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Nordhorn-Range bleibt explosives Areal
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Quelle: rm/Lingener Tagespost 11. Oktober 2011 12:37 Uhr

In 2010 100000 Stück Munitions-Altlasten geräumt

Nordhorn-Range bleibt explosives Areal

Nordhorn. Die Heideflächen auf dem Schießplatz Nordhorn-Range bleiben ein explosives Fleckchen Erde: Allein in diesem Jahr haben Kampfmittelräumdienste im Auftrag der Bundeswehr annähernd 100000 Stück Munitions-Altlasten mit einem Gesamtgewicht von 53,5 Tonnen geräumt. Das seit 2002 laufende Kampfmittel-Räumprogramm ist damit längst nicht abgeschlossen. Erst gut zehn Prozent des Range-Areals gelten als altlastenfrei.

 
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Mit Metallsonden suchen die Kampfmittelräumer die Heideflächen der Range systematisch ab. Fotos: Rolf Masselink Kübelweise Schrott findet sich ebenfalls im Heideboden. Verschiedenste Munition aller Kaliber fördern die Kampfmittelräumer zutage. Sie werden zumeist in Munster entsorgt.

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Die Warnschilder, die vor dem Betreten des Luft-Boden-Schießplatzes warnen, haben aus Sicht der Luftwaffe keinesfalls nur aus militärischen Gründen ihre Berechtigung: „Gerade die kleinen Kampfmittelteile und Munitionsfragmente sind für die Menschen gefährlich“, weiß Range-Feuerwerker Mario Stöckert. Und diese kleinen Kampfmittelteile werden auch in diesem Jahr massenweise im Heideboden der Range gefunden.

Seit Anfang Juli sind zwei Spezialfirmen im Auftrag der Bundeswehr wieder auf der Range im Einsatz, um Teilflächen des Schließplatzgeländes systematisch nach Munitions-Altlasten abzusuchen. Seit 2002 läuft dieses Kampfmittel-Räumprogramm jedes Jahr in den schießfreien Zeiten, also vor allem in den Sommermonaten. Etwa 90 Hektar Fläche wurden seitdem geräumt. In diesem Jahr sollen bis Mitte November gut 38 Hektar hinzukommen. Davon sind bisher etwa 26 Hektar geräumt.

Zusammen kamen dabei auch in diesem Jahr wieder gewaltige Mengen Munitionsreste. So wurden unter anderem mehr als 37000 Schuss 20-Millimeter-Munition gefunden und noch einmal 37500 Schuss 30-Millimeter-Munition. Diese Sprenggeschosse stammen zum größten Teil noch aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, sind durch die jahrzehntelange Lagerung im Boden stark korrodiert und deshalb hochgefährlich.

Aus dem Boden gebuddelt

Relikte des Kalten Krieges sind hingegen verschiedene Typen von Übungsbomben und Erdkampf-Raketen, die ebenfalls zu Hunderten aus dem Boden gebuddelt wurden. Insgesamt kamen in diesem Jahr bisher etwa 53500 Kilogramm Kampfmittelteile zusammen. Sie wurden zumeist zur Entsorgung abtransportiert, in einigen Fällen aber auch vor Ort gesprengt, weil ein Transport zu gefährlich gewesen wäre.

Geräumt wird in diesem Jahr übrigens vorwiegend „in Handarbeit“: Helfer suchen jeden Quadratmeter des Räumgebiets mit Handsonden ab. Dabei spüren sie nicht nur Granaten und Patronen unter der Heidefläche auf, sondern auch sonstige „ortsfremde Materialien“, vor allem Metallschrott. In der Anflugschneise zu den früheren Bordkanonen-Zielfeldern werden beispielsweise kübelweise Gurtglieder geborgen. Die Stahlteile fielen früher mit den Messinghülsen der Geschosstreibladungen dutzendweise aus den Jets, sobald die Piloten auf den Auslöser ihrer Bordkanonen drückten.

Zur Vorbereitung dieser Räumeinsätze gehört das Freiräumen der Flächen vom Bewuchs. Auf diese Weise erfahren einige Heideflächen auf der Range quasi nebenbei zum ersten Mal seit Jahrzehnten eine landschaftspflegerische Aufwertung.

Nachdem in den ersten Jahren des Räumprogramms Fahrwege und verschiedene Zielfelder bearbeitet wurden, arbeiten die Kampfmittelbeseitiger seit 2009 nach Planquadraten. „Wir arbeiten uns mit der Kampfmittelräumung jetzt Jahr für Jahr vom Camp-Umfeld aus in das Gelände vor“, sagt Platzkommandant Oberstleutnant Dieter Rübarsch. Er geht davon aus, dass das Räumprogramm zumindest bis 2017 fortgesetzt wird. Bis dahin tasten die Kampfmittelräumer sich auch an den vermuteten Schwerpunkt der Munitions-Altlasten heran: ein von den Briten einst „Rocket Valley“ getauftes Zielfeld.

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