Kontakt

·

Digitalabo

·

Shop

·

Tippspiel

Startseite

|

Lokales

|

Osnabrück

|

Auf den Spuren der Gründung der KAB Belm
Lokales

Schrift
 Drucken  Versenden Empfehlen auf:      

Autor: Henning Müller-Detert 05. Oktober 2011 15:14 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

Als Kohle noch die Region bestimmte

Auf den Spuren der Gründung der KAB Belm

Osnabrück/Belm. In diesem Jahr feiert die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung Belm ihr 100-jähriges Bestehen. Für den runden Geburtstag hat die Gemeinschaft zahlreiche Veranstaltungen geplant. Ein Programmpunkt trug nun den Titel: Auf den Spuren der Gründung der KAB Belm.

 
Wie sich die KAB Belm vor 100 Jahren zusammenschloss, erfuhren die Mitglieder der Arbeitnehmer-Bewegung im Museum am Piesberg. Foto: Thomas Osterfeld  Vergrößern

– Anzeige – Ihre Anzeige hier



Meistgelesene Artikel








Die Spurensuche führte die Mitglieder zum Museum Industriekultur am Piesberg, wo Ulrich Brinkmann für die Führung verantwortlich war. Schließlich waren Kohleabbau (bis 1898) und Steinbruch zentrale Wirtschaftszweige mit großen Belegschaften. Und ebenfalls aus dem Osnabrücker Umland, und damit auch aus Belm, kamen zahlreiche Arbeiter, die hier einer harten, gefährlichen und darüber hinaus schlecht bezahlten Tätigkeit nachgingen. „Es war eine richtige Schinderei“, betonte Brinkmann. Ein großes Problem war das Trockenbohren, was zur Folge hatte, dass viele der Arbeiter an einer Staublunge starben. Waren sie nicht lange genug im Steinbruch tätig gewesen, wurden die Hinterbliebenen noch nicht einmal finanziell versorgt. Zur Verelendung trug auch der „sagenhafte Schnapsverbrauch“ bei, sagte Brinkmann.

Geradezu naheliegend war, dass sich die Arbeiter zusammenschlossen, um ihre Interessen zu vertreten. So ist davon auszugehen, dass auch hier eine der Keimzellen für die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung lag, die in Belm 1911 noch unter dem Namen Katholischer Arbeiterverein gegründet wurde.

Brinkmann berichtete auch von den ersten Versuchen der Arbeiter, den mächtigen Unternehmensbossen Paroli zu bieten. So gab es 1898 einen Generalstreik: Die Georgsmarienhütte als Arbeitgeber hatte katholische Feiertage als freie Tage gestrichen. Es folgten Versammlungen, Eintritte in die katholische Gewerkschaft, fristlose Kündigungen und schließlich der Ausstand, der dazu führte, dass der Kohleabbau eingestellt wurde. Bittere Folge für viele der Katholiken unter den Arbeitnehmern: Durch ihren Beitrag zum Streik wurde ihnen die Suche nach einer neuen Arbeit erschwert.

Die Spurensuche am Piesberg war aber nur ein Teil des Jubiläumsprogramms, berichten die beiden Vorsitzenden Klaus Steinkamp und Hubert Gervelmeyer. So gab es bereits am 27. August einen Festakt mit Bischof Franz-Josef Bode. Auch ein Diözesanfamilientag und ein Gospelkonzert fanden statt, zudem ist für den 29. Oktober ein Mitgliederfest geplant. Erfolgreich war auch eine Aktion, neue Mitglieder zu werben. Die KAB Belm verzeichnete 21 Eintritte, sodass jetzt 161 Frauen und Männer aktiv sind.

Lesen Sie auch ...

Seit 100 Jahren im Einsatz für Gerechtigkeit

Belm. Mit Zuversicht, Dynamik und einem prall gefüllten Veranstaltungskalender feiert die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Belm ihr... mehr


 Mehr Lokales

 
  Leserkommentare
Schreiben Sie einen Kommentar




Empfehlen auf:  Facebook  Twitter

Haus

Immobilien aus der Region

Immobilien-Angebote

Finden Sie Ihre Immobilie: Wohnungen und Häuser mieten, vermieten, kaufen und verkaufen.






 Zeitungstitel wählen  Schließen

Wählen Sie Ihren Zeitungstitel: