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Reha-Klinik beschenkt sich selbst
Bissendorf. Der gute Ruf der Reha-Klinik Werscherberg geht weit über Bissendorf hinaus. Die kleinen und größeren Patienten kommen aus dem gesamten Bundesgebiet, zuweilen auch aus dem Ausland auf die idyllische Anhöhe, um sich hier in Therapie zu begeben. Auch die Zahlen sprechen für sich. Seit der Eröffnung vor genau 20 Jahren wurde die Aufnahmekapazität fast vervierfacht. Und so soll es weitergehen. Drei weitere Häuser sind bezugsfertig.
In diesem Monat feiert die Awo-Klinik für Kommunikationsstörungen ihr 20-jähriges Jubiläum. Die Ärzte und Therapeuten wollen allerdings weniger sich selbst als eher die erweiterten therapeutischen Möglichkeiten in ihrem Haus feiern. Deshalb machte sich die Einrichtung zum Geburtstag auch selbst das größte Geschenk: die Eröffnung von zwei neuen Patientenhäusern und einem Therapiehaus. Am 11. November ist Eröffnung, und am 16. November ziehen die ersten Patienten ein.
Lange Warteliste
Diese Patienten mussten bis zu sechs Monate auf ihren Therapieplatz warten. „Die lange Warteliste war der wichtigste Grund, die Reha-Klinik wieder zu erweitern“, sagt Thorsten Schweser, kaufmännischer Leiter der Awo-Einrichtung. Aufgenommen werden Kinder zwischen drei und 18 Jahren, die an unterschiedlichen Formen von Sprach- und Kommunikationsstörungen leiden. Da Sprache die Voraussetzung für das soziale Miteinander und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ist, sollten die Patienten nicht zu lange auf ihre Therapie warten, meint Schweser.
Auf Wachstum ist die Klinik seit 20 Jahren ausgerichtet. Damals waren Teile des benachbarten Sprachheilzentrums zu stationären Plätzen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene umfunktioniert worden. Seitdem wächst die Klinik von anfangs 24 Plätzen auf zurzeit 81, sobald die neuen Häuser bezogen sind, gibt es 93 stationäre Therapieplätze. Mit wachsender Nachfrage wurde um- und neu gebaut, sechs neue Patientenhäuser entstanden. Damit vergrößerte sich auch das Team. Zurzeit arbeiten 135 Menschen in der Reha-Klinik.
Die Klinikleitung erweiterte nicht nur das Platzangebot, sondern passte sein therapeutisches Konzept dem Bedarf an. 2007 wurde der Erwachsenenbereich geschlossen, und der Werscherberg war Fachklinik für Kinder und Jugendliche mit Sprach-, Stimm- und Kommunikationsstörungen. Die Eltern spielen in der Therapie eine Hauptrolle. So werden Kinder bis zu acht Jahren mit einer Begleitperson am Werscherberg aufgenommen. 72 Plätze sind Mutter-Kind-Therapien vorbehalten.
„Das Besondere und in dieser Form wohl Einzigartige an unserer Klinik ist der ganzheitliche Behandlungsansatz“, sagt Thorsten Schweser. Zur Sprachheiltherapie gehören neben der Logopädie die Bewegungs-, Reit- und Physiotherapie, die psychologische Betreuung und die aktive Einbeziehung der Eltern.
Wenn am 11. November Eröffnung gefeiert wird, liegt ein hartes Stück Arbeit hinter der Klinik, dem Architekten und den Baufirmen. Da die Gebäude und das Gelände aus allen Nähten platzten, pachtet der Träger, die Awo, ein Areal von 5000 Quadratmetern Waldgebiet in Hanglage zwischen Sprachheilzentrum und Reha-Klinik. Das Waldstück musste in massiven Erdbewegungen baufähig gemacht werden. Demnächst können die Patienten und ihre Begleitungen von den großen Wohnzimmern aus einen weiten Blick genießen.
In den Patientenhäusern werden jeweils sechs Kinder mit ihren Begleitpersonen aufgenommen. Im Therapiehaus gibt es Räume für Logopädie, Heilpädagogik und Bewegungstherapie, Büros und Konferenzraum.
Mit dem neuen Areal ist das Klinikgelände durch die Straße „Am Werscherberg“ geteilt. Zusätzliche Verkehrsberuhigung sichert den Weg der sprachgestörten Patienten, außerdem sind Aufforstungen als Ausgleichsmaßnahme geplant.
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25.02.2011
