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Azubi-Speed-Dating in Lingen: Betriebe bieten viele Lehrstellen an
Lingen. Ein Bürojob ist nichts für die 19-jährige Jule Heilen. „Eine Ausbildung beim Malerbetrieb Meemann in Bawinkel wäre genau das Richtige für mich“, ist die junge Frau überzeugt.
Die 19-Jährige zählte zu den circa 90 jungen Leuten, die am zweiten Azubi-Speed-Dating in der Bildungsakademie des Lingener Handwerks teilnahmen. 27 Betriebe waren vertreten. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Kreishandwerkerschaft Lingen und vom Jobstarter-Team des Berufsbildungs- und Technologiezentrums des Handwerks GmbH (BTZ). Die Idee: In 15-minütigen Gesprächen zwischen Ausbildungsbetrieben und jungen Leuten soll herausgefunden werden, ob beide Seiten zueinanderfinden können.
Das BTZ nahm deshalb Kontakt zu den neunten und zehnten Klassen der Hauptschulen und Realschulen sowie zu den Berufsfachschulen im Altkreis auf. Die Kreishandwerkerschaft wiederum bat die Mitgliedsbetriebe, sich zahlreich an der Veranstaltung zu beteiligen. Die Betriebe boten über 160 Ausbildungsplätze an. Zur Vorbereitung auf die Treffen mit den Firmenvertretern hatten die Ausbildungswilligen Fragebögen ausgefüllt.
In einem Gespräch mit unserer Zeitung machten Kreishandwerksmeister Ansgar Kuiter, der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Horst Hagemann, und der stellvertretende Geschäftsführer des BTZ, Eugen Bürsken, darauf aufmerksam, dass im Emsland zahlreiche Ausbildungsplätze in gewerblich-technischen Berufen unbesetzt sind. Deshalb sei es von größter Bedeutung für die Betriebe, geeignete Nachwuchskräfte zu finden, um dem Facharbeitermangel entgegenzuwirken. Dass dies in den kommenden Jahren noch schwieriger wird, untermauerte Hagemann mit Zahlen. Betrug die Zahl der 17- bis 19-jährigen Schulabgänger im Landkreis Emsland in diesem Jahr 8679, so wird sie sich laut Prognose im Jahr 2021 auf 6960 reduzieren.
Alle drei verwiesen darauf, dass viele Handwerksberufe inzwischen mit Hightech verbunden seien und attraktive Arbeitsbedingungen böten. Kuiter: „Junge Leute haben oftmals falsche Vorstellungen von Handwerksbetrieben, weil sie diese nicht mehr aus eigener Anschauung kennen.“ Früher sei die Jugend mit den Betrieben im Ort wie zum Beispiel einer Schmiede oder einer Tischlerei aufgewachsen, heute befänden sich die meisten Betriebe in Gewerbegebieten.
Bernhard Rakers, bei der Firma Beton Rekers in Spelle verantwortlich für Rechnungswesen und Personal, lobte die gute Organisation der Veranstaltung. „Wir haben vier junge Leute eingeladen, sich unseren Betrieb anzuschauen.“ Die Firma biete im nächsten Jahr rund 20 Lehrstellen für Beton- und Stahlbetonbauer, Elektroniker und Metallbauer an. „Leider fehlt es manchen Bewerbern an der Ausbildungsreife“, bedauerte Rakers.
Auch Christoph Meemann vom Malerbetrieb Meemann in Bawinkel war voll des Lobes über die Organisation. „Es ist auffällig, dass fast ausschließlich Mädchen Interesse an einer Ausbildung bei uns als Malerin und Lackiererin haben.“ Von Jule Heilen hat der Geschäftsführer einen guten Eindruck. Meemann entsprach gerne der Bitte der jungen Frau, den Betrieb im Rahmen eines Praktikums kennenzulernen.
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