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Dümmer-Sanierung: Großschilfpolder lässt auf sich warten
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Überprüfung zieht sich hin

Dümmer-Sanierung: Großschilfpolder lässt auf sich warten

df Osnabrück. Wie geht es weiter mit dem Dümmer-See? Darüber zerbrechen sich derzeit Experten in diversen niedersächsischen Behörden den Kopf. Klar ist: Schnelle Abhilfe wird es gegen die Blaualgen-Plage nicht geben. Laut Niedersächsischem Umweltministerium wird es noch etwa ein Jahr dauern, bis Hilfsmaßnahmen in Angriff genommen werden können. Mindestens solange werden die Anwohner noch mit Gestank und toten Fischen leben müssen.

 
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Ortsbesichtigung: Lokale Politiker betrachten das grün gefärbte Wasser des Dümmers. Archivfoto: Dirk Fisser Das grüne Übel: Was Christiane Peistrup vom Segler-Club Dümmer hier zeigt, ist Wasser aus dem Dümmer. Archivfoto: Dirk Fisser Auswirkung der Blaualgen-Plage: Massenhaftes Fischsterben im Dümmer. Archivfoto: dpa

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„Wenn es Sofortmaßnahmen gäbe, würden wir diese in Angriff nehmen“, erklärt Inka Burow gegenüber unserer Zeitung. Die Ministeriumssprecherin verweist aber darauf, dass die Probleme am Dümmer „zu alt und zu gravierend“ seien, als das schnell geholfen werden könne.

100.000 Euro hatte das Land Niedersachsen kurzfristig locker gemacht, um die Erforschung eines so genannten Großschilfpolders voranzutreiben. In ihn setzen die Anwohner ihre Hoffnungen. Als natürliche Kläranlage soll der Polder den Eintrag von Phosphaten in das Gewässer stoppen. Das Abfallprodukt aus der Landwirtschaft gilt als Hauptverursacher der Algenplage, die wiederum Güllegeruch und Fischsterben nach sich zieht.

Doch der bisherige Planungsstand ist 14 Jahre alt, dementsprechend lange ziehe sich die Überprüfung hin, sagt Burow. Sobald Ergebnisse vorlägen, könne eine Investitionsentscheidung getroffen werden. Dabei geht es um eine Summe von bis zu 20 Millionen Euro.

„Es liegt nicht daran, dass wir nicht wollen“, stellt Burow noch einmal klar. Es gebe keine tragfähige schnelle Lösung. Der Forderung ähnlich wie bei anderen Seen, Sauerstoff in das Gewässer zu pumpen, erteilt sie eine Absage. „Das bringt nichts, dafür ist der Dümmer zu groß.“

Den derzeitigen Planungsstand sollen die Anliegergemeinden am Donnerstag, 13. Oktober, erfahren. Das Landesamt für Geoinformation und Landesentwicklung lädt zu einem so genannten Dümmerforum ein. Teilnehmen werden auch das Niedersächsische Umweltministerium sowie Landesministerium. Neben dem Großschilfpolder soll auch die Entschlammung des Dümmers diskutiert werden.


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  Leserkommentare

 
Chris K., Mittwoch, Oktober 5, 2011 um 21:03 Uhr @ B.S: Ein schönes Bild - allerdings würden die Schnecken mit dem Salat sicherlich schneller fertig als Herrn Sander mit dem Scherbenhaufen, den seine Kollegen aus der Agrarindustrie in unserer Natur hinterlassen.

Mit dem Hinweisen auf Versäumnisse und Schröder / Gabriel hast du sicherlich nicht unrecht - andererseits ist das Dümmersanierungsprogramm aber ein Projekt, dass schon unter Albrecht als Ministerpräsident begann und seitdem einen Dornröschenschlaf führt - nur dass die Hauptperson hier nicht unter Rosen schlummert, sondern unter Mais und Gülle begraben wird...

 
B. S., Mittwoch, Oktober 5, 2011 um 18:47 Uhr @ Chris K. Das Umweltministerium in die Hände der FDP zu geben, ist in etwa so, wie Schnecken auf den Salat aufpassen zu lassen. ;-) Aber auch die Vorgängerregierungen haben sich bei diesem Thema nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Das Kind ist in den Brunnen gefallen. Niedersachsen im Jahre 2011 gleicht einem El Dorado für Massenhaltungen von Tieren, Monokulturen und nitratbelasteten Böden. Keine besonders gute Visitenkarte für unser schönes Bundesland. Niedersachsen kann mehr.

 
Chris K., Mittwoch, Oktober 5, 2011 um 16:43 Uhr Tolle Stellungnahme unserer Regierung! Die probleme sind einfach zu alt - ach ja? für die Sauerstoffstoffzufuhr zu groß - klar! (auch der Bodensee wurde mal belüftet, der ist ja auch kleiner, als der Dümmer - oder hat da nur die Ministeriumssprecherin im Heimatkundeunterricht gepennt.....) Fakt scheint mir zu sein: Große Probleme mit politischem Kleinmut zu lösen kann nicht klappen - schließlich hat man auch mit großen Subventionen und einer großen Nachlässigkeit der niedersächsischen Agrarindustrie zu dem Stand verholfen, die sie zum Dümmermörder gemacht hat. Den schwarz grünen Landwirtschaftlobbyisten sei follgendes ins Stammbuch geschrieben: der Wähleranteil der Landwirte nimmt steig ab - nur noch 2,2% der Beschäftigten bundesweit verdienen hier ihre Brötchen. Volkswirtschaftlich dürfte die Nettowertschöpfung kaum zunehmen, die solidarisierten Kosten aber ständig steigen. Es ist schon ein eklatantes Demokratidefizit, wenn es möglich ist, dass eine Splitterpartei wie die FDP die Geschicke des Umweltschutzes mit Füßen tritt, und die Partei mit dem großen "C" im Namen ihre Verantwortung für unsere Schöpfung mit Füßen tritt. Man muss sich für das Land Niedersachsen wirklich schämen!
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