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Tippspiel
Eine Sternstunde der Gitarrenmusik in Arenshorst
Arenshorst. „Ich glaube, hier ist ein neuer Stern am Gitarren-Duo-Himmel aufgegangen“, zeigte sich Hartwig Ventker vom veranstaltenden Kulturring Bohmte nach dem Konzert mit dem „NoiZ guitar duo“ in der Arenshorster St.-Johannis-Kirche stark beeindruckt. Dieser Aussage stimmte das Auditorium zu, indem es spontan lang anhaltenden, herzlichen Applaus spendete.
Zur Eröffnung der Arenshorster Konzertreihe dieser Saison hatte sich Ventker eingangs über die gut gefüllte Kirche gefreut. Dabei galt sein Dank der Arenshorster Kirchengemeinde: „Seit vielen Jahren dürfen wir hier zu Gast sein, das ist nicht selbstverständlich.“
Klangmalereien zum Träumen, mal heiter, mal zart, mal pulsierend, auch mit perkussiven Elementen zogen mit „Greek Memories“ (Griechische Erinnerungen) von Kiriakos Giorginakis in das Kirchenschiff, als die beiden Gitarristen Dora Nakou aus Griechenland und Pedro Izquierdo aus Spanien den Konzertabend eröffneten. Fünf Bilder hat der Komponist in diesem Werk verarbeitet – Trata, ein altes, kleines Fischerboot, Pyrofani, eine große Laterne, die die Fischer zum Fischen benutzen, Trygos, den Wein stampfen, Therismos, die Ernte, und Panighiri, das Fest.
Der russische Komponist Konstantin Wassiljew schrieb sein zweiteiliges Stück „Den Wolken nach“ ursprünglich für eine Gitarre, aber: „Er hat eine Bearbeitung für uns geschrieben und heute ist die Uraufführung“, erklärte Dora Nakou. Mit ihrer expressiven, aber auch feinsinnigen Gestaltung setzte das Duo hier verschiedene Farben, eine dichte Atmosphäre und verschiedene Resonanzen frei. Der Italiener Mario Castelnuevo-Tedesco gehört zu den wichtigsten Komponisten für Gitarre. Seine dreisätzige „Sonatina Canonica“ und das professionelle Zusammenspiel des Künstlerpaars läutete die Pause ein.
Auch im zweiten Teil faszinierten Dora Nakou und Pedro Izquierdo technisch äußerst versiert durch ihre makellose Klangkultur, Klangästhetik. Den Spanier Agustín Castilla-Ávila haben sie während ihres Studiums am Mozarteum in Salzburg kennengelernt. Seine „Caged Music“ sieht er als Hommage an John Cage, der etliche Schlüsselwerke der ‚Neuen Musik‘ schrieb. Zu abgedämpften Saiten interpretierten die Gitarristen seine „Caged Music II“ (es gibt IV). Mit vielen Dialogen, gleichberechtigt, bewiesen die Wahl-Berliner während des „Duo n 3 in E minor“ des französischen Komponisten A. de L’Hoyer (1768–1852), dass sie schnelle Passagen und schwierige Läufe ebenso souverän beherrschen wie rhythmische Herausforderungen oder leise Töne.
Isaac Albéniz (1860–1909) hat impressionistische Klangfarbenmalerei verarbeitet. Seine Werke „Mallorca“ und „Sevilla“ haben die beiden für zwei Gitarren umgeschrieben. „Diese neue Bearbeitung führen wir auch das erste Mal auf“, verrieten Nakou und Izquierdo im Gespräch. Mit Facettenreichtum gepaart mit perfekter Intonation beendeten sie eine Sternstunde der Gitarrenmusik. Langer Applaus und eine Zugabe folgte: „Agua y Vinho“ (Wasser und Wein) des Brasilianers Egberto Gismonti.
Das nächste Arenshorster Konzert (wiederum in der St.-Johannis-Kirche Arenshorst) findet am Sonntag, 6. November, 18.30 Uhr statt. Zu Gast ist das Vokalensemble „Vocal Appearance“, das sich von den englischen „Kings’s Singers“ inspirieren lässt. Zu hören ist dann Vokalmusik aus sechs Jahrhunderten.
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