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Tippspiel
1400 Zuschauer beim „Rhythm-’n’-Blues“-Festival in Halle/Westfalen
Halle. Musik-Festivals finden gemeinhin unter freiem Himmel statt. Dass man die typische Festival-Atmosphäre auch in geschlossenen Räumen erschaffen kann, bewiesen am Samstag einmal mehr die Organisatoren des B&W Rhythm-’n’-Blues-Festivals in Halle.
Zum neunten Mal fand die Veranstaltung der Konzert-profis in Kooperation mit dem ortsansässigen Lautsprecher-Hersteller „Bowers & Wilkins“ im Gerry Weber Event Center statt. Und auch dieses Mal erwartete die rund 1400 Zuschauer ein Konzert-Marathon der Extraklasse. Über sieben Stunden genossen die Gäste in lockerer, familiärer Atmosphäre die Leckerbissen des Abends, neben musikalischen auch kulinarische und elektronische.
Eingeläutet wurde das Festival von Ruhrpott-Blues-Virtuose Chris Kramer und seiner dreiköpfigen Band. Mit seiner Mundharmonika und hurmorvollen, leicht ironischen Texten begeisterte Kramer, zurzeit auf Tournee mit Peter Maffay, das Publikum. „Mein Ruhrpott-Humor kam bei den Leuten hier gut an“, resümierte Kramer.
Anschließend rockte Jessy Martens die Bühne des Event-Centers. Die 23-jährige Hamburgerin lockte die Zuschauer von ihren Sitzen. Es war schon ein erstaunliches Bild, wie die überwiegend über 50-jährigen Blues-Fans der jungen Frau frenetisch zujubelten. Gemeinsam mit ihrer vierköpfigen Band präsentierte Martens erstmals Lieder aus ihrem neuen Album, das sie in den vergangenen sechs Wochen aufgenommen hat.
„Die Jessy hat richtig Alarm gemacht“, sagt Mit-veranstalter Peter Schulte von Bower & Wilkins. „Was die abliefert, ist immer gigantisch.“ Auch die Zuschauer zeigten sich fasziniert. „Das war ein mitreißender Auftritt, allein dafür hat sich der Besuch gelohnt“, so Blues-Fan Reinhard Bartschuber aus Bielefeld.
Die Zeit zwischen den Auftritten nutzte das Publikum für einen Rundgang über die Ausstellungsfläche, wo die Lautsprecher-Experten von B&W ihre neuesten Produkte präsentierten und der Harley- Davidson-Shop aus Bielefeld seine Maschinen vorführte.
Rockig wurde es, als die Julian Sas Band aus Holland die Bühne betrat. Inspiriert von Vorbildern wie Jimmy Hendrix, lieferte Frontmann Julian Sas eine mitreißende Mischung aus Rock, Blues und Boogie.
Den Abschluss zu später Stunde gestaltete die amerikanische Gospelsängerin Gail Duncan mit ihrer Word up Band. Unterstützt von Klavier und Saxofon, bot die aus Washington stammende Künstlerin einen Rundumschlag aus Soul, Funk und R&B.
Überraschungsgast des Abends war Produzent und Dschinghis-Khan-Legende Leslie Mandoki, der sich auf der Bühne einem Interview mit Moderator Oliver Obermöller stellte. Mit ihm hatten die Zuschauer wohl nicht gerechnet. Eine Besucherin bat ihn um ein gemeinsames Foto und stellte fest: „Wahnsinn, Sie haben unheimlich Ähnlichkeit mit Leslie Mandoki!“
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