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Chancen und Gefahren der Neuen Medien
pm Meppen. „Gut jeder sechste Jugendliche zeigt problematisches Nutzungsverhalten oder ist abhängig vom Internet“: Darauf hat der Erste Kreisrat Reinhard Winter beim Medienpräventionstag des Landkreises Emsland im Meppener Kreishaus hingewiesen.
Winter bezog sich auf die erste repräsentative Studie der Bundesregierung zur Internetabhängigkeit in Deutschland. Er wolle aber keine Panik verbreiten: „Der Großteil der Jugendlichen nutzt das Netz positiv und zielorientiert“, so Winter.
Das Nutzungsverhalten sei aber je nach Altersgruppe und Geschlecht unterschiedlich. Während Erwachsene das Internet häufig als reines Handwerkszeug begreifen, verlieren sich junge Mädchen zwischen „Anstupsen“, „Gruscheln“ und „Gefällt-mir“-Buttons in den weitläufigen Strukturen der sozialen Netzwerke. Junge männliche Nutzer spielen lieber; sie tauchen beispielsweise ab in die Welt von World of Warcraft.
Über 20 Institutionen und Akteure waren mit verschiedenen Angeboten am Medienpräventionstag des Landkreises und des Arbeitskreises Medienprävention vertreten. In insgesamt zehn Vorträgen und Workshops konnten sich die Teilnehmer informieren und weiterbilden. Die Veranstalter begrüßten, dass neben Fachleuten auch Eltern mit ihren Kindern den Weg ins Kreishaus gefunden hatten und sich über die Chancen und Gefahren der Neuen Medien informierten.
Die Chancen und Herausforderungen für die Jugendarbeit stellte Björn Bertram vom Landesjugendring Niedersachsen unter dem Motto „Medienpädagogik und Communities“ heraus. Facebook, Twitter, YouTube und andere soziale Netzwerke ließen sich gut in die moderne Jugendarbeit integrieren, erläuterte Bertram.
Welche Möglichkeiten vor allem Lehrkräfte mit dem Mitmach-Internet Web 2.0 haben, stellte Carsten de Groot von der Niedersächsischen Landesmedienanstalt/Multimediamobil heraus. Fachkräfte aus Schule, Kindertagesstätten und Jugendarbeit nahmen Kontakt zum Kompetenzteam „comPass – Ich kenn mich aus im Netz“ auf, ein Landesprojekt, in dem unter anderem Schulungen für Multiplikatoren angeboten werden, die es in Kürze auch im Landkreis Emsland geben soll.
Bei den Fachkräften kam besonders der Workshop „Trickfilmchen gestalten“ des Vereins Blickwechsel gut an. Für die ganz jungen Besucher war die Blue Box der Kunstschule und des J@M-Centers Meppen das Highlight: Mithilfe von Jugendpfleger Karsten Streeck projizierten sich die Kinder mit dem Bluebox-System in ihre selbst gemalten Bilder.
Hartmut Bruns, Polizeikommissariat Meppen, und Dieter Rothlübbers, Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim, berichteten von den Gefahren im Chat und sozialen Netzwerken und gaben Tipps für Eltern und Kinder. Das Angebot der Landesschulbehörde „Mobbing-Interventions-Team (MIT) für Ihre Schule“ wurde ebenfalls einem breiten Publikum vorgestellt.
Eine ausführliche Dokumentation des Tages ist in Kürze unter www.emsland.de einzusehen.
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