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Galerie Entwicklungsraum: Arbeiten Falk von Traubenbergs in Osnabrück
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Autor: Tom Bullmann 17. Oktober 2011 18:52 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

Mixtur der Kreativität

Galerie Entwicklungsraum: Arbeiten Falk von Traubenbergs in Osnabrück

Osnabrück. Wer versucht, aus den „Porträts“ des Fotokünstlers Falk von Traubenberg menschliche Antlitze zu entschlüsseln, gerät auf einen Irrweg. Sosehr man sich auch bemüht, aus den Anordnungen schwarz-weißer Linien etwas zu lesen, was entfernt mit einem herkömmlichen Fotoporträt zu tun hat – es gelingt nicht. Dennoch handelt es sich bei den Arbeiten der Serie „textur | portraits“ um die grafische Charakterisierung von Menschen. Von Traubenberg nahm gesprochene Texte von Fotografenkollegen aus einem Film als Grundlage, schrieb diese nieder, lichtete die gedruckten Manuskripte ab und verfremdete sie digital zu extrem verschlüsselten, doch in besonderer Weise spezifischen Porträts.

 
Dias in Einmachgläsern: Falk von Traubenberg „archiviert“ Dias. Foto: Elvira Parton  Vergrößern

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In einer anderen Serie, die jetzt ebenfalls in der Galerie Entwicklungsraum gezeigt wird, verbindet der in Hamburg arbeitende Künstler Realität und Abstraktion, indem er Selbstporträts technisch modifiziert. Oder muss man „verfälscht“ sagen? Denn der Mann, der gern in einer leuchtend orangen Warnhose auftritt, legt Diapositive von sich selbst in einen Scanner, den er während des Einlesevorgangs manipuliert. „Am Anfang entstanden Zufallsprodukte, mittlerweile kann ich meine Einflussnahme auf den Fehlerverlauf steuern“, erklärt von Traubenberg. Die Zerstörung des Originals führt zu einem Kunstwerk, hervorgerufen durch eine Mixtur aus menschlicher und technischer Kreativität.

Mit seinem Objekt „light box two“ entfernt sich der Künstler subtil von der Fotografie als Kunstform. Kleinbilddias, die er von Kollegen einsammelt, konserviert er in Einmachgläsern und reiht diese auf einer Art überdimensionalem Lichtkasten. Solche Kästen dienten zur Blütezeit analoger Fotografie dazu, sich des Motivs auf einem Dia ohne Projektion zu bemächtigen. Dieser Zugang wird dem Betrachter in den Objekten von Traubenbergs definitiv verweigert. Diese Form der Archivierung führt eher zur allgemeinen Infragestellung von Fotografie.

Galerie Entwicklungsraum (Lohstraße 40/41): „Porträts“. Fotografien und Objekte von Falk von Traubenberg. Bis 10. November Di.–Fr. 15–19.30 Uhr, Sa. 11–16 Uhr.

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