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Marstall in Sögel so stark ausgelastet wie nie
bü Sögel. Irmgard Welling ist neue Vorsitzende des Trägervereins der Jugendbildungsstätte Marstall Clemenswerth in Sögel. Ihr Vorgänger, der scheidende Sögeler Bürgermeister Heiner Wellenbrock, wurde nach rund 20-jährigem Vorsitz mit erfreulichen Nachrichten aus dem Amt verabschiedet. Wie Hausleiter Michael Strodt bei der Mitgliederversammlung darlegte, verzeichnete der Marstall im Jahr 2010 einen bisher nie erreichten Höchststand an Belegungen.
So waren im vergangenen Jahr exakt 10446 Teilnehmer im Rahmen von 409 Kursen in der Jugendbildungsstätte zu Gast. „Ein Blick in die Struktur der Kurse macht deutlich, dass dieses hervorragende Ergebnis wesentlich mit den stark gestiegenen Eigenveranstaltungen des Marstalls und den Schulgemeinschaftstagen zusammenhängt“, so Strodt. Das vergangene Jahr sei in ganz besonderer Weise durch die Frage geprägt gewesen, wie das Haus als Jugendbildungsstätte im Bistum Osnabrück mit dem Bekanntwerden des Machtmissbrauchs in der katholischen Kirche und den Erfahrungen von sexueller Gewalt umgehe. „In einer Reihe von Fortbildungen haben wir in einem Klima der Offenheit, Transparenz und Dialogbereitschaft mit unseren nebenamtlichen Mitarbeitern, mit Gruppenleitern und verantwortlichen Lagerleitungen Handlungsmöglichkeiten erarbeitet, Sicherheit im Umgang mit kritischen Situationen gewonnen und Präventionsmaßnahmen vermittelt“, erklärte Strodt. Vorrang hätten dabei immer die Perspektive und der Schutz der Opfer.
Der scheidende Vorsitzende Heiner Wellenbrock lobte die Erfolgsbilanz des Marstalls im Hinblick auf eine gestiegene Auslastung durch höhere Teilnehmerzahlen trotz gleich gebliebener personeller Bedingungen. Dies betonte auch Joachim Schnieders, Finanzdirektor im Generalvikariat des Bistums: „Das Haus wurde wirtschaftlich gut geführt, obwohl die Personalzahl stabil geblieben ist. Das ist aller Ehren wert.“
Generalvikar Theo Paul formulierte zwei Chancen, die die Jugendbildungsstätte anpacken müsse: Einerseits eine Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte in Esterwegen, andererseits die Tatsache, dass es im Rahmen veränderter Bedingungen in Schule und Studium zunehmend schwierig sei, nebenamtliche Teamer für die Betreuung der Schulgemeinschaftstage ans Haus zu binden.
Worte des Dankes richtete Michael Strodt zum Abschied an Heiner Wellenbrock, der am 30. April 1992 zum Vorsitzenden gewählt worden war. „Als Anwalt und Lobbyist der Bürger und guter Repräsentant Deines Marstalls hast Du ein starkes Stück Glaubwürdigkeit vermittelt und Dir Vertrauen und Sympathie in der Bevölkerung und im Marstall erworben.“ Für Wellenbrock hätten stets das Thema und das Anliegen im Mittelpunkt gestanden. Der Vorschlag, seine designierte Nachfolgerin im Bürgermeisteramt, Irmgard Welling, zur neuen Vorsitzenden zu wählen, bringe die Wertschätzung der Gemeinde für die Bildungsarbeit des Marstalls zum Ausdruck. Das zeige aber auch die gute Verwurzelung der Jugendbildungsstätte in der Region und mache die Verwirklichung von Projekten, die der inhaltlichen und baulichen Erneuerung dienten, deutlich leichter.
In Wellenbrocks Amtszeit fielen große Renovierungs- und Erweiterungsmaßnahmen, die beiden großen Jubiläen zum 50. und 60. Bestehen des Hauses sowie der Trägerwechsel vom Bildungszentrum „A+W“ zum Sozialwerk der KAB/CAJ im Jahr 1993.
Zum Dank erhielt Wellenbrock ein Bild des Marstalls der Künstlerin Mara Kolimbatovic sowie die Ernennung zum Ehrenvorsitzenden. Neben Irmgard Welling wurde der Nordhümmlinger Samtgemeindebürgermeister Hermann Tebben neu in den Vorstand des Trägervereins gewählt und löst damit den Werlter Bürgermeister Willfried Lübs ab.
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07.04.2012
