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Seltene Sorten beim Apfelfest am Naturkunde-Museum
Osnabrück. Am und im Museum am Schölerberg drehte sich am Sonntag alles um den Apfel: Beim dritten Apfelfest des Museums umlagerten die Kinder die Saftpresse und die Erwachsenen den Pomologen.
Der Pomologe ist ein Apfelfachmann. Wer heimische Äpfel mitbrachte, der konnte von Hans-Joachim Bannier erfahren, um welche Sorten es sich dabei handelte. Diese Chance nutzte unter anderem Christel Niehaus. Denn der Apfelbaum in ihrem Garten stand dort schon, als sie in das Haus zog. Fachmann Bannier kennt sich aus: Es ist ein Grahams Jubiläum.
Einen ganz besonderen Apfel brachte ein anderer Besucher mit: einen Edelborsdorfer. „Das ist die älteste historisch belegte Apfelsorte. Schon um 1200 soll es sie in einem Kloster bei Jena gegeben haben“, sagt der Pomologe, der nach eigenen Angaben über 600 verschiedene Sorten bestimmen kann. „Der Edelborsdorfer wird seit 1930 in Deutschland nicht mehr gepflanzt.“
Doch das geht nicht nur dieser Apfelsorte so. Wer testen wollte, welche Sorten es abgesehen von den typischen Supermarkt-Varianten sonst noch so gibt, der war in der Probierstation richtig. Hier probierte sich auch Ulrike Birkemeyer durch die verschiedenen Apfelsorten aus dem Produktionsgartenbau der Hochschule Osnabrück: „Von den dort drüben kenne ich relativ viele, doch von denen hier habe ich sonst noch nichts gehört. Aber die Wintergoldparmäne beispielsweise finde ich sehr gut.“
Wer seine Lieblingssorte gefunden hatte, konnte eventuell sogar ein paar Äpfel davon mitnehmen. Denn der NABU hatte einen Verkaufsstand mit alten Sorten aufgebaut. Außerdem betreute er zusammen mit dem BUND Osnabrück die Saftpresse. Hier stellten Kinder Saft her und genossen ihn frisch aus der Presse.
Von einem Programmpunkt des Apfelfestes werden die Besucher des Museums am Schölerberg erst im nächsten Jahr profitieren können: Andrea Hein vom Museum pflanzte gemeinsam mit Ulla Feldmann, Isabell Jöhler und Barbara Behnen vom NABU einen Apfelbaum der Sorte Berlepsch. „Zum einen haben wir hier im Garten noch Platz und möchten weitere Obstbäume pflanzen“, so Hein. „Und zum anderen werden wir mit der Kindergruppe des NABU sowie dem Natur- und Geopark Terra Vita hier hinter dem Museum eine Streuobstwiese anlegen.“
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