschlupfmöglichkeiten unter Reisig-, Laub- und Holzhaufen oder in Hecken und Sträuchern, weil es nur wenige Naturgärten gibt.
Wer Igeln wirklich helfen will, dem empfehlen die Ranger, für geeigneten Lebensraum und für igelgerechte Nahrungsgrundlage zu sorgen. Käfer, Raupen und Würmer stehen ganz oben auf dem Speiseplan.
Grundsätzlich gelte, so die Öhms: Je naturnaher der Garten gestaltet wird, umso geeigneter ist er als Lebensraum für Igel und den Rest seiner Lebensgemeinschaft.
Den besten Schutz jedoch erfahren die heimischen Stacheltiere durch einen giftfreien und mit heimischen Pflanzen bestückten Naturgarten.
„Insbesondere junge Igel können im Herbst auch tagaktiv sein, um sich die nötigen Fettreserven anzufressen. Diese Tiere sollten nicht aus falsch verstandener Fürsorge aufgenommen werden“, verweist Gerrit Öhm auch auf die juristische Regel, dass ein Wildtier nur bei Verletzungen und bei Gefahr im Verzug aufgenommen werden darf.
Darüber hinaus diene das Winterhalbjahr als Zeit der Auslese, um die Arten vital zu halten.
Schon deshalb sei es nicht ratsam, alle sehr stark untergewichtigen Jungigel aufzunehmen, warnt Öhm. Wer sich jedoch dazu entschließt, sollte die Pflege in sachkundige Hände geben.
In einer Igelstation werden die Tiere zunächst gewogen. Wiegen sie weniger als 500 Gramm, werden sie den Winter wahrscheinlich ohne Hilfe nicht überleben.
In den Stationen kontrolliert ein Tierarzt den Gesundheitszustand der Fundtiere. Denn zwischen seinen Stacheln tummeln sich Flöhe und Zecken, die fachmännisch behandelt werden müssen. Ferner werden die Igel entwurmt und mit einer Spezialnahrung aufgepäppelt.
In der Regel verbringen die Igel den Winter in sogenannten „Igelkisten“ unter ständiger Betreuung, bis das Thermometer wieder 15 Grad plus anzeigt.
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