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Tippspiel
Gelungenes Herbstkonzert des Bläserchors Bohmte
Bohmterheide. Mit stehenden Ovationen honorierte das Publikum nach über zwei Stunden die herausragenden Leistungen des Bläserchors Bohmte unter der abwechselnden Leitung von Marco Stolte und Petra Garbe im Schützenhaus in der Bohmterheide. Erlebt hatten die Zuhörer ein Feuerwerk an ebenso anspruchsvoller wie unterhaltsamer Bläsermusik, sodass sie die Musikerinnen und Musiker erst nach drei Zugaben gehen ließen.
„Sie können locker mit ruhigem Gewissen bis drei Uhr an der Theke feiern und sind auch noch um drei Uhr wieder zu Hause“, ging Marco Stolte in seiner launigen Begrüßung auf die Winterzeit ein, die in der darauffolgenden Nacht begann. Den Titel ‚Herbstkonzert‘ habe man extra gewählt, denn: „Die Natur ist wunderbar unterschiedlich anzusehen, und genauso unterschiedlich wird unser Programm sein“, sagte Stolte, dessen Dank all denen galt, die das Konzert unterstützten. Charmant und informativ übernahm Christina Linkemeyer nun die Moderation.
Wer Märsche im Programm erwartet hatte, wurde nicht enttäuscht: Mit dem traditionellen „Erzherzog Albrecht Marsch“ hatte der Bläserchor Bohmte den Konzertabend eröffnet. Von Klassik und Evergreens über Polka bis hin zu Filmmusik und Musicalmelodien mit ansteckendem Rhythmus reichte das Repertoire.
Ein erster musikalischer Höhepunkt war eine Version von Evergreens aus Frankreich wie „Hinter den Kulissen von Paris“, „Pigalle“ und einem „Cancan“ – sie bekamen eine Fortsetzung im zweiten Teil. Mit „All you need is Love“ erinnerte der Klangkörper an die unvergessenen Beatles und mit „I will follow him“ an den Film „Sister Act“. Anfangs mit sehr weichen, fast zarten Passagen – bei diesen Instrumenten eine hohe Kunst –, verdeutlichten sie, wie facettenreich Blasmusik sein kann.
Ein Medley mit Frank Sinatra in concert beinhaltete Stücke wie „My Way“, New York, New York“ oder „Strangers in the Night“, und für Polkafreunde folgte der „Dompfaff“. Eine immense Kraft und Klangsubstanz entfaltete das Orchester während der Dudelsackmelodie „Highland Cathedral“, die schon als schottische Nationalhymne vorgeschlagen wurde. Beschwingt ging es mit dem „Hoch- und Deutschmeister-Marsch“ in die Pause. Die heimliche Hymne der Luftwaffe ist der „Flieger-Marsch“, mit dem man, vom Klatschen des begeisterten Publikums begleitet, in den zweiten Teil startete.
Mit „Antigone“ erfolgte nicht nur ein Ausflug in das Genre Klassik, sondern der Bläserchor brachte zudem viele Farbnuancen in schillernder Weise zum Ausdruck. Weiter ging die musikalische Reise zum Musical „Evita“ und „Don’t cry for me Argentina“. Während „Tornero“, das Michael Holm mit „Wart auf mich“ einst herausbrachte, mussten die Querflöten während der ersten Takte Schwerstarbeit leisten, und die Instrumentalisten berührten mit ihrem wunderbar einfühlsamen Spiel.
Einen farbenreichen Orchesterklang demonstrierten sie zum Potpourri aus dem Musical „My fair Lady“ und kamen mit dem „Mädchen von der Wolga“ nach „Kalinka“ in Russland an. Kurze Zeit später mit dem Niedersachsenmarsch und „Alte Kameraden“ wieder in Deutschland. Im Verlauf des Konzerts hatte der Bläserchor Bohmte das Publikum mit strahlendem Blech, wohlklingend schmeichelnder Melodieführung und sensibler Klanggestaltung in Hochstimmung versetzt, aber auch Spritzigkeit und Frische bewiesen, sodass der begeisterte Applaus und die stehenden Ovationen allemal gerechtfertigt waren.
Neue Ensemblemitglieder werden übrigens immer gesucht! Wer neugierig geworden ist: Der Bläserchor probt jeden Donnerstag von 20 bis 22 Uhr im katholischen Gemeindehaus in Bohmte.
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