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Bersenbrück: A-Cappella und Weltklasse-Beatbox
Bersenbrück. Dem Schreiben eines Artikels sind Grenzen gesteckt. Manchmal reichen die Worte einer Berichterstattung nicht, um der Qualität und Atmosphäre einer Veranstaltung gerecht zu werden. Der Auftritt der A-cappella-Gruppe Sonic Suite ist das beste Beispiel dafür. Trotzdem ein Versuch.
Wer als Zuhörer in der Kreissparkasse Bersenbrück in den Genuss des Konzertes der sieben Vokalisten kam, den überraschte ein Auftritt mit fantastischen Stimmen und kreativen Kompositionen von Künstlern, die sich selbst im massenorientierten Showbusiness von heute Zeit nehmen für eine – im wahrsten Sinne des Wortes – ganz persönliche „Note“. Die umgestaltete Kreissparkasse als Konzerthalle für mehr als 300 Zuschauer war genauso außergewöhnlich wie der Auftritt selbst.
Soul, R&B, Pop – jazzige Einlagen, Moves und eine Menge Spaß. Diese Zutaten sind das Rezept für ein Programm, das in all seiner Professionalität trotzdem keine eingefahrene Routine erkennen lässt. Neben Interpretationen bekannter Popgrößen wie Alicia Keys („A womans Worth“) und Gnarls Barkley („Crazy“) sind es vor allem die selbst geschriebenen Stücke der Musiker („Northern Life“, „Wonder why“), die das Profil einer jungen, charismatischen und abwechslungsreichen A-cappella-Band der neueren Generation charakterisieren. Das ist nicht unbemerkt geblieben: Einen Preis nach dem anderen räumen die Musiker derzeit bei nationalen wie internationalen Festivals ab.
Die Akteure aus ganz Deutschland werden von Manager und Coach Tilo Beckmann für die Auftritte zusammengeführt. Die Gruppe harmoniert nicht nur miteinander, sie ergänzt sich gegenseitig zu einem komplexen Klanggefüge. Auch solo beweisen die Stimmen höchste Individualität. Als begnadeter Beatboxer der Weltklasse verblüfft Indra Tedjasukmana – rhythmischer Anker der Gruppe – mit einem unmöglich erscheinenden Repertoire an Geräuschen. Sein Solo erzeugt ungläubiges Staunen: Nur mit der eigenen Stimme mixt Tedjasukmana in der Rolle des DJs an imaginären Luftplatten die Sounds, als Drummer zaubert er die Akustik eines ganzen Schlagzeugs quasi aus dem Nichts hervor.
Maike Lindemann im Sopran wechselt mit unbekümmerter Leichtigkeit zwischen nachdenklichen Tönen und purer Lebensfreude. Lena Belgart hat „das gewisse Etwas“ in der Stimme, Victor Visotsky braucht zum Einstieg nur einen Song, um klarzumachen: Kritiker verlassen nicht den Raum.
Soloeinlagen und Duett, Sextett oder das „volle Programm“: Die lockere Natürlichkeit der Mitglieder und die ständig wechselnden Konstellationen stecken an. Das ist die pure Liebe zur Musik.
„Die Stimme ist das Instrument, das man immer dabei hat. Denken Sie mal dran, zum Beispiel im Auto oder in der Dusche.“ Laute Lacher. Die Nachricht kommt an: Musik machen kann jeder. Mühelos integriert Lewin Blümel das Publikum als seinen rhythmischen Background, Frieder Schmidt holt mit 300 schnipsenden Zuschauern den „Regen“ in die Sparkasse. Die Atmosphäre: locker und gespannt zugleich. Ihre Musik hängt greifbar im Raum wie die Luft zum Atmen. Ein fünftes Element.
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