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Aus Protest gegen Massentierhaltung in Bawinkel: Bäume sollen Investoren abhalten
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Quelle: pm/Lingener Tagespost 12. Oktober 2011 07:22 Uhr

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Ralf F. Mittwoch, 12. Oktober 2011 19:30 Uhr

Große Pflanzaktion

Aus Protest gegen Massentierhaltung in Bawinkel: Bäume sollen Investoren abhalten

Bawinkel/Clusorth. Die Interessengemeinschaft gegen Massentierhaltung an der Grenze zu Bawinkel hat eine direkte Nachbarfläche zur von der Stadt Lingen vorgesehenen Sonderfläche zur gewerblichen Tierhaltung mit Bäumen bepflanzt. Die Gemeinde, eine aus Anwohnern gebildete Interessengemeinschaft und über 150 freiwillige Helfer aus Bawinkel und Clusorth-Bramhar möchten damit einer Mitteilung zufolge eine mögliche dichte Bebauung zum Beispiel durch einen Großinvestor verhindern.

 
Viele Bürger aus Bawinkel und Clusorth-Bramhar möchten durch die Pflanzaktion mit Bäumen verhindern, dass in unmittelbarer Nachbarschaft große Mastställe errichtet werden.Foto: IG  Vergrößern

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Der gepflanzte Wald muss nach Angaben der Initiatoren von Investoren bei den Bauanträgen für gewerbliche Tierhaltungsanlagen berücksichtigt werden, das heißt, es müssen entsprechende Schutzabstände eingehalten werden.

„So muss zum Beispiel eine Hähnchenmastanlage mit 84000 Plätzen circa 410 Meter Abstand zum Wald einhalten, wenn sie über keine besondere Abluftreinigung verfügt“, heißt es in der Mitteilung. Die Gemeinde Bawinkel hat die Anpflanzung schon vor einiger Zeit geplant und rechtlich abgesichert. Die bepflanzte Fläche ist rund 1,5 Hektar groß und ist seit Jahren, lange vor den Plänen der Stadt Lingen zur Steuerung der gewerblichen Tierhaltung, als Kompensationsfläche vorgesehen und eingetragen.

Rund 150 Bürger waren dem Aufruf der Gemeinde und der Interessengemeinschaft gefolgt und hatten teils eigene Bäume gepflanzt. Die anwesenden Kinder konnten ihre gepflanzten Bäume durch Namensschilder kennzeichnen. Die freiwilligen Helfer wurden dank einiger Sponsoren aus der Gemeinde Bawinkel mit Kaffee und Kuchen, kalten Getränken und Bratwürsten versorgt.

„Wachsam bleiben“

Der Bürgermeister der Gemeinde Bawinkel, Adolf Böcker, und der Sprecher der Interessengemeinschaft, Heinz Gebbeken, hoben in ihren Dankesworten hervor, dass schon einiges erreicht sei (u. a. strikte Vergaberichtlinien und persönliche Zusagen des OB der Stadt Lingen). Es gelte aber, weiter wachsam zu sein, um eine dichte Bebauung durch einen Großinvestor zu verhindern.

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  Leserkommentare

 
Ralf F., Mittwoch, Oktober 12, 2011 um 19:30 Uhr Erschreckend und begeisternd!! Wenn ich den Bericht lese bin ich zunächst begeistert von dem Zusammenhalt der Bawinkeler und Clusorther gegenüber Planungen der Stadt Lingen. Gleichzeitig bin ich aber auch erschrocken wie skrupellos die Stadtväter mit ihren Nachbargemeinden umgehen. Frei nach dem Motto: "Nach uns die Sinnflut!!!" Vorschlag: Vielleicht sollte man dem Gesetzgeber zunächst die Problemlage schildern und ggf. mit den Nachbargemeinden gemeinsam nach Lösungen suchen!!

 
Antonietta T., Mittwoch, Oktober 12, 2011 um 10:50 Uhr Ein Deutscher isst ungefähr 200 Gramm Fleisch pro Tag. Macht jährlich etwa 80 Kilo Fleisch pro Kopf und rund 6,5 Milliarden Kilo Fleisch für das ganze Land. Eine solche Masse an Fleisch kann man aber nur bereit stellen, wenn man die Tiere in Massen züchtet und im Akkord tötet. Diese Massentierhaltung ist nicht nur furchtbar für die Tiere, sie ist auch schlimm für unsere Umwelt, für das Klima und für die Gerechtigkeit auf der Welt. Es gibt viele gute Gründe, nie mehr Fleisch zu essen. Aber eigentlich reicht schon einer...!

 
Bianca W., Mittwoch, Oktober 12, 2011 um 09:40 Uhr Tolle Sache aber der Satz: "Die freiwilligen Helfer wurden dank einiger Sponsoren aus der Gemeinde Bawinkel mit Kaffee und Kuchen, kalten Getränken und Bratwürsten versorgt." hat meine Freude wieder getrübt :-((
Fleischessen wollen alle, nur wollen sie das Tierleid nicht vor der eigenen Haustüre.... woanders ist es aber ok.
Bitte liebe Menschen, googelt das Wort EMPATHIE und denkt noch mal über Euer Verhalten nach!
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